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Lateinamerika-Reise: Frau Merkel macht Station in Mexiko

Meldung vom 14.05.2008

Lateinamerika hat für die deutsche Politik immer nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Nur manchmal hängt ein Traum von Exotik über diesen Ländern. Das mag auch Angela Merkel motiviert haben. Dass diese Auslandsreise ihre bislang längste als Kanzlerin ist, sagt nichts über die Bedeutung des Halbkontinents aus.

Die Auslandsreise von Angela Merkel in ihrer Funktion als Bundeskanzlerin währt vom 13. bis 20. Mai. Die Reise führt sie durch Brasilien, Peru, Kolumbien, Mexiko. Ein Traum, wie sie selbst zugibt. Ein paar Tage vor Reisebeginn, bei einem Lateinamerika-Kongress der Konrad-Adenauer-Stiftung, geriet die Regierungschefin ins Schwärmen: „Jeder, der träumen kann und die Augen schließt, der hat so Vorstellungen, wo er in Lateinamerika gerne noch hin möchte.“

Solche Vorstellungen verbinden sich mit Rio de Janeiro zum Beispiel, der ersten Station der Kanzlerinnen-Reise. Der Zuckerhut, der Strand von Copacabana, dahinter, im Dunkel der Nacht hell angestrahlt, die über der Stadt thronende Christus-Statue mit den ausgebreiteten Armen. Lateinamerika, erklärte Merkel vor ihrem Abflug, sei „ein landschaftlich wunderbarer Kontinent“. Es hat fast den Anschein, die Kanzlerin nutze die Woche nach Pfingsten für ein paar Tage Urlaub.

Doch das ist keineswegs der Fall. Vier Länder in sechs Tagen, das bedeutet harte Arbeit. Denn Lateinamerika, bemerkt Merkel, „ist ein herausfordernder Kontinent, allein schon wegen der Entfernungen“. Die Hälfte ihrer Reise sitzt sie im Flugzeug, begleitet von einer kleinen Gruppe Parlamentarier und knapp zwei Dutzend Geschäftsleuten. Die andere Hälfte geht sie über rote Teppiche oder verbringt sie an Konferenztischen. Große Resultate werden dabei nicht erzielt. Das Energieabkommen, das in Brasilien unterzeichnet wurde, wäre auch ohne Frau Merkels Anwesenheit zustande gekommen.

Den Höhepunkt der Reise bildet das Gipfeltreffen zwischen Lateinamerika und der EU in Peru. Es ist schon das fünfte seiner Art und trotzdem stellt der Halbkontinent für Deutschland keine Priorität dar. Die Zahlen machen das deutlich: Ganz Lateinamerika bezieht nur 1,5 Prozent der deutschen Exporte. Nur 2,2 Prozent von allem, was Deutschland importiert, kommt aus Lateinamerika. Dieser Import besteht hauptsächlich aus Kaffee und Bananen. Das wird sich auch nach dem Gipfel nicht ändern.

Die folgenden Stippvisiten in Kolumbien und Mexiko kann man eher Höflichkeitsbesuche nennen. Frau Merkel wird von Mexiko-Stadt zurück nach Berlin fliegen. Acht Stunden Zeitverschiebung liegen dazwischen. Zurück in der Heimat wird in den ersten Tagen möglicherweise immer wieder Müdigkeit über die Kanzlerin kommen. Vielleicht schließt sie dann ganz kurz die Augen und träumt davon, welche Stätten sie noch gerne in Lateinamerika besucht hätte.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Stern“, stern.de