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Verfehlte Agrarpolitik im Zuge der Globalisierung

Meldung vom 19.04.2008

Die momentan krisenhafte Ernährungslage in Entwicklungsländern zeigt, welch schwer wiegende Folgen die Globalisierung des Handels mit sich führt.

Der Weltagrarrat macht schon seit längerem darauf aufmerksam, dass Monokulturen die Fruchtbarkeit der Böden gefährden und Pestizide Flüsse, Meere und das Trinkwasser verschmutzen. Die Gentechnik birgt unerforschte Umwelt- und Gesundheitsrisiken. Liberalisierte Märkte tragen darüber hinaus zur Verarmung der Landbevölkerung bei. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, favorisiert der Weltagrarrat eine artenreiche, umweltschonende, eher kleinteilige Landwirtschaft.

Deutschland steht zwar nicht an erster Stelle, wenn es um die Verfehlungen der Agrarpolitiker, Konzerne und Großbauern dieser Erde geht, aber auch hierzulande trägt die Landwirtschaft zur Wasserverschmutzung bei, mag sich auch vieles zum Besseren gewendet haben. Zwar sinken in der EU die Exportsubventionen. Aber immer noch trägt auch Europa dazu bei, dass die Entwicklungsländer mit subventionierten Lebensmitteln überschwemmt werden. Dies ist das größte Hindernis zum Aufbau einer eigenen effizienten Landwirtschaft in diesen Ländern. 1,4 Milliarden Euro gehen jedes Jahr an Konzerne, die Rind- und Schweinefleisch, Eier, Wein oder Zucker global verhökern.

Ob Burkina Faso, Kenia, Ghana oder Mexiko – überall, wo die entwickelten Staaten ihre künstlich verbilligten Produkte anbieten, zerstören sie die lokalen Märkte. Zwei Beispiele:

1) Ein Liter Milch, in Burkina Faso zusammengerührt mit Milchpulver aus der EU, ist halb so teuer wie die dort produzierte Milch. Ein afrikanischer Bauer kann dieser europäischen Konkurrenz nicht lange widerstehen.

2) Mexiko stellte früher weltweit die Nummer eins im Maisanbau dar. Das Land wurde aber nach Öffnung der Zollschranken von subventioniertem Billigmais aus den USA überschwemmt. Die Kleinbauern mussten danach reihenweise ihre Betriebe aufgeben. Vielen Städtern mag das gleichgültig gewesen sein, Hauptsache Tortillas kommen auf den Tisch. Doch nun bleibt mit dem Biokraftstoff-Boom der Mais aus, weil er zum Autofahren verbrannt wird. In Folge dessen hungern viele, weil Mais zu teuer ist und im eigenen Land nicht mehr ausreichend angebaut wird.

Diese Beispiele zeigen, welch verheerende Folgen die Globalisierung des Handels anrichtet. Sie zeigen aber auch, dass Entwicklungsländer ihre Ernährungsbasis vernachlässigt haben. Viele von ihnen haben nicht in die heimische Agrarforschung investiert. Die ländliche Entwicklung und die regionalen Märkte wurden vernachlässigt. Stattdessen setze man auf industrielles Wachstum.

Der unselige Cocktail, der die Lebensmittelpreise explodieren lässt, besteht aus vielen Inhaltsstoffen: Fremdbestimmte Märkte, vernachlässigte Kleinbauern, die neue Konkurrenz Biosprit, das Bevölkerungswachstum, Wetterkapriolen und Klimawandel. Dazu kommt neuerdings ein dem westlichen Milieu angepasster, auf Fleisch basierender Ernährungsstil in Indien und China. Je mehr Fleisch gegessen wird, desto mehr Getreide wird benötigt, da das Rind für ein Kilo Steak acht Kilo Futter verschlingt. Ein Ende dieses Kreislaufes ist kaum absehbar.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Frankfurter Rundschau“, FR-online.de