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Nicaragua: Näherinnen kämpfen gegen Ausbeutung

Meldung vom 03.11.2010

Viele westliche Firmen lassen in Ländern herstellen, in denen Ausbeutung und Kinderarbeit an der Tagesordnung sind. Nicaragua gehört zu einem dieser Länder. In „Freihandelszonen“ darf man Arbeiter ausbeuten und muss keine Steuern zahlen. Doch nun haben Näherinnen in Nicaragua eine Alternative ins Leben gerufen. Derzeit werden Frauen in der Entwicklungshilfe besonders gefördert, da statistisch erwiesen ist, dass sie Kleinkredite am effektivsten nutzen, nachhaltige Erfolge erzielen und es ihnen schließlich gelingt, wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen.

„Sweatshops“ heißen sie meist, „Schwitzbuden“. Gemeint sind jene Produktionsbetriebe im Süden der Welt, in denen unmenschliche Arbeitsbedingungen legal sind: Hungerlöhne, ein fahrlässiger Umgang mit Schadstoffen, Kinderarbeit. Zusammengefasst alles, was die Herstellungskosten niedrig und die Profite hoch hält. Die Zustände an diesen Stätten verstoßen meist auch vor Ort gegen Gesetze.

Um Investoren den Standort dennoch attraktiv zu machen, wurde das Konstrukt der „Sonderwirtschaftszonen“ geschaffen – deregulierte Gebiete, in denen verschuldete Staaten viele ihrer Bestimmungen aufheben, damit dem Land wenigstens ein Paar Devisen zufließen. Den Preis dafür zahlen die Arbeiter.

Maria Elena Medina Vallejos und Sulema Mena Garay weigern sich, dieses System zu unterstützen. Die Näherinnen der nicaraguanischen Frauenkooperative „Nueva Vida“ riefen mit einer Anschubfinanzierung aus den USA 2001 die „Fair Trade Zone“ ins Leben. Gebäude und Maschinen gehören hier den Arbeiterinnen, die sich „owner-workers“ (Eigentümer-Arbeiter) bezeichnen und selbst über ihre Arbeitsbedingungen bestimmen. Es ist die erste „Freihandelszone“ der Welt, die den Arbeiterinnen gehört.

55 Familien bestreiten dort ihre Existenz durch die Produktion von Bio-T-Shirts. Ihr Mindestlohn beläuft sich auf 120 US-Dollar pro Monat. Das ist das Doppelte des Lohnes in einem nicaraguanischen „Sweatshop“. Dafür sind sie 40 Stunden pro Woche tätig, Überstunden werden doppelt vergütet und sie erhalten Sozialleistungen. All dies bildet eine große Ausnahme in Lateinamerika. Die Näherinnen Maria Elena Medina Vallejos und Sulema Mena Garay haben die Alternative Schritt für Schritt aufgebaut und reisen derzeit durch Deutschland, um über ihr Projekt zu berichten.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de

Schlagwörter: Nicaragua, Näherinnen, Ausbeutung, Kinderarbeit, Löhne, Kleinkredite, Mikrokredite, Sonderwirtschaftszonen, Bio-T-Shirts, Mindestlohn, Sozialleistungen, Freihandelszone, Frauenkooperative