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Indien: Dramatischer Rückgang von Mädchen

 
Meldung vom 20.04.2010

Wird Jungen mehr Wert beigemessen als Mädchen? In der Vorstellung von Millionen Eltern auf der Welt ist das so. „Ein Mädchen aufziehen, heißt das Feld eines anderen bestellen“, heißt es in einem alten chinesischen Sprichwort, in Indien sagt man dazu „den Garten seines Nachbarn gießen“. Ein Sohn gewährleistet die Fortsetzung des Familiennamens, das Mädchen verlässt bei der Heirat das Haus.

Solche Einstellungen sind Jahrhunderte alt. Aber sie sind aktueller denn je und haben derzeit schreckliche Folgen. Sie werden „Missing Women“, fehlende Frauen, genannt – die etwa 100 Millionen Frauen, die einer neuen UN-Studie zufolge in Asien aufgrund der praktizierten Tötung weiblicher Säuglinge im Gleichgewicht der Geschlechter fehlen.

Der südindische Bundesstaat Tamil Nadu gehört zu den Regionen Indiens, die sich stark entwickeln. Früher galt er als Reiskammer, heute ist er industrialisiert und bietet ein Wirtschaftswachstum von bis zu 12 Prozent. Die Alphabetisierung ist auf 73 Prozent gestiegen. Und dennoch gibt es eine Schattenseite in diesem blühenden Bundesstaat.

Es kommen viele seltsame Fälle von Säuglingssterblichkeit vor: 54 Mädchen sterben auf 1.000 Lebendgeburten. Die anhaltende Benachteiligung von Mädchen soll hierfür der Grund sein. In einigen ländlichen Distrikten wie Salem werden laut lokaler Wohlfahrtsbehörde mehr als die Hälfte der neugeborenen Mädchen innerhalb von drei Tagen getötet. Dazu dient häufig der giftige Saft des Oleanders.

Um diesem fatalen Vorgang einen Riegel vorzuschieben, will die Regierung von Tamil Nadu in einem Fünfjahresplan die medizinische Versorgung von Müttern und Babys verbessern und endlich alle Schwangerschaften registrieren. Sie plant, für jedes neugeborene Mädchen ein Konto mit 15.000 bis 20.000 Rupien zur Verfügung zu stellen. Ein spezielles Community-Programm soll Frauen und Mädchen aufklären und in einfachen Berufen ausbilden.

In einem anderen Bundesstaat, in Kerala, gibt es kaum Säuglingstode. Bevölkerungsforscher machen dafür die hohe Alphabetisierungsrate von 90 Prozent allgemein und von 87 Prozent bei den Frauen dafür verantwortlich. Begünstigt wurde diese positive Entwicklung durch das dortige Schulwesen mit zahlreichen christlichen Missionsschulen, in denen auch Berufsbildungskurse für Mädchen angeboten werden. Zwischen 20 und 30 Prozent der Bevölkerung sind Christen. Für sie kommt eine Abtreibung aus ethischen Gründen nicht in Frage.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Die Last ein Mädchen zu sein




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Hamburger Abendblatt“, abendblatt.de

Schlagwörter: Indien, Abtreibung, Mädchen, Gender, Geschlechter, Geburten, Geburtenrate, Schwangerschaft, Alphabetisierung, Missionsschule, Babys, Mütter