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Nicaragua: Heftiger Streit zwischen Präsident Ortega und Kirche

Meldung vom 02.08.2011

In Nicaragua gerät ein Streit zwischen den katholischen Bischöfen des Landes und Staatspräsident Daniel Ortega wegen der im November anstehenden Präsidentschaftswahl immer mehr aus der Kontrolle. „Gott wird uns befreien“, behauptete Ortega in der Vorwoche lautstark bei einer Wahlkampfveranstaltung mit seinen Anhängern und hatte damit die „Befreiung“ des Landes von der katholischen Bischofskonferenz im Sinn.

Die Bischöfe hatten zuvor die erneute Kandidatur Ortegas zur Präsidentschaftswahl kritisiert, die ihrer Ansicht nach illegal ist. Laut Verfassung dürfte der seit 2007 amtierende Präsident und Sandinist sich eigentlich nicht mehr zur Wahl stellen, doch mit Hilfe der Gerichte setzte er im Frühjahr seine Kandidatur für eine Wiederwahl durch und hebelte dabei das Parlament aus.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Nicaragua, Erzbischof Leopoldo Brenes, verschärfte zuletzt seine Kritik an der Wahlkommission und dem Obersten Gericht. Diese hätten als Kontrollinstanz versagt, kritisierte der Erzbischof: „Wenn die Institutionen sich an die Richtlinien der Verfassung hielten, würden sie diese illegale Kandidatur nicht decken.“

Seitdem ist ein heftiger Schlagabtausch entbrannt. Als am 19. Juli die regierende linksgerichtete Sandinistische Befreiungsfront den 32. Jahrestag der sandinistischen Revolution feierte, ließen sich auch einige katholische Geistliche von der Revolutions-Stimmung einnehmen. Sie veranstalteten „Gottesdienste der Revolution“. Die Bischofskonferenz in Managua bemängelte diese allzu deutliche Politisierung in ihren eigenen Reihen und kündigte Untersuchungen an.

Die Bischöfe stoßen sich vor allem an der propagandistischen Wortwahl Ortegas im Wahlkampf. Er betitelt die Revolution mittlerweile als „Gottes Werk“. Die Sandinistische Befreiungsfront wandelt für ihn „im Auftrag des Herrn“. „Religiöse Elemente dürfen nicht für Propagandazwecke missbraucht werden“, empört sich Managuas Weihbischof Silvio Baez, der zu den schärfsten Kritikern Ortegas zählt.

Allerdings ist die katholische Kirche in dem mittelamerikanischen Land uneins: Wichtigster Fürsprecher des Präsidenten ist Kardinal Miguel Obando Bravo. Der 85-jährige emeritierte Erzbischof der Hauptstadt Managua hob demonstrativ die Erfolge der Regierung im sozialen Bereich hervor. Die Tageszeitung La Prensa geht von einer gezielten Taktik hinter dem Streit aus. „Ortega will seine eigene Bischofskonferenz und seine eigene Religion“, vermutet der Journalist Mauricio Diaz. Er glaubt, dass es Ortega auf die Spaltung abgesehen hat.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Katholischer Nachrichtendienst“, kath.net

Schlagwörter: Nicaragua, Daniel Ortega, Katholische Kirche, Bischöfe, Bischofskonferenz, Propaganda, Wahl, Wiederwahl, Kandidatur, Spaltung, Verfassung, Sandinistische Befreiungsfront, Revolution, Gottesdienste der Revolution, Managua, Streit