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Afghanistan: Zehn Mitarbeiter einer Hilfsorganisation hingerichtet

 
Meldung vom 09.08.2010

Im Norden Afghanistans, in der Provinz Badachschan, wurden acht Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, darunter Ärzte und Dolmetscher, sowie zwei Begleiter erschossen aufgefunden. Die Leichen der Mordopfer befanden sich neben ihrem mit Kugeln durchsiebten Geländewagen.

Ein Mann namens Sayedullah entging dem Tötungskommando: Der Afghane sagte laut Polizeiangaben aus, es habe sich eine regelrechte Hinrichtung abgespielt. Das Ärzteteam und seine Begleiter seien am letzten Tag ihrer Reise von Bewaffneten von allen Seiten her angegriffen worden. „Die Angreifer, die alle lange Bärte hatten, durchsuchten die Ausländer erst“, gab Sayedullah in seinem Verhör an.

Dann hätten die Rebellen die Opfer in einer Reihe aufgestellt und erschossen. Der Afghane konnte dem Tod offenbar entrinnen, weil er Koranverse rezitierte, als er erschossen werden sollte. „Ich habe geschrieen und den heiligen Koran rezitiert und gesagt: Ich bin Muslim. Tötet mich nicht!“, berichtete der Überlebende angeblich der Polizei. Dadurch hätten ihn die Bewaffneten als gläubigen Muslim anerkannt. Er sei in der von den radikalislamischen Taliban dominierten Nachbarprovinz Nuristan auf freien Fuß gesetzt worden. Der Überlebende habe sich bis zu einer Polizeistation durchgeschlagen.

Die Mordopfer waren aktive Mitarbeiter der Hilfsorganisation International Assistance Mission (IAM). Sie waren im Noor-Augenkrankenhaus in Kabul angestellt. Laut Polizeiangaben schlugen das Ärzteteam und seine Begleiter nach ihrem Hilfseinsatz einige Tage in freier Natur ihr Zelt auf und übernachteten dort. Man habe ihnen davon abgeraten, da dies sehr riskant sei, erklärte Polizeichef Agha Nur Kentus. Aber „sie sagten, sie seien Ärzte und niemand werde ihnen Schaden zufügen.” Die Ausrüstung und das Geld des Teams waren gestohlen worden. Polizeichef Kentus hielt auch einen Raubüberfall für möglich.

Die radikalislamischen Taliban gaben zu, sie hätten die Erschießung der Ärzte angeordnet. Geheimdienstler machten aber darauf aufmerksam, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass die Rebellen solche Geschehen für sich beanspruchen, „um weitere Erfolge in der Öffentlichkeit zu präsentieren”. Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid behauptete in einer öffentlichen Bekanntmachung, die Rebellen hätten „neun christliche Missionare“ erschossen, die Bibeln in persischer Sprache mit sich geführt hätten.

Die Deutsche war Sprachwissenschaftlerin und betätigte sich bei dem Einsatz als Dolmetscherin. Neben der Deutschen seien eine Britin, sechs Amerikaner – darunter eine Frau – und zwei afghanische Dolmetscher ums Leben gekommen, sagte Dirk Frans, der Direktor der Hilfsorganisation International Assistance Mission.

„Diese Tragödie wirkt sich negativ auf unsere Fähigkeit aus, weiter dem afghanischen Volk zu dienen, wie wir es seit 1966 getan haben”, erklärte Frans. „Wir hoffen, dass wir unsere Arbeit nicht einstellen müssen, die jedes Jahr einer viertel Million Afghanen zugute kommt.”

Die Organisation, die ihren Hauptsitz in Kabul hat, unterhält nach eigenen Angaben Augenkliniken in der afghanischen Hauptstadt Kabul sowie in den Städten Herat, Masar-i-Scharif und Kandahar. Dirk Frans widersprach energisch den Vorwürfen der radikalislamischen Taliban, die getöteten Ärzte hätten versucht, zu missionieren. „IAM ist eine christliche Organisation”, betonte er gegenüber dem britischen Rundfunksender BBC. „Aber wir haben mit Sicherheit keine Bibeln verteilt, das ist einfach eine Lüge.”


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Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Bild“, bild.de

Schlagwörter: Afghanistan, Hinrichtung, Hilfsorganisation, NGO, Mitarbeiter, Ärzte, Dolmetscherin, Taliban, Erschießung, International Assistance Mission, Ärzteteam, Badachschan, Nuristan, Bibeln, Missionierung, Christliche Organisation, Augenklinik, Kabul