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Somalia: Kindersoldaten mit Handys gekauft

Meldung vom 28.10.2011

Für ihre brutale Rebellenarmee rekrutieren die somalischen Al-Shabaab-Milizen schon neunjährige Kinder. Oft reicht ein in Aussicht gestelltes Handy und die Kinder lassen sich auf die Rebellen ein. Auch wenn offizielle Zahlen nicht erhoben werden können, ist es nach Ansicht von Beobachtern der Zivilgesellschaft offensichtlich, dass die islamistischen Al-Shabab-Milizen in der Umgebung der somalischen Hauptstadt Mogadischu seit dem Sommer tausende Minderjährige als „Gotteskrieger“ einberufen haben. Vor allem Kinder in den Flüchtlingslagern fallen den Anwerbern leicht in die Hände.

Angehörige und Kinderrechtsaktivisten schilderten der UN-Presseagentur IRIN die dabei angewandten Methoden. „Sie schicken Jugendliche in die Camps, deren Imponiergehabe die armen Jungen beeindruckt, zumal sie ihnen neue Handys und ein bisschen Geld versprechen“, bezeugte Halimo Hassan. Sie ist mit Mutter und Geschwistern in einem Flüchtlingslager in Mogadischu untergekommen und sucht seit drei Monaten vergeblich nach ihrem 14-jährigen Bruder. „Wir konnten ihn nicht zur Schule schicken, und eines Tages war er verschwunden“, klagte sie.

Ein Aktivist, der anonym bleiben wollte, fügte hinzu: „Die Al-Schabab-Milizen rekrutieren neue Kämpfer nicht nur mit Gewalt. In den Lagern locken sie Jungen, die nicht zur Schule gehen und nichts zu tun haben, mit Geld und Mobiltelefonen.“ Sie versprechen den Heranwachsenden aber auch einen Halt. Indem sie ihnen das Gefühl geben, zu einer großen Gruppe zu gehören, wenn sie sich ihnen anschließen, können sie viele orientierungslose Kinder für sich gewinnen. „Wer diesem Treiben ein Ende setzen will, muss diesen Sumpf trocken legen und in die Kinder investieren“, gibt der Aktivist zu bedenken.

Gedow Ali, der ebenfalls in einem Flüchtlingscamp Schutz gesucht hat, hat zwei Söhne an die Al-Schabaab verloren. „Wir konnten es uns nicht leisten, die Jungen zur Schule zu schicken“, erklärte er. Der 16-Jährige ließ sich vor einem Jahr mit der Aussicht auf Geld, ein Handy und eine Waffe umgarnen, den Elfjährigen bedrängte ein Koranlehrer vor drei Monaten Mudjahedin (Gotteskrieger) zu werden. Der Vater wagte sich sogar in die Al-Schabaab-Ausbildungslager, um seine Söhne zurückzuholen – ohne Erfolg. Wie ein in Mogadischu arbeitender Journalist gegenüber IRIN bestätigte, lassen sich in den vielen Flüchtlingslagern rund um die somalische Hauptstadt viele Jugendliche bereitwillig von der Al-Schabaab berufen in dem Irrglauben, für ihr Land und ihre Religion zu kämpfen.

Laut der UN, die seit 2005 in Somalia die Anwerbung von Kindersoldaten beobachtet, sind die meisten zwischen 14 und 18 Jahre alt. Es wurde aber gemeldet, dass die Miliz es sogar schon auf Neunjährige abgesehen habe. „Tausende Kinder und junge Leute lernen in Trainingscamps nicht nur den Umgang mit der Waffe, sondern werden auch auf technisch schwierigere Aufgaben vorbereitet“, unterstreicht Iman Morooka, Pressesprecher des UN-Somalia-Hilfszentrums in Nairobi.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: afrika.info

Schlagwörter: Somalia, Rebellen, Al-Shabaab, Milizen, Kindersoldaten, Rekrutierung, Mogadischu, Gruppenzugehörigkeit, Handy, Köder, Jugendliche, Kinder, Heranwachsende, Gotteskrieger, Mudjahedin, Koranlehrer, UN, IRIN, Flüchtlingslager, Nairobi, Hilfszentrum