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Schienen-Terror in Indien: 145 Opfer bei Zuganschlag

Meldung vom 31.05.2010

Ein verheerender Eisenbahnanschlag in Indien hat 145 Menschen das Leben gekostet. Der Tatort bietet ein Bild des Schreckens: Verkeilte Eisanbahnwaggons, Leichen, einzelne Körperteile, schockierte Passagiere. Zum wiederholten Mal haben maoistische Rebellen das indische Eisenbahnsystem angegriffen. Das indische Schienennetz zählt zu den größten der Welt. Es ist kaum zu überwachen – und der Terror auf den Gleisen kostet die Rebellen wenig Anstrengung.

In den Trümmern der zerstörten Eisenbahnwagen bemühen sich Rettungskräfte weiter, Menschen zu bergen. Mit Kränen wurden die ineinander verkeilten Waggons voneinander getrennt. In einen besonders stark zerstörten Wagen konnten die Bergungsmannschaften jedoch noch nicht eindringen. Dort geht man von weiteren Toten aus.

Der Schnellzug, der aus Kalkutta kam, war in der Nacht zum Freitag in der Nähe der Stadt Sardiha, die rund 150 Kilometer westlich von Kalkutta liegt, entgleist. Anschließend raste auf dem andern Gleis der Doppelspurstrecke ein Güterzug in die umgestürzten Wagen. Verantwortlich für den Anschlag zeigte sich eine örtliche Maoisten-Gruppe. Die Maoisten, die in den Tagen zuvor mit Anschlägen gedroht hatten, setzten sich nach eigener Aussage für die Rechte der armen Landbevölkerung und die Einführung eines kommunistischen Gesellschaftsmodells ein.

Passagiere berichten: Es gab einen „furchtbar lauten Knall“, dann wurden der gesamte Zug erschüttert, mehrere Waggons fielen um und schleiften mehrere Meter über den Boden. Gegenstände, Menschen und einzelne Körperteile flogen durch die Gegend. Insgesamt 13 der blauen Waggons mit den vergitterten, glaslosen Fenstern waren entgleist. Wenig später fuhr auch noch ein entgegenkommender Güterzug in die Waggons, in denen die Menschen um ihr Leben schrien.

Die Spurensuche stellte bald die Ursache des Unglücks fest: Offensichtlich hatten die Terroristen ein Stück Gleis entfernt. Zur Mittagszeit waren Rettungskräfte immer noch damit beschäftigt, Menschen aus den Trümmern zu befreien. Bewohner der umliegenden Dörfer eilten mit Sägen und Hämmern zur Hilfe. Aus den Zugfenstern streckten Menschen Arme und Beine heraus, Schreie ertönten, um auf sich aufmerksam zu machen. Mit fortschreitender Zeit kamen jedoch weniger Rufe. Dort, wo es den Helfern gelang, ein Loch in den Waggon zu schneiden, krochen Sanitäter hinein und leisteten erste Hilfe für Verletzte. Hubschrauber der indischen Luftwaffe flogen Verletzte in Krankenhäuser.

Das indische Schienennetz zählt mit knapp 70.000 Kilometern zu den größten der Welt und lässt sich aufgrund dieser Größe nur schwer kontrollieren. Die staatliche Eisenbahngesellschaft Indian Railways hat etwa 1,6 Millionen Angestellte. Die Eisenbahn stellt das wichtigste Verkehrsmittel Indiens dar. Täglich steigen rund 25 Millionen Menschen in den Zug. Weite Strecken führen durch teils einsame Landstriche, was die Gefahr von Attentaten vergrößert. Für die Sicherheit ist eine eigene Eisenbahnpolizei zuständig. Die Maoisten, vor allem in Ost- und Zentralindien aktiv, nutzen alle diese Schwachstellen, um mit Anschlägen Druck auf die Regierung auszuüben.

Premierminister Manmohan Singh bezeichnet die Gefahr durch die Maoisten als „größte Gefahr für die Sicherheit unseres Landes“ seit der Unabhängigkeit Indiens von der britischen Kolonialherrschaft im Jahr 1947. Die Maoisten könne man längst nicht mehr als eine regionale Herausforderung herabstufen, sondern sie seien in 20 von 28 Bundesstaaten Indiens aktiv. Sie gewinnen gerade in der Landbevölkerung zunehmend Anhänger. Bisher beläuft sich die Bewegung auf rund 20.000 Rebellen.

Indien sieht in den Maoisten auch ein Risiko für die boomende Wirtschaft. Der Terror, so die Sorge, könnte potentielle ausländische Investoren abschrecken. Offensichtlich ist die Regierung nicht in der Lage, das Problem in den Griff zu bekommen. „Ich weiß nicht, was das alles soll“, klagte Eisenbahnministerin Mamata Banerjee, vor dem Zugwrack in Westbengalen sitzend und den Tränen nahe. „Sie töten unschuldige Menschen. Was haben diese Leute mit der Sache der Maoisten zu tun?“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Spiegel Online“, spiegel.de

Schlagwörter: Indien, Zuganschlag, Terror, Maoisten, Eisenbahnnetz, Eisenbahnanschlag, Tote, Zug, Schienen, Schienennetz, Manmohan Singh, Kalkutta, Indian Railways, Rebellen