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Afghanistan: „Seltene Erden“ können wirtschaftlichen Aufschwung bringen

Meldung vom 03.01.2012

US-Wissenschaftler haben in Afghanistan riesige Vorkommen an Metallen der Seltenen Erden ausgemacht. Sie schätzen, dass eine Million Tonnen der wertvollen Mineralien in der umkämpften Helmand-Provinz unter der Erde ruht. Manche Experten stellen in Aussicht, dass dieser Reichtum allem Mangel des Landes aufhilft.

Wie das Magazin „Earth“ angibt, soll es sich bei dem Fund um etwa eine Million Tonnen Metalle der Seltenen Erden handeln. Zunächst waren die Rohstoffe durch hyperspektrale Wellenlängen-Aufzeichnungen per Satellit ausfindig gemacht worden. Anschließend inspizierte ein Forscherteam per Helikopter die vulkanischen Regionen im Süden des Landes und bejahte die vermuteten Ausmaße des Fundes.

Zuvor waren bereits große Vorkommen von Kupfer und Kobalt in der Nähe von Kabul bestätigt worden, außerdem Eisen im Zentrum des Landes und Gold im Südosten. „Manche sagen, dass die reichhaltigen Bodenschätze Afghanistan retten werden, dass die Probleme des Landes gelöst werden, weil sie jetzt interne Reichtümer durch diese Ressourcen haben. Andere sagen, dass ist unmöglich“, zitiert das Magazin Wayne Pennington, Geophysiker der Michigan Tech University in den USA. Er selbst geht davon aus, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte liege.

Vor allem wurden in der Helmand-Provinz sogenannte leichte Seltene Erden entdeckt, beispielsweise Lanthan, Cerium oder Neodym. Seltene Erden werden unter anderem für Laptop- und Handy-Akkus, Magnete und Katalysatoren benötigt.

Seit 2004 läuft ein Projekt der Kartographiebehörde U.S. Geological Survey, das Afghanistan auf seine Bodenschätze hin untersucht. Die Ergebnisse werden nun der Regierung des Landes übermittelt. Bereits im Jahr 2010 hatte das US-Verteidigungsministerium den Wert der Vorkommen an Kupfer, Kobalt, Gold und Lithium auf eine Billion US-Dollar geschätzt.

Solche Ressourcen gibt es natürlich auch in anderen Ländern, doch in Afghanistan sind sie bislang vollkommen unberührt. „Es gibt andere Orte mit vielen Bodenschätzen, zum Beispiel der Westen Nordamerikas“, stellt Pennington fest. „Der Unterschied ist, dass die afghanischen Fundstellen nicht genutzt werden. Die Rohstoffe warten noch immer darauf, eingesammelt zu werden.“

Allerdings werden in der Helmand-Region immer noch schwere Kämpfe ausgetragen: Sie ist immer wieder Schauplatz schwerer Gefechte zwischen NATO-Truppen und Taliban-Kämpfern. Hier wurde seit Februar 2010 mit der Operation Muschtarak die größte Offensive gegen die Taliban durchgeführt. Die Wissenschaftler vor Ort entnahmen ihre Proben während sie von den NATO-Truppen abgeschirmt wurden.

Bereits im September hatte Marc Grossman, US-Sondergesandter für Afghanistan und Pakistan, dem Land versprochen, dass die USA die afghanische Regierung dabei unterstützen werde, diese Ressourcen auf „verantwortungsvolle, transparente und nachhaltige Art“ zu erschließen und zu nutzen. Allerdings ist angesichts der momentanen Unruhen noch unklar, wann ein umfangreicher Abbau umsetzbar sein wird.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Spiegel Online“, spiegel.de

Schlagwörter: Afghanistan, Rohstoffe, Seltene Erden, Ressourcen, Helmand-Provinz, Taliban, Bodenschätze, Kämpfe, Kartographiebehörde, Laptop-Akkus, Handy-Akkus