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Afghanistan: Gefährliche Partnerschaft

 
Meldung vom 03.06.2011

Seit dem Anschlag auf den Gouverneurssitz in Talokan, bei dem zwei Bundeswehrsoldaten ums Leben kamen und mehrere hochrangige ISAF Kommandeure verletzt wurden, breitet sich Misstrauen unter den Soldaten der internationalen Schutztruppe aus. Fest steht inzwischen, dass nur mit der Mithilfe von internen Sicherheitsbeamten ein solcher Anschlag verübt werden konnte. Nun fürchten die Soldaten vermehrt den getarnten Feind in den eigenen Reihen.

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus, ist ebenso beunruhigt über eine mögliche Unterwanderung der afghanischen Sicherheitskräfte durch Aufständische. „Ich kann an den Fakten nicht vorbei. Wir können einem Soldaten, der einen Angriff auf seine Kameraden erlebt hat, nicht erklären, vergiss, was du gesehen hast“, erklärte Königshaus.

Zugleich unterstrich er jedoch, dass die Bundeswehr das sogenannte „Partnering“ beibehalten müsse. „Partnering“ bedeutet, dass deutsche und afghanische Soldaten Seite an Seite in Einsätze gehen. So sollen die Afghanen darin trainiert werden, im Verbund, aber zunehmend auch selbständig zu arbeiten. Das Konzept ist wieder zum Gesprächsthema geworden, seit berichtet worden war, der Anschlag auf den Gouverneurssitz in Talokan vom vergangenen Samstag sei von einem Selbstmordattentäter in afghanischer Uniform verübt worden.

Inzwischen haben die Sicherheitsdienste ermittelt, dass die Taliban mit großer Wahrscheinlichkeit eher eine versteckte Bombe gezündet haben. Erst vor wenigen Tagen wurde allerdings ein australischer Soldat von einem Angreifer in afghanischer Armeeuniform erschossen.

Königshaus gab zu, dass die deutschen Soldaten angesichts der wachsenden Zahl solcher Vorfälle sehr verunsichert seien. Er habe Verständnis für das wachsende Misstrauen, auch wenn er hinzufügen müsse, dass es dabei immer noch um Einzelfälle gehe.

Dennoch mahnte auch er zu größter Vorsicht für die Soldaten. „Den Respekt vor der scharfen Waffe darf man nicht verlieren – egal, wer sie trägt“, warnte Königshaus. Das „Partnering“ dürfe man aber nicht unterlassen: „Wem sollen wir denn die Sicherheitsverantwortung übertragen, wenn niemand dafür ausgebildet ist?“

Gleichwohl müssten die afghanischen Behörden aktiver werden, um die Verlässlichkeit ihrer Sicherheitskräfte zu gewährleisten. So wäre es ratsam, dass Referenzpersonen wie örtliche Würdenträger oder Geistliche für Rekruten bürgen müssten. Außerdem befürwortet Königshaus den Einsatz biometrischer Daten bei Zugangskontrollen zu Stützpunkten der Bundeswehr in Afghanistan.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Königshaus: Bundeswehr fehlt Material




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Süddeutsche Zeitung“, sueddeutsche.de

Schlagwörter: Afghanistan, Sprengstoff, Attentat, Sprengstoffangriff, Bombe, Sprengfalle, Bundeswehr, Soldat, ISAF, Taliban, Talokan, Partnering, Feind, Misstrauen, Bürgschaft, Rekruten