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Philippinen: Inselstaat mit großem Potenzial

Meldung vom 07.06.2011

Noch beobachten viele ausländische Investoren die Philippinen mit Vorsicht. Doch die neue Regierung stellt Stabilität und bessere Bedingungen für Unternehmen in Aussicht. Das schafft Anreize für die Wirtschaft. Vor allem der Binnenmarkt zieht Investoren an. Die Filipinos sind begeisterte „Shopper“. Die Wirtschaft weist ein starkes Wachstum auf.

Korruption und die schlechte Arbeitsmoral der Filipinos sind bisher noch die Haupthinderungsgründe für ausländische Investoren. Skepsis ist auch noch auf anderen Gebieten vorhanden. In vielen Bereichen hinkt das Land anderen südostasiatischer Staaten hinterher: „Die Energiekosten sind hoch, die Infrastruktur mangelhaft und Arbeitslosigkeit und Armut sind noch weit verbreitet“, gibt Henry Schumacher zu. Er ist Geschäftsführer der Deutsch-Philippinischen Außenhandelskammer in Makati, einem Finanzdistrikt im Großraum der Hauptstadt Manila.

Ausländischen Investoren wurde das Geschäft in dem Inselstaat in der Vergangenheit oft nicht übermäßig leicht gemacht, was in erster Linie an weitreichenden wirtschaftlichen Einschränkungen lag. Ausländer dürfen kein Grundeigentum kaufen. Hinzu kommt, dass in vielen Sektoren nur Minderheitsbeteiligungen toleriert werden.

Dennoch strecken zahlreiche Unternehmen zaghaft die Fühler aus. „Die Region Südostasien ist ein riesiger Wirtschaftsraum mit hohen Wachstumsraten“, meint Martin Wittig, Chef der Strategieberatung Roland Berger. Doch er rät Unternehmen, genaue Erkundigungen über den Markt anzustellen: „Man muss dabei jedes Land für sich betrachten, denn es herrschen große Unterschiede, etwa in puncto unternehmerische Freiheit, Markterschließung und Rechtssicherheit.“

Und da können die Philippinen mit ihren Nachbarn aus der Region in vielen Punkten noch nicht mithalten. Unter den Ländern, die sich zum Verband südostasiatischer Staaten ASEAN zusammengeschlossen haben, seien die Philippinen für Beratungsgesellschaften noch am wenigsten attraktiv, erklärt Wittig.

Das Land gilt als politisch instabil und ist wegen seiner Inselstruktur stark zergliedert – und damit als Absatzmarkt für Unternehmen schwierig“, ergänzt Wittig. Über 7.000 Inseln umfasst die Präsidialrepublik. Davon sind zwar nicht einmal 900 besiedelt, die Organisation eines Vertriebs ähnelt aber auch einem „Insel-Hopping“. Das klingt nach traumhaften Bedingungen für den Tourismus, tatsächlich haben die Philippinen diese Möglichkeiten bisher kaum erschlossen: Strände gibt es im Überfluss, doch eine funktionierende touristische Infrastruktur wie etwa in Thailand ist noch nicht vorhanden. Strategen wie die von Roland Berger sind dennoch zuversichtlich für die Zukunft des Landes.

Eugen von Keller, ehemals Präsident der Region Asien bei Roland Berger und heute Chef der Private-Equity-Investmentgesellschaft Xanadu, spricht sich für die Philippinen aus: „Ich halte die Philippinen für unterschätzt. In dem Land steckt noch viel Potenzial.“ Die Wirtschaft legte in den vergangenen Jahren im Schnitt um sechs Prozent zu, im vergangenen Jahr waren es sogar sieben. „Das kann hoffentlich beibehalten werden“, hofft AHK-Experte Schumacher. „Mit der neuen Regierung, die Mitte 2010 das Ruder übernommen hat, bestehen berechtigte Hoffnungen, dass sich die Dinge positiv entwickeln werden.“ Die Regierung unter Präsident Benigno Aquino III. nehme die Probleme zielstrebig in die Hand. Unter den vorangegangenen Regierungen gerieten die Philippinen oft wegen massiver Wahlfälschungen und politischer Unruhen in Verruf.

Ausländische Unternehmen sind vor allem von dem boomenden Binnenmarkt fasziniert. Die Filipinos hat man als begeisterte Einkäufer erlebt. „Die Shopping Malls gehören zu den gigantischsten in der Welt. Es ist ein sehr konsumfreudiges Land“, meint auch Asienkenner von Keller. Zwar fallen die Löhne sehr gering aus und die neue Mittelschicht ist noch nicht so stark entwickelt wie in anderen südostasiatischen Ländern. Aber auf anderen Wegen fließt Geld ins Land – wenn auch nicht in Form von ausländische Direktinvestitionen. „Was dem Land hilft, sind die Auslandsfilipinos“, analysiert Schumacher. „Zehn Prozent der Bevölkerung arbeitet im Ausland und schickt pro Jahr im Schnitt 18 Milliarden Dollar nach Hause.“

Die wenigen qualifizierten Fachkräfte, die im Land bleiben, sind gefragt – ein dauernder Stressfaktor für Unternehmen. „Wenn man in einen Mitarbeiter investiert, muss man darauf achten, dass er sich vertraglich für einen gewissen Zeitraum bindet“, sagt Lufthansa-Technik-Manager Krüger-Sprengel.

Die Philippinen können die Nachteile für europäische Investoren gegenüber anderen Staaten der Region mit ihrer Sprache wettmachen: In der Geschäftswelt ist Englisch Alltagssprache. Angenehm erscheint vielen Investoren auch die kulturelle Nähe der Philippinen zum Westen. Weil vor den Amerikanern die Spanier länger als 300 Jahre auf der Inselgruppe ehrgeizig Mission betrieben, sind 90 Prozent der Einwohner Christen, mehrheitlich Katholiken. Anders als viele ihrer Nachbarländer haben die Filipinos deshalb kein Nachwuchsproblem. „Wegen des starken Einflusses der katholischen Kirche ist die Geburtenrate nach wie vor hoch, anders als in Vietnam oder Thailand“, weiß von Keller.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Welt Online“, welt.de

Schlagwörter: Philippinen, Wirtschaft, Wachstum, Korruption, Arbeitsmoral, Shopping Malls, Energiekosten, Investoren, Unternehmen, Manila, Benigno Aquino, Markt, Absatzmarkt, Konsum, Handel, Demographie, Geburtenrate, Auslandfilipinos, Asien, Katholische Kirche, Investitionen