Unser Service für Sie


 [ » Newsletter ]

[ » zum Kontakt-Formular ]

[ » Material bestellen ]

[ » Geschenke bestellen ]



Videos aus unseren Projekten finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
[ » Gebende Hände – Youtube-Kanal ]


Wenn Sie Kunde von Amazon sind, können Sie Gebende Hände bei jedem Einkauf unterstützen – jedes Mal mit 0,5% des Kaufpreises. [ » Ja, das will ich.]


Haiti: Sexuelle Gewalt in den Zeltdörfern nimmt zu

Meldung vom 07.01.2011

Die sexuelle Gewalt gegen Frauen in Haiti nimmt drastisch zu. Frauen und Mädchen sind in den Zeltunterkünften Haitis, die nach der Naturkatastrophe im vergangen Jahr errichtet wurden, permanent sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Dies stellt der jüngste Bericht von Amnesty International fest. Allein für die ersten 150 Tage nach dem Beben vom 12. Januar 2010 seien in den Zeltstädten in der Hauptstadt Port-au-Prince und im Süden des Landes mehr als 250 Vergewaltigungen gemeldet worden, beanstandete die Organisation. Dies zeige, dass die sexuelle Gewalt seit dem Zusammenbruch der staatlichen Ordnung nach der Katastrophe ausufert.

Nahezu täglich kämen Frauen wegen sexueller Misshandlungen zu den Opferschutzstellen, meist nach nächtlichen Übergriffen bewaffneter Männer, berichtet die Organisation. „Frauen, die nach dem Erdbeben bereits mit dem Verlust ihrer Liebsten, ihres Zuhauses und ihrer Existenzgrundlage zurechtkommen müssen, fühlen sich nun zusätzlich von der Gefahr sexueller Übergriffe bedroht“, berichtete der bei Amnesty für Haiti zuständige Wissenschafter Gerardo Ducos, der die Untersuchung durchführte. Für die Studie interviewte Amnesty 50 Vergewaltigungsopfer.

Amnesty führte etwa den Fall eines 14-jährigen Mädchens an, das in einer Toilette vergewaltigt worden sei. „Ein Mann kam mir nach, öffnete die Tür, hielt mir den Mund zu und machte mit mir, was er wollte“, so die Aussage des Mädchens. Sie habe sich nicht an die Polizei gewandt, weil sie den Täter nicht gekannt und daher eine Anzeige für zwecklos gehalten habe.

Generell sei die Schuld für die Gefahr in den Zeltdörfern laut Amnesty bei den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen der Behörden zu suchen. In den provisorischen Unterkünften leben immer noch etwa eine Million Menschen. Das „ohnehin schwache Rechts- und Ordnungssystem“ sei nach dem Beben „vollständig“ zusammengebrochen, erklärte Ducos.

Dass in Haiti zukünftig ein neues staatliches System errichtet wird, dafür bestehen derzeit wenig Aussichten. Denn in dem Land sind zu allem Unglück auch noch politische Streitigkeiten ausgebrochen. So verzögert sich die für Januar geplante Stichwahl um das Präsidentenamt bis Mitte Februar. Das Endergebnis der Wahl vom 28. November liegt immer noch nicht vor. Die Wahl wurde wegen Betrug und der Einschüchterung von Wählern in Zweifel gezogen. Offiziellen Teil-Ergebnissen zufolge konnte die ehemalige First Lady von Haiti, Mirlande Manigat, die meisten Stimmen für sich gewinnen. Der Kandidat der Regierung, Jude Celestin, platzierte sich knapp vor dem Sänger Michel Martelly auf Platz zwei. Es bestehen aber begründete Zweifel an der Gültigkeit des Ergebnisses.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Wiener Zeitung“, wienerzeitung.at

Schlagwörter: Haiti, Sexuelle Gewalt, Frauen, Vergewaltigung, Opfer, Opferschutzstelle, Behörde, Zeltdörfer, Zeltunterkünfte, Erdbeben, Rechtssystem, Ordnungssystem, Amnesty International, Port-au-Prince, Menschenrecht, Menschenrechtsorganisation, Gender