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Afghanistan: Bundeswehr ist wegen Luftangriff unter Druck geraten

 
Meldung vom 07.09.2009

Durch einen von der Bundeswehr angeordneten Luftangriff auf zwei von den Taliban entführte Tanklastzüge sind in Nordafghanistan Dutzende Menschen getötet worden. Eine militärische Aktion mit einer so hohen Opferzahl im Verantwortungsbereich der Deutschen ist in Afghanistan laut Bundesverteidigungsministerium noch nicht vorgekommen. Über die Frage, ob und wie viele Zivilisten durch die Bombardierung der Tanklaster ums Leben gekommen sind, gibt es noch keine abschließende Gewissheit.

Das Verteidigungsministerium in Berlin erwähnte mehr als 50 getötete Aufständische und erklärte: „Unbeteiligte sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu Schaden gekommen.“ Der afghanische Präsident Hamid Karsai gab in Kabul kund, es seien „rund 90 Menschen getötet oder verletzt“ worden. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen versicherte, der Vorfall werde untersucht. Die Informationen sind widersprüchlich.

Ein Team von Ermittlern unter der Leitung eines Admirals der NATO-geführten Schutztruppe ISAF befinde sich bereits am Ort des Geschehens. „Das afghanische Volk muss wissen, dass uns alles daran liegt, es zu schützen, und dass wir diesen Vorfall umfassend und umgehend untersuchen werden“, erklärte Rasmussen in Brüssel. „Es ist möglich, dass es auch zivile Opfer gab, aber das ist noch nicht klar.“

Nach Angaben der Bundeswehr hatten Taliban-Kämpfer in der Nähe von Kundus einen Hinterhalt errichtet und dort gegen 01.50 Uhr Ortszeit zwei beladene Tanklastzüge entführt. Der Treibstoff war für für die Bundeswehr bestimmt. Die Taliban hätten den Treibstoff in den Unruhedistrikt Char Darah überführen und selbst nutzen wollen. Bei der Durchquerung des Flusses Kundus sechs Kilometer vom deutschen Wiederaufbauteam seien die Fahrzeuge in einer Sandbank stecken geblieben. Von der Bundeswehr angeforderte NATO-Flugzeuge hätten dann um 02.30 Uhr Bomben auf die Fahrzeuge abgeworfen. Es bestand allerdings die Gefahr, dass die Taliban mit dem hochexplosiven Treibstoff einen Angriff auf das deutsche Lager durchführen wollten.

Die Bewohner seien laut Zeugenberichten aus ihren Häusern gekommen, als sie den Lärm der Tanklastwagen hörten. Der Polizeichef von Kundus, Abdul Rasak Jakubi, gab an, eine „Anzahl Zivilisten“ sei getötet worden. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid behauptete, 150 Menschen seien ums Leben gekommen. Der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammed Omar, erklärte: „Das Problem ist, dass all diese Menschen rund um die Tanklastwagen schwer verbrannt wurden und es unmöglich ist, sie zu identifizieren.“ Die Taliban-Kämpfer nutzen die Taktik, ihre Aktionen absichtlich mit Zivilisten zu umstellen, um sich vor einem Angriff der ISAF zu schützen oder zivile Opfer zu Propaganda-Zwecken zu missbrauchen.

Die Bundeswehr verfügt bei ihrem Einsatz nur über Aufklärungsjets, sogenannte „Tornados“. Damit können keine Bombenangriffe durchgeführt werden. Wenn die ISAF um Unterstützung in Form von Luftangriffen gebeten wird, übernehmen das die Amerikaner oder Briten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte eine rasche und umfassende Aufklärung des von der Bundeswehr angeordneten Luftangriffs in Afghanistan an. Die Bundeswehr ist mittlerweile unter internationalen Druck geraten. Die Kritik an der Informationspolitik von Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat sich verschärft.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Focus Online“, focus.de