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Kenia: Call-Center bringen Wirtschaft in Schwung

Meldung vom 05.01.2011

Kenia unternimmt große Anstrengungen, wirtschaftlich vorwärts zu kommen. So wurde vor fünf Jahren ein Wirtschaftsplan erstellt, der den Standort Kenia für internationale Investoren attraktiv machen soll. Doch der eigentliche Durchbruch ereignete sich bereits 2009, als drei Unterseekabel nach Kenia verlegt wurden und damit der Internetverkehr begünstigt wurde.

Als 2005 das erste Call-Center in Kenia gegründet wurde, musste der Unternehmer Nicholas Nesbitt viel Hohn und Spott ertragen. „Als ich erstmals Kenia ins Spiel brachte, lachten mir Leute direkt ins Gesicht“, erinnert sich Nesbitt, Gründer von KenCall. „Wenn Leute an Kenia dachten, dachten sie an Giraffen, Strände und Safari“, so Nesbitt. Ernsthafte Geschäfte mit Kenia konnte sich niemand vorstellen.

Mittlerweile ist jedem das Lachen vergangen. KenCall hat sich zu dem heute größten Dienstleistungsunternehmen Kenias hochgearbeitet, und Afrika hat beste Aussichten, sich ein großes Stück vom milliardenschweren Outsourcing-Kuchen zu sichern.

Zwei wichtige Schritte waren maßgeblich für den Erfolg: 2005 wurde der Wirtschaftsplan „Visionen 2030“ aufgestellt. Dabei wurde das Land in sechs Wirtschaftszonen eingeteilt und 20 vorrangige Projekte wurden festgelegt. Sie sollen das Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren um zehn Prozent jährlich steigern. Im Vordergrund stehen dabei die Informationstechnologie und Finanzdienstleistungen.

Bahnbrechend erwies sich 2009 ein weiteres Ereignis: Da wurde Kenia per Tiefseeglasfaserkabel ans Netz geschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt war es für das ostafrikanische Land unmöglich, gegen Billigkonkurrenten wie Indien und die Philippinen wettbewerbsfähig zu sein. KenCall zum Beispiel musste teure Programme zur Stimmübertragung einsetzen, da durch die Übertragung via Satellit ein störendes Echo entstand. Durch das Kabel hätten sich die Übertragungskosten um 90 Prozent vermindert und das Vertrauen der Kunden sei enorm gestiegen, ergänzte Nesbitt.

In unmittelbarer Nähe zu KenCall führte die Firma Ken-Tech einen Dienst zur Bilderkennung ein. Die Firma arbeitet u. a. für eine Smartphone-Applikation, bei der User mit ihrem Handy Bilder von Produkten machen, um den günstigsten Preis im Internet ausfindig zu machen. Die Fotos gelangen dann auf die Bildschirme der afrikanischen IT-Mitarbeiter, die die Bilder analysieren und mit Kennwörtern ausstatten, um die Suche im Internet zu ermöglichen. 30 Sekunden später erhält der Handybesitzer das Ergebnis auf sein Display gesendet.

Aber nicht nur durch die technischen Verbesserungen rückt Kenia im Dienstleistungssektor mittlerweile in die Nähe von Indien. „Weitere Vorteile sind die große Zahl gut ausgebildeter Menschen und der neutrale Akzent“, versichert Sanjay Sikka, der im vergangenen Jahr das Callcenter Horizon Contact ins Leben gerufen hat. So unternehme Indien große Anstrengungen, um den starken Akzent der Mitarbeiter zu beseitigen, weiß Sikka, der zuvor jahrelang in Indien Outsourcing-Firmen geführt hatte, aber nun nach Afrika übergewechselt ist.

Zudem lobt Sikka die kulturelle Ähnlichkeit, die zwischen Kenia und den Hauptauftragsländern USA und Großbritannien bestehe. Junge Kenianer seien über dieselben TV-Sendungen begeistert und hörten dieselbe Musik wie die Anrufer aus dem Westen, so Sikka. Sie würden sogar dieselben Sportteams anspornen. „Wenn du mit jemanden am Telefon sprichst, ist es das Wichtigste, dass du dich in ihn einfühlen kannst.“

Doch auch wenn die Betreiber von Dienstleistungsfirmen besonders die Qualität ihrer Mitarbeiter ins Blickfeld rücken, der Preis ist immer noch der entscheidende Faktor. Und Kenias Arbeiter bieten denselben Service wie ihre indischen Kollegen – nur preiswerter. Den Hauptaugenmerk auf den Preis zu richten, sei aber riskant, meinen Experten. „Wenn man einfach nur in Konkurrenz mit Indien geht, wird es schwierig. Vor allem weil sie deutlich mehr Erfahrung haben“, warnt Erik Hersman, Großunternehmer und lokale Größe auf dem IT-Markt. Statt den gleichen Service zu niedrigeren Preisen anzubieten, sollte Kenia kreativ sein und seine eigene Nische suchen, meint Hersman.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ORF“, orf.at

Schlagwörter: Kenia, Call-Center, Callcenter, Wirtschaft, Wirtschaftsplan, Visionen 2030, Wirtschaftswachstum, KenCall, Dienstleistung, Dienstleistungssektor, Internet, Tiefseekabel, Tiefseeglasfaserkabel, Indien, Wettbewerb, Outsourcing, IT-Markt