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Sudan: Frieden in Sicht – Waffenstillstand beschlossen

Meldung vom 24.02.2010

Durch einen vor wenigen Tagen beschlossenen Waffenstillstand zwischen den bedeutendsten Konfliktparteien in der Krisenprovinz Darfur rückt jetzt ein Ende der Gewalt im Westen des Sudan in greifbare Nähe. „Endlich kommt Bewegung in die lange festgefahrenen Bemühungen um einen dauerhaften Frieden in Darfur“, meint Ulrich Delius, Afrikareferent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV).

„Bei aller Freude über den Waffenstillstand muss sich die internationale Gemeinschaft nun aber auch gezielt für eine sichere Rückkehr der mehr als drei Millionen Flüchtlinge aus Darfur in ihre zerstörten Dörfer einsetzen“, betonte Delius. „Die während des Genozids begangenen Vertreibungsverbrechen dürfen nicht hingenommen werden.“

Die sudanesische Regierung und die militärisch bedeutendste Freiheitsbewegung in Darfur, JEM (Justice and Equality Movement), konnten sich auf einen sofortigen Waffenstillstand und auf die Teilnahme der JEM an Friedensverhandlungen in Doha (Qatar) einigen.

Nach Angaben der GfbV sind derzeit rund 2,7 Millionen Vertriebene aus Darfur in Flüchtlingslagern im Westen des Sudan untergekommen. Mehr als 300.000 sind darüber hinaus in das Nachbarland Tschad geflohen, um der Gewalt zu entrinnen. „In den Lagern ist Hoffnungslosigkeit weit verbreitet, weil die Menschen bislang keine Perspektive für eine friedliche Rückkehr in ihre zerstörten Dörfer und für einen Wiederaufbau ihrer Siedlungen sahen“, sagt Delius. „Das Schicksal dieser vertriebenen Zivilisten und nicht Fragen der Machtverteilung im zukünftigen Sudan muss bei den Friedensverhandlungen im Vordergrund stehen.“

Vor fast sieben Jahren, am 26. Februar 2003, ist zum ersten Mal ein großer Kampf in dem seit langem schwelenden Konflikt in Darfur ausgebrochen. Damals haben 300 Kämpfer von Widerstandsgruppen aus Darfur die Stadt Golu attackiert und sudanesische Soldaten getötet. Die sudanesische Regierung reagierte mit einer militärischen Niederschlagung der Revolte und begann daraufhin mit der systematischen Bewaffnung arabischer Gruppen, die schon seit den 80er-Jahren bestanden.

Diese Gruppen, die später als Janjaweed-Reitermilizen mit ihren brutalen Überfällen Gräueltaten unter der Zivilbevölkerung anrichteten, rekrutierten Banditen, ehemalige Soldaten und junge arbeitslose Männer aus kleineren arabischen Völkern. „Diese Janjaweed terrorisieren auch heute noch mit ihren Überfällen Vertriebene in den Flüchtlingslagern“, so Delius. Am 10. Februar seien zwei Flüchtlinge getötet und mindestens zehn weitere Menschen verletzt worden, als Janjaweed-Milizionäre über Camps in der Nähe der Stadt Kass in Süd-Darfur herfielen. Viele Hütten seien bei dem Überfall ausgeraubt und niedergebrannt worden.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Entwicklungspolitik Online“, epo.de

Schlagwörter: Sudan, Waffenstillstand, Dafur, Frieden, Doha, JEM, Justice and Equality Movement, Vertriebene, Flüchtlinge, Widerstandsgruppen, Reitermilizen