Unser Service für Sie


 [ » Newsletter ]

[ » zum Kontakt-Formular ]

[ » Material bestellen ]

[ » Geschenke bestellen ]



Videos aus unseren Projekten finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
[ » Gebende Hände – Youtube-Kanal ]


Wenn Sie Kunde von Amazon sind, können Sie Gebende Hände bei jedem Einkauf unterstützen – jedes Mal mit 0,5% des Kaufpreises. [ » Ja, das will ich.]


Afghanistan: Taliban bedrohen Stammes-Gipfel

 
Meldung vom 15.11.2011

Afgahnistans Präsident Hamid Karzai hat für Mittwoch, den 16. November, einen Stammes-Gipfel einberufen, um sich mit den Clanchefs über die Zukunft des Landes zu beraten. Kurz vor Beginn dieser großen Ratsversammlung in Kabul haben die Taliban den Teilnehmern „harte Strafen“ angekündigt, falls diese sich für eine dauerhafte US-Präsenz in Afghanistan entscheiden. Ein Anschlag wurde bereits vereitelt.

Von Mittwoch an kommen mehr als 2.000 Delegierte aus dem ganzen Land zur „Loja Dschirga“ (Großer Stammes-Gipfel) zusammen, um sich über eine strategische Partnerschaft Afghanistans mit den USA für die Zeit nach dem Abzug der NATO-Kampftruppen Ende 2014 auszutauschen. Als ein weiterer Punkt sollen mögliche Friedensgespräche mit den Taliban angesprochen werden.

Eine Partnerschaft mit den USA sei ein „unheilvoller Plan“, stellten die Taliban dagegen in einem Schreiben fest. Die Dschirga verleihe der „illegalen Besetzung“ Afghanistans durch die Amerikaner ein „legales Gesicht“. Sie warnten vor einem „unglücklichen Plan“ der „ausländischen Feinde und ihrer Söldner im Land“. Wer dafür seine Stimme abgebe, sei ein Verräter, so der weitere Wortlaut.

Die Taliban verlangten von den internationalen Truppen, Afghanistan zu verlassen. Die Afghanen seien imstande, ihre Probleme alleine zu lösen. Die Truppen seien „der einzige Grund für den anhaltenden Konflikt“.

Zuvor hatten afghanische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben einen Terroranschlag auf den Veranstaltungsort verhindern können. Wie das Innenministerium bekannt gab, erschossen Polizisten vor dem eigens für die Dschirga errichteten Zelt im Zentrum der Hauptstadt einen mutmaßlichen Selbstmordattentäter. Der Mann sei mit Sprengstoff beladen gewesen. Ein mutmaßlicher Komplize wurde ergriffen und inhaftiert.

Der afghanische Präsident Hamid Karzai hatte die Einberufung der „Loja Dschirga“ nach der Ermordung von Ex-Präsident Burhanuddin Rabbani für Ende September anberaumt. Die Taliban weigerten sich, an der Konferenz teilzunehmen.

Erst einige Tage zuvor hatten die afghanischen Taliban einen angeblichen Sicherheitsplan der Regierung für die Versammlung im Internet publik gemacht, um zu beweisen, dass sie Zugang zu den Informationen haben. Nach Angaben der Islamisten besorgten eingeschleuste Informanten „in den Reihen der Feinde“ der afghanischen Regierung die Informationen. Das Dokument umfasst eine Satellitenkarte des Versammlungsortes, Mobiltelefonnummern von hohen Sicherheitsbeamten sowie Informationen über den Einsatz von Sicherheitskräften.

Das afghanische Innenministerium beurteilte das Dokument als eine „große Lüge“ und „Teil einer psychologischen Kriegführung“ der Taliban. Ein Sprecher der in Afghanistan stationierten NATO-Truppe ISAF konterte, bei dem Dokument handele es sich um ein „erfundenes Stück Propaganda“ und den Versuch, „die friedliche Dschirga zu stören“.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Loja Dschirga tagt in Kabul




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „SF, Schweizer Fernsehen“, sf.tv

Schlagwörter: Afghanistan, Anschlag, Dschirga, Stammes-Gipfel, Hamid Karzai, Strategische Partnerschaft, Taliban, Drohbrief, Sicherheitsplan, Informanten, psychologische Kriegsführung