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Golf von Mexiko: Ölquelle endgültig mit Beton versiegelt

Meldung vom 21.09.2010

Der Ölkonzern BP hat die letzten Arbeiten zur endgültigen Versiegelung des Lecks der Erdölquelle im Golf von Mexiko erfolgreich durchgeführt. Die Erleichterung aller an dem Projekt beteiligten Arbeiter war groß. Dennoch ist es nur eine Frage der Zeit, dass die immer noch riesigen Öl-Vorräte, die unter dem Unglücksort verblieben sind, wieder angezapft werden.

Fünf Monate nach der Explosion der Deepwater Horizon, bei der elf Arbeiter der Bohrinsel ums Leben kamen, versiegte in vier Kilometer Tiefe und aller Stille BPs Ölquelle. Aus Rücksicht auf die Toten und die übrigen Opfer der größten Umweltkatastrophe in der amerikanischen Geschichte wurden die letzten Drucktests am Betonpfropfen ohne Feierlichkeiten und Medienrummel durchgeführt.

Nach Schätzungen flossen vom 20. April bis 15. Juli 660 bis 780 Tonnen Rohöl in den Golf von Mexiko. Die Folgen für empfindliche Marschen und die Strände vor allem von Louisiana und Mississippi, für notleidende Shrimp- und Austernfischer und Fremdenverkehr, können überhaupt nicht abgeschätzt werden. Die Schuldfrage ist nicht annähernd geklärt.

Mehr als 1,6 Milliarden Dollar Schadenersatz hat BP an die US-Regierung und private Betroffene ausgezahlt. Einen BP-Treuhandfonds in Höhe von 20 Milliarden Dollar versprach der britische Ölgigant US-Präsident Barack Obama schon vor etlichen Wochen.

Viele Ansichten über den derzeitigen Zustand des Golfs von Mexiko sind fraglich. Umstritten ist etwa eine Studie von Umweltwissenschaftlern, die im Auftrag der US-Regierung zu dem Resultat kam, 74 Prozent des ausgelaufenen Öls seien aufgesaugt und verbrannt worden, oder sie seien verdunstet und von Mikroben zerlegt und gefressen worden.

Meeresbiologen vermuten, eine mehrere Zentimeter dicke Ölschicht auf dem Meeresboden ausgemacht zu haben. Es sei naiv, anzunehmen, sagen sie, dass sich das Öl in Luft aufgelöst habe, nur weil man es nicht mehr auf der Meeresoberfläche oder an verseuchten Stränden bemerken könne.

Trotz der Wut der Betroffenen, ist die Leistung der BP zur Schließung der Quelle anzuerkennen. Es war den Arbeitern gelungen, mit einer der beiden Entlastungsbohrungen in die explodierte Quelle vorzudringen. Letzte Woche begann der Zement zu fließen, am späten Samstag konnten an dem abgehärteten Beton bereits Gewichts- und Drucktests durchgeführt werden. „Es ist ein bittersüßer Sieg, weil wir da draußen elf Mann verloren haben“, meinte der Offshore-Manager des Bohrschiffs, „für viele Leute ist dieses Gewässer da draußen ein Friedhof.“

Solches moralisches Feingefühl wird nicht verhindern, dass die gewaltigen Restvorkommen in der Gas- und Ölblase unter dem Golf eines Tages wieder angezapft werden. Nur fünf bis zehn Prozent des Bodenschatzes sind bisher hoch befördert worden, auf dreieinhalb Milliarden Dollar schätzen Experten den Wert. Zu viel, um in Vergessenheit zu geraten. Der Nutznießer wird wahrscheinlich nicht mehr BP heißen, der die Pacht der Förderrechte 2008 für 34 Millionen Dollar von der US-Regierung kaufte.

Es ist nur eine Frage des Preises und der Diskretion, wie schnell die Quelle wieder zu neuem Leben erwacht. Für die um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfenden Opfer der Umweltkatastrophe gibt es nichts Schlimmeres als das Vergessen: erst von BP, das sich langsam Schritt für Schritt mithilfe seiner Anwälte aus der Affäre ziehen wird, dann von den US-Medien und der Öffentlichkeit mit einem notorisch kurzen Gedächtnis. „BP tut alles, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen“, versichert BP auf seiner Webseite, „wir werden weiter die Umwelt säubern und Entschädigung für legitime Schadenansprüche bezahlen.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Welt Online“, welt.de

Schlagwörter: Mexiko, Ölquelle, Leck, Versiegelung, Beton, BP, Ölschicht, Meeresboden