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Somalia: Kenias Krieg erschwert Versorgung der Flüchtlinge

 
Meldung vom 10.11.2011

Krieg und Hunger in Somalia haben nicht aufgehört. Nach wie vor suchen Hunderttausende Somalier im Grenzgebiet zu Kenia Unterschlupf. Sie wollen dem Krieg in ihrer Heimat und dem Hunger entrinnen. Doch angesichts zunehmender Kampfhandlungen wird die Flucht immer gefährlicher. Diejenigen, die die Lager um Dadaab erreichen, sind oft so entkräftet, dass sie sterben.

Eine große Menschentraube umringt Enok Ochalla und seine Mitarbeiter. Die Helfer des UN-Flüchtlingshilfswerks kontrollieren eine lange Namensliste. Wer dort erfasst ist, wird verlegt, kann raus aus den notdürftigen Unterkünften am Rande des Camps Dagahley, den mit Stöcken hochgehaltenen Planen, den instabilen Hütten aus Holz und Pappe.

Ein Bus transportiert die Flüchtlinge in das neu gebaute Camp Ifo 2. Abdull Rahim gehört zu den Glücklichen. „Hier gibt es richtige Zelte, die hatten wir vorher nicht. Jetzt habe ich einen guten Platz zum Schlafen. Sie geben mir zu Essen. Das Leben hier ist viel besser.“ Die drei Flüchtlingslager rund um Dadaab sind zu Bersten gefüllt. Gut 450.000 Menschen sind in der Kleinstadt mitten in der ausgedörrten Savanne notdürftig untergekommen. Dürre, Hunger und Terror haben sie aus ihrem Heimatland Somalia vertrieben.

Dr. Hessameddin Tabatabai ist im Auftrag der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kenia. Er berichtet, dass zeitweise jeden Tag 1.500 Flüchtlinge nach Dadaab geströmt sind. „Damit ist Dadaab zur drittgrößten Stadt Kenias geworden nach Nairobi und Mombasa. Das sprengt natürlich jeglichen Rahmen.“

Jetzt habe sich die Zahl der Neuzugänger verringert. Aber nicht, weil sich die Lage in Somalia verbessert hätte – im Gegenteil, so Enok Ochalla. „Die Menschen, die jetzt ankommen, sind in einem wirklich schlechten Zustand, vor allem die Kinder. Wir haben auch bisher schon viele unterernährte Kinder gesehen. Aber den Neuankömmlingen geht es noch schlechter.“

Sie sind so geschwächt, dass viele in den ersten Tagen nach der Ankunft sterben. Seit Kenia Mitte Oktober militärisch gegen die radikal-islamische Al-Shabaab-Miliz im Süden Somalias vorgeht, müssen die unterernährten Menschen oft riesige Umwege einschlagen, um nicht in die Kämpfe verwickelt zu werden.

Abdi Kule Ibrahim hat es mit seiner Frau und seinen sechs Kindern nach Dadaab geschafft. „15 Tage waren wir bis zur Grenze nach Kenia unterwegs. Die Kinder haben wir getragen. Es gab keine Fahrzeuge, wir sind den ganzen Weg zu Fuß gegangen. 15 Tage lang.“ Im Camp werden ihm alle zwei Wochen Lebensmittel für seine Familie ausgeteilt: vier Kilo Mais und anderthalb Liter Öl zum Kochen. „Das ist nicht genug für uns. Wir verzichten auf das Mittagessen. Wir machen nur Frühstück und eine Mahlzeit am Abend. Weil das Essen knapp ist.“

Die Versorgung der vielen Menschen wird komplizierter. Die Transporte müssen von schwer bewaffneten Fahrzeugen eskortiert werden. Erst am Wochenende ist ein Konvoi auf eine Landmine gestoßen, glücklicherweise ein Blindgänger. Und auch das Lager ist keineswegs ein sicherer Ort. Vor rund einem Monat sind zwei spanische Helfer mitten im Camp verschleppt worden. Seitdem mussten die Hilfsorganisationen Konsequenzen ziehen. Dr. Tabatabai von der GIZ sagt, nur bei den lebensrettenden Maßnahmen könnten sie für die Sicherheit der Helfer einigermaßen einstehen – „alle anderen Maßnahmen müssen erst einmal warten“.


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 Kenias Armee rückt weit nach Somalia vor




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Somalia, Dadaab, Flüchtlingslager, Camp, Al-Shabaab, Hunger, Terror, Krieg, Nothilfe, Unterernährung, Flucht, Dürre