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Afghanistan: Heiligabend in Kabul

 
Meldung vom 21.12.2011

Die deutschen Soldaten in Afghanistan werden Weihnachten nicht bei ihrer Familie sein können. Das ist für die Verwandten in Deutschland oft schmerzlich. Ein hohes Opfer bringen vor allem die Familien, in denen Nachwuchs ansteht – und die werdenden Väter den Heiligabend am Hindukusch verbringen müssen.

Für die Unteroffiziere René Z. und Georg L. wird das bevorstehende Weihnachtsfest nicht leicht zu bewältigen sein. Die beiden Berliner sind für die Bundeswehr im gefährlichen Einsatz in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Beide mussten ihre schwangeren Freundinnen zu Hause zurücklassen. „Es ist schon schade, dass man nicht bei seiner Familie ist“, meint Oberfeldwebel Z. mit Blick auf den Heiligabend. „Und bei seiner Freundin, die schwanger ist und die Hilfe und Unterstützung gebrauchen könnte. Aber Augen zu und durch.“ Nach kurzer Pause gibt er dann doch noch zu: „Ist doof.“

Für die Partnerinnen sei die Trennung noch viel problematischer als für die beiden werdenden Väter, erklärt Z. „Die sind auch sehr traurig. Das sagen sie auch fast jedes Mal beim Telefonat.“ Beide Frauen seien aber „ziemlich stark, und das erleichtert uns natürlich das Arbeiten hier“. Und Hauptfeldwebel L. fügt hinzu: „Wir haben alle starke Frauen zu Hause, die das meistern. Das ist eine große Unterstützung.“

Geschenke wünschen sich die beiden Soldaten nicht, die würden sie im Einsatz in Kabul kaum genießen können, sagen sie. „Für mich persönlich wäre es sehr wichtig, zu Weihnachten Briefe von der Familie zu kriegen, vielleicht auch von Freunden oder so, um ein bisschen Heimat hierher zu bekommen“, sagt L. „Ein bisschen Heimat, das wäre schon schön.“ Z. meint, er freue sich auf ein Telefonat mit der Freundin an Heiligabend – selbst wenn es nur für zehn Minuten ist. „Das ist dann eigentlich schon der Höhepunkt an Weihnachten.“

Die beiden Unteroffiziere sind im Hauptquartier der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF in Kabul im Einsatz. In der Pressestelle der Schutztruppe wurde ein kleiner Plastik-Tannenbaum aufgestellt, irgendwer hat ihn mit Kuhhörnern und einer amerikanischen Flagge geschmückt. Die Lichterkette, die sich über die Zweige windet, hat ISAF-Sprecher Carsten Jacobson aus dem Heimaturlaub importiert.

Der Bundeswehr-General und Familienvater wird den Heiligabend ebenfalls im Hauptquartier ausharren. Er gibt zu: „Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, ich wäre Weihnachten nicht lieber zu Hause.“ Es sei aber notwendig, dass auch die militärischen Leiter an einem solchen Moment als Ansprechpartner für ihre Soldaten präsent seien.

„Die emotionale Belastung, die über das ganze Jahr vorhanden ist, wird natürlich gerade in diesen Tagen und diesen Stunden besonders schwerwiegend“, weiß Jacobson. „Dann gibt es die Kameradschaft nicht nur von links nach rechts, sondern dann muss es sie – wie immer, aber an diesen Tagen besonders – auch von oben nach unten geben.“

Die Soldaten versammelten sich an Heiligabend im „Deutschen Eck“, der Betreuungseinrichtung der Bundeswehr, erklärt Jacobson. „Die eine oder andere Dose alkoholfreien Bieres wird wahrscheinlich auch dabei sein. Statt Glühwein nehmen wir vielleicht angewärmten Preiselbeersaft.“ Dass im Hauptquartier Alkohol verboten sei, werde die Stimmung nicht trüben.

Hauptfeldwebel L. berichtet, dass zahlreiche Ehen daran zerbrächen, dass die Soldaten immer wieder für Monate am Stück weg seien. „Ich habe sehr viele Freunde, die schon mehr als sieben Einsätze haben, die haben alle ihr Haus abbezahlt. Aber die Frau wohnt allein drin. Das ist ein großes Problem, das aber totgeschwiegen wird.“ L.s Baby und auch das seines Kameraden Z. sollen beide im Juni geboren werden. Bis dahin sind die Soldaten wieder zu Hause bei ihren Liebsten.


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Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Focus Online“, focus.de

Schlagwörter: Afghanistan, Kabul, Hindukusch, Bundeswehr, Soldaten, Weihnachten, Einsatz, ISAF, Belastung, Trennung, Familie, Heimaturlaub