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Südsudan: Stadt Abyei steht in Flammen – Tausende auf der Flucht

Meldung vom 24.05.2011

Die nordsudanesischen Truppen marschieren in die Grenzregion Abyei ein und plündern, brandschatzen und zerstören. Die Stadt Abyei steht in Flammen. Häuser und Geschäfte werden geplündert. Im ölreichen Gebiet an der Grenze zwischen Nord- und Südsudan marschieren Truppen aus dem Norden Sudans immer weiter vor. Tausende Menschen im Süden haben die Flucht vor den Bewaffneten ergriffen.

Die UN-Truppen im Sudan (Unmis) konnten nur noch einen hilflosen Appell aussenden. Doch ob sich die Soldaten aus dem Norden des Landes davon beeindrucken lassen, ist unwahrscheinlich. Nach der Einnahme der Stadt Abyei im ölreichen Grenzgebiet haben nach Angaben der UN tausende Einwohner die Flucht in den Süden ergriffen.

In der ganzen Stadt Abyei
ist nach Angaben der UN und von Augenzeugen ein Feuer ausgebrochen, während bewaffnete Männer Häuser und Geschäfte plünderten. „Unmis ruft die sudanesische Regierung auf, umgehend sicherzustellen, dass die sudanesischen Streitkräfte ihrer Verantwortung nachkommen und diese kriminellen Taten stoppen“, forderte die UN in der Erklärung.

Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte seine Besorgnis über die Lage in Abyei. Die Besetzung der Stadt durch die nordsudanesische Armee drohe, „den gesamten Friedensprozess um die Unabhängigkeit des Südsudan zu gefährden“. Er verlangte den sofortigen Rückzug der Armee aus der Region um Abyei.

Panzer des Nordsudans waren am Samstag in die Stadt Abyei eingerollt. Zuvor hatten Truppen des Südsudans einen Konvoi der Streitkräfte des Nordens attackiert. Der Norden flog seit letzter Woche auch Luftangriffe gegen Ziele im Süden und Westen. Zudem fielen Mörsergranaten auch auf das Gelände der UN.

Nach Angaben eines Sprechers der Organisation Ärzte ohne Grenzen sind unter den Flüchtlingen auch viele Kinder, die nun weite Strecken zu Fuß laufen müssen. Teilweise haben sie ihre Eltern in dem Tumult verloren und sind ganz auf sich allein gestellt. Die Kinder sind von Dehydration bedroht, erklärte der Sprecher Gustavo Fernandez. Die Hilfsorganisation habe Wasserstationen für die Flüchtlinge aufgestellt. Die meisten Menschen fliehen nun von der Stadt Agok weiter in die Stadt Turalei, teilte Fernandez mit.

Die zwischen Nord- und Südsudan gelegene Region von Abyei unterliegt derzeit einem Sonderstatus. Der Friedensvertrag der Regierung in Khartum mit den Rebellen der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) von 2005 hatte zuvor festgelegt, dass beide Seiten in Abyei auf eine gewaltsame Einnahme verzichten und eine Abstimmung über die Zugehörigkeit der Region abwarten.

In Abyei musste ein ebenfalls im Januar geplantes Referendum jedoch vertagt werden, weil sich der Norden und der Süden nicht darüber einigen konnten, wer wahlberechtigt ist. Beide Landesteile nehmen Abyei für sich in Anspruch, vor allem die Aufteilung der Erdöleinnahmen ist höchst konfliktträchtig.

Die Menschen im Süden sind zumeist Animisten oder Christen, sie sind ethnisch und sprachlich mit der Bevölkerung von Afrika südlich der Sahara verwandt. Der Nordteil des Landes wird vorwiegend von Muslimen bewohnt. Erst 2005 endete ein mehr als zwei Jahrzehnte andauernder Bürgerkrieg zwischen Norden und Süden. Das damals abgeschlossene Friedensabkommen wurde mühsam errungen. Durch die jetzige militärische Intervention des Nordsudan droht die Situation wieder zu kippen und die Errungenschaften vieler Jahre könnten zunichte gemacht werden.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Spiegel Online“, spiegel.de

Schlagwörter: Sudan, Abyei, Nordsudan, Armee, Einigung, Krieg, Unabhängigkeit, Regime, Omar al Baschir, Referendum, Khartum, Öl, Flammen, Feuer, Plünderung, Flucht, Flüchtlinge, Gudio Westerwelle, Agok, Turalei, Friedensabkommen