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Mexiko: Polizei arbeitet Hand in Hand mit Drogenkartellen

Meldung vom 29.07.2010

Die Drogenkartelle in Nordmexiko haben ihren Machtbereich auf alle gesellschaftlichen Bereiche ausgeweitet: sie haben Politik, Justiz und Medien infiltriert. Sogar die Polizei lässt Gefängnisinsassen frei, damit sie in der Nacht ihre Auftrags-Morde begehen können.

Die Festnahme der gesamten Führung eines Gefängnisses im mexikanischen Bundesstaat Durango erschütterte die mexikanische Gesellschaft. Denn die Direktion der Haftanstalt in Gómez Palacio gestattete, dass eine Verbrecherorganisation Häftlinge für ihre Zwecke einsetzte und zu nächtlichen Mordtaten losschickte. Diese Verbechen wurden mit Fahrzeugen und Waffen des Gefängnisses durchgeführt.

In mindestens drei Fällen überfielen die „Pistoleros“ seit April dieses Jahres Bars in der Stadt Torreon im Nachbarstaat Coahuila und schossen dort um sich. Dutzende Tote und Verletzte waren die Folge. Die Polizei verlor nach der Tat jede Spur von den Mördern. Das wundert nun niemanden mehr: Die Mörder tauchten in die Zellen ihres Gefängnisses in Gómez Palacio unter, das wenige Kilometer entfernt von Torreon liegt.

Weil die Gefängnisdirektion die Verbrecherorganisation deckte, wurde dieses kaltblütige Vorgehen möglich. „Die Anstalt wurde zur Basis der Rauschgift-Pistoleros“, kommentierten mexikanische Medien. Aber auch die lokale Polizei ist in derartige Verbrechen verwickelt.

In den Gefängnissen Mexikos hören die kriminellen Handlungen oft nicht auf. Viele Mitglieder der Drogenkartelle und anderer organisierter Banden organisieren ihre Aktivitäten von dort aus weiter. Sie geben Befehle zu Entführungen und Morden. Sie planen Erpressungen und koordinieren den Handel mit Waffen, Drogen und Menschen. Gefängnisleitung, örtliche Polizei und lokale Verwaltungen werden durch Bestechungsgelder gekauft oder durch Drohungen eingeschüchtert.

„In Torreon sind die lokalen Polizisten zur Pflanzstätte des Verbrechens geworden“, meldete die Zeitschrift Proceso, die ausführlich über den Drogenkrieg berichtete. „Die Patrouillen der Polizei werden gebraucht, um Terrain einzunehmen, kriminelle Aktionen zu decken und sich der Bundespolizei in den Weg zu stellen.“ Wenn sie für eine Operation gegen die Kartelle in der Region losgeschickt würden, kämen sie absichtlich zu spät zum Tatort, oder gar nicht, legte das Blatt dar.

Auch die Medien fallen zunehmend in die Hand der Kartelle. Vor allem lokale Medien geraten unter Druck. Der Polizeireporter einer nördlichen Stadt berichtete, er sei mit seinem Fotografen nachts zum Staatsanwalt gebeten worden. Sie seien aber nicht vom Staatsanwalt, sondern von „zwei Herren“ empfangen worden. Diese hätten ihnen unter anderem damit gedroht, sie wüssten, wann und wo ihre Kinder zur Schule gingen. Sie sollten besser jegliche Berichte über die Aktivitäten gewisser Mächtiger einstellen.

Viele Polizeireporter vermummen sich, wenn sie zu Tatorten gehen, um sich davor zu schützen, dass sie von Fotografen der Kartelle fotografiert und identifiziert werden können. Doch auch das hat oft keinen Zweck mehr: Die Redaktionen sind durchsetzt mit Leuten, die den Kartellen Bericht erstatten.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „n-tv“, n-tv.de

Schlagwörter: Mexiko, Polizei, Drogenkrieg, Drogenkartelle, Gefängnis, Haftanstalt, Morde, Korruption, Bestechung