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Kenia: Wirtschaftswunder durch Handys

 
Meldung vom 12.01.2010

Es fing als kleines Projekt in Ostafrika an und weitet sich mehr und mehr zum globalen Geschäftsmodell aus: Geldüberweisungen per Mobiltelefon steigen rasant an. Jetzt kommt es zum Tauziehen der Großkonzerne um den Milliardenmarkt.

Afrika wird zumeist mit Hunger und Armut, Ernteausfällen und Kriegen in Zusammenhang gebracht. Das gilt auch für Kenia, ein Land, in dem die Wirtschaft sich nur mühsam entwickelt. Immer wieder kommt es zu Rückschlägen. Die Industrie kommt kaum voran. Die Landwirtschaft kämpft mit anhaltender Dürre.

Doch ein Bereich der Wirtschaft in Kenia erlebt derzeit einen regelrechten Boom. Es ist die Handy-Branche. Gründe für den Aufschwung gibt es viele: Die Handy-Branche ist angepasst, innovativ, preiswert und erleichtert für Millionen von Menschen den Alltag.

Afrika, das geben alle Statistiken wider, bietet den am schnellsten wachsenden Handy-Markt der Welt. Das liegt nicht an den preiswerten Endgeräten oder dem rasant steigenden Wohlstand. Die Ursache liegt woanders: Nirgendwo ist das Handy so vielfältig einsetzbar und als Mittel zur Bewältigung des Alltags unverzichtbar geworden wie gerade in Ostafrika.

Natürlich, Handys werden überall zur Kommunikation benötigt. Doch in Afrika haben die Geräte erhebliche ökonomische Auswirkungen. Zehn Prozent mehr Handys für die Gesamtbevölkerung, so legt eine Untersuchung an der London Business School dar, erhöhen das Wachstum in Entwicklungsländern um 0,6 Prozent.

Insbesondere die Mikroökonomie wird von der Mobiltechnik begünstigt: Handwerker sind auch unterwegs erreichbar und können schneller reagieren. Fuhrunternehmer können sich flexibler auf Angebot und Nachfrage einstellen. Farmer und Fischer können nun Erkundigungen über Marktpreise anstellen und so ihre Lagerhaltung und Verkäufe weitaus profitabler als zuvor organisieren.

Dass im 40-Millionen-Einwohner-Land Kenia inzwischen 20 Millionen Handys in Verwendung sind, hat nicht zuletzt mit einer besonderen Erneuerung zu tun, die ihren Siegeszug im März 2007 begann. Damals präsentierte Marktführer Safaricom sein Projekt „M-Pesa“, auf deutsch: „mobiles Geld“. Mit diesem Projekt begann die Möglichkeit, Geldtransfers übers Handy abzuwickeln. Das war revolutionär für ein Land, in dem nur rund 15 Prozent der Erwachsenen auf ein Bankkonto zurückgreifen können.

Das neue Angebot fand riesigen Absatz. Umgerechnet über 200 Millionen Euro werden inzwischen monatlich in Kenia via Handy transferiert. Ein Vergleich verdeutlicht den Stellenwert des Handys: Der Gesamt-Umsatz mit Kreditkarten beträgt in Kenia derzeit rund 300 Millionen Euro pro Monat. Er dürfte bald überholt werden. In Kenia haben innerhalb kürzester Zeit alle großen Unternehmen auf den neuen Service umgesattelt. Es ist möglich, Strom und Wasserrechnungen per Handy zu bezahlen, ebenso kann man in manchen Supermärkten mit Handy bezahlen, Eintrittskarten und Flugtickets kaufen und Schulgebühren entrichten.

„Früher mussten die Leute aus abgelegenen Dörfern viele Kilometer fahren, um an Geld zu kommen und gingen auf dem Weg immer ein hohes Sicherheitsrisiko ein“, erinnerte kürzlich die Geschäftsfrau Margaret Leshore, die in Maralal im Norden Kenias einen M-Pesa-Shop eröffnet hat. Nun sind die Wege kurz und die Gefahr, überfallen zu werden, ist deutlich gesunken.


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Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Spiegel Online“, spiegel.de

Schlagwörter: Kenia, Handy, Mobiltelefon, Geldüberweisung, Mobiles Geld, Handy-Branche, Wirtschaft, Wachstum, Boom, Safaricom, Geldtransfer