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Südsudan: Neue Kämpfe im Erdölgebiet

 
Meldung vom 17.03.2011

In der erdölreichen Region Abyei ist es erneut zu Kämpfen gekommen. Dabei sind mehr als 62 Menschen getötet und 71 verwundet worden. Die Gefechte wurden ausgelöst, als gegnerische Milizen die strategisch wichtige Stadt Malakal angriffen. Kämpfer der Südsudanesischen Befreiungsarmee konnten sich gegen den Angriff aber zur Wehr setzen, wie die UN und die Behörden angaben. Dennoch haben die erneuten Kämpfe Zehntausende von Flüchtlingen zur Folge, wie Ärzte ohne Grenzen berichtet. Der Süden hat Gespräche mit dem Norden auf Eis gelegt.

Nun sind Verhandlungen über die weiteren Schritte zur Grenzbestimmung und die Klärung noch ungelöster Fragen zwischen Süd- und Nordsudan zum Stillstand gekommen. Der Südsudan beschuldigt die Regierung des nördlichen Landesteils, Milizen im Süden des Landes zu unterstützen, um den Süden vor der geplanten Unabhängigkeit zu schwächen. Daher hat der Südsudan angekündigt, er werde die diplomatischen Beziehungen zum Norden einfrieren. Gerade jetzt hätten die Verhandlungen über den Grenzverlauf stattfinden sollen.

Nun überhäufen internationale Aufforderungen Nordsudan und Südsudan, ihre am Wochenende abgebrochenen Gespräche dringend wieder aufzunehmen: Nur wenige Monate bleiben noch, um die praktischen Schritte der Trennung der beiden Landeshälften, die im Juli vonstatten gehen wird, umzusetzen. „Bedauern“ über den Abbruch und „Hoffnung“ auf Fortsetzung vermittelt der Präsident des sudanesischen Parlaments in Khartum, Ahmed Ibrahim El Tahir.

El Tahir unterstreicht „den guten Willen“ der Regierung in Khartum, das Resultat des Referendums anzunehmen, in dem sich die Südsudanesen mit großer Mehrheit für eine Abspaltung aussprachen. Tatsächlich drohen die Verhandlungen aber an der kleinen Region Abyei zu scheitern. Diese Region wird von beiden beansprucht.

Nun wirft der Süden – der die Gespräche deshalb abbrach – dem Norden vor, in Abyei und anderswo Milizen zu rüsten, die die südliche Bevölkerung und Armee angreifen würden. Parlamentspräsident El Tahir reagiert mit Gegenbeschuldigungen. Die dort herrschende Partei SPLM würde das behaupten, sagt er, weil sie in dieser Beziehung selbst nicht ohne Schuld seien: „Es ist dokumentiert, dass der Süden die Rebellen in Darfur unterstützt.“ Rebellenführer aus Darfur hätten im Südsudan Unterschlupf gefunden, trotz der Aufforderung der USA an den Süden, diese Manöver sein zu lassen. Im Süden herrschten die üblichen Stammesrivalitäten; ein Konzept für den neuen Staat habe die SPLM noch nicht ausarbeiten können.

Eine Lösung für Abyei liegt auch noch nicht auf der Hand. Laut El Tahir haben sich dort (mit der Ausnahme des Gebiets südlich von Bahr al-Arab) „seit Menschengedenken“ arabische Misseriya-Nomaden angesiedelt, die deshalb auch wahlberechtigt seien. Dem widerspricht der Süden und beschuldigt den Norden der demografischen Manipulation.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Wenn Leid zum Alltag wird (In Englisch)




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Der Standard“, derStandard.at

Schlagwörter: Sudan, Erdölgebiet, Abyei, Malakal, Flüchtlinge, Milizen, Karthum, Sudanesische Befreiungsarmee, Grenze, Grenzbestimmung, Grenzverlauf, demographische Manipulation, Misseriya-Nomaden