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Mexiko: Wo selbst „Gezwitscher“ tödlich enden kann

Meldung vom 24.10.2011

Die Medien im Mexiko trauen sich nicht mehr, vom Drogenkrieg zu berichten. Viele Journalisten, die sich kritisch über die Drogenkriminalität äußerten, wurden von den Kartellen umgebracht. Die meisten Zeitungen wurden so zum Schweigen gebracht. Der Staat scheint machtlos gegen die Gewalt. Doch seit Kurzem haben die privaten Internetnutzer die schnelle und riskante Nachrichtenverbreitung über Morde und Delikte der Drogenclans übernommen. Häufig sind es nun die Blogger, die die Bürger informieren – und, wenn sie aufgedeckt werden, damit ihr Leben aufs Spiel setzen.

Nuevo Laredo befindet sich im Norden Mexikos direkt an der Grenze zu Texas. Die Stadt wird gefürchtet als Hochburg des Drogenverbrechens. Wer die Seite „Nuevo Laredo en vivo“ – zu deutsch „Nuevo Laredo live“, öffnet, der kann sich ein Bild davon machen, was los ist. Blogger schreiben beinah im Minutentakt, was sie an bedrohlichen Aktivitäten in der Stadt beobachten: „Bewaffnete Leute treiben sich zwischen der 14. und 24. Straße rum“ oder „Detonationen in der Nähe vom Walmart. Vorsicht in der Gegend“ oder auch „Am Eingang zu San Miguel halten sich Personen versteckt. Die beobachten offenbar jede Bewegung des Militärs.“

So lauten die ständigen Krisenmeldungen aus einem Kriegsgebiet. Die Blogger aber setzen sich großer Gefahr aus. Vor einem Monat wurde die Journalistin Maria Elisabeth Macias exekutiert. Sie veröffentlichte Nachrichten unter dem Namen „Das Mädchen aus Laredo“. Regelmäßig hatte sie auf der Webseite Berichte eingestellt.

Neben ihrer verstümmelten und enthaupteten Leiche entdeckte die Polizei eine Tastatur und eine Nachricht der mutmaßlichen Mörder, die später im Fernsehen verlesen wurde: „Ich bin das Mädchen aus Laredo. Ich bin hier wegen meiner und Eurer Berichte. Was mir passiert ist, habe ich meinen Aktionen zu verdanken.“ Die Nachricht soll von den Zetas stammen, einem Drogenkartell, das für seine besonders brutalen Morde berüchtigt ist.

Die Blogger sind seit Neustem im Visier der Drogenbanden. Die Zeitungen in den Drogenkriegsgebieten sind bereits eingeschüchtert und berichten nicht mehr, was täglich in ihren Städten passiert. In Mexiko wurden in den letzten zehn Jahren mehr als 80 Journalisten mit spektakulären Maßnahmen hingerichtet.

Twitter (Internetportal für private Nutzer mit dem Namen „Zwitschern“) und spezielle Blogs sind da eine Informationsnische, sagt Perla Gomez von der Universität UAM in Mexiko-Stadt: „Zum Glück gibt es diese Alternative. Sie erlaubt, anonym zu bleiben und trotzdem zu informieren – sei es mit Texten, Audios oder Videos. Jeder hat so Zugang zu diesen Informationen und kann sie weitergeben.“

Vier Millionen Mexikaner kommunizieren und beziehen Informationen über Twitter, jeder dritte verfügt über einen Zugang zum Internet. Das macht das Netz für die Kartelle unkontrollierbar. Aber auch staatliche Stellen sind nicht immer angetan von den Bewegungen im Internet. Der mexikanische Bundesstaat Veracruz an der Golfküste ahndet seit Kurzem Falschmeldungen mit bis zu vier Jahren Gefängnis, wenn sie die öffentliche Ordnung untergraben. Anlass waren Bloggereinträge, die fälschlicherweise über eine Schießerei in der Nähe einer Schule informierten.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Mexiko, Twitter, Blogs, Blogger, Internet, Drogenkrieg, Drogenclans, Hinrichtung, Online, Nachrichten, News, Drogenkriminalität, Medien, Nuevo Laredo