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Haiti: Präsident mit Steinen beworfen

Meldung vom 28.07.2011

Die Bildung einer neuen Regierung, der Aufbau des in Trümmern liegenden Landes – nichts scheint sich derzeit in Haiti vom Fleck zu bewegen. Der Stillstand im Land bewirkt ersten Widerstand gegen den neuen Präsidenten Michel Martelly, der bislang große Popularität bei den Haitianern genoss. Bei Demonstrationen wurde der Präsident zum ersten Mal mit Steinen beworfen.

Die Bevölkerung verliert die Geduld, hatte sich mehr von ihrem neu gewählten Staatsoberhaupt erhofft. Während Martelly selbst fast der Geduldsfaden reißt und er auf die Genehmigung des Unterhauses wartet, dass der neue Kandidat Gousse den Posten als Ministerpräsident einnehmen kann, möchte die Bevölkerung sichtbare Fortschritte im Wiederaufbau des Landes Haiti erleben.

Am Sonntag entstand ein unerwarteter Tumult um den Präsident Martelly, der dabei nur knapp einer Verletzung entging. Die Demonstranten warfen mit Flaschen und Steinen auf den Präsidenten und sein Gefolge. Mittlerweile wurden die Sicherheitsmaßnahmen für Haitis Präsidenten verschärft. Drei Monate nach der Wahl hat sich aus Sicht der Bevölkerung zu wenig bewegt. Weder beim Wiederaufbau nach der Erdbebenkatastrophe vom 12. Januar 2010 noch im Kampf gegen die Choleraepidemie gibt es Etappensiege.

Martelly hatte mit Leichtigkeit die Herzen der Bevölkerung erobert. Umso überraschender war die heftige Reaktion der Demonstranten. Andererseits ist bekannt, dass die Bevölkerung kein Aushaltevermögen mehr hat, wenn es um nicht eingehaltene Versprechungen von Politikern geht. Bei all den widrigen Umständen wie Armut, Naturkatastrophe und Epidemie liegen die Nerven blank und man will Handlungen sehen.

Frantz Nelson (34), ein Wähler von Martelly, beschreibt die Situation so: „Martelly hat viel versprochen, doch er hat bisher nichts gemacht.“ Allzu gerne schaut man man wohl auch über die schwerwiegenden Probleme des Landes hinweg, die sicher nicht von heute auf morgen zu lösen sind. Nelson hatte Martellys Versprechen auch Glauben geschenkt und darauf gehofft, dass er und seine Familie endlich die Zeltlager verlassen können. Doch noch ist das lange nicht der Fall.

Martellys Erfolg lag auch gerade daran, dass er vorher nicht Politiker war. Mit ihm wurde das Image eines unverdorbenen Mannes mit frischer Kraft und starkem Willen verbunden. Doch nun erinnert man ihn nicht nur an die Not in den Zeltlagern und das Chaos der Cholera, auch die unverändert katastrophale Bildungssituation für die ärmsten Kinder lastet man ihm an.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: hispaniola.eu

Schlagwörter: Haiti, Michel Martelly, Regierung, Parlament, Kabinett, Demonstration, Unruhe, Tumult, Aggression, Unmut, Bevölkerung, Zeltlager, Stillstand, Widerstand