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Somalia: Langsame Rückkehr nach Mogadischu

Meldung vom 23.01.2012

Die Hauptstadt von Somalia, Mogadischu, ist inzwischen hauptsächlich in der Hand der somalischen Übergangsregierung. Die Truppen der AMISOM haben die Stadt weitgehend unter Kontrolle. Jetzt, vier Jahre nach ihrer Flucht vor dem Bürgerkrieg, kehren immer mehr Somalier mit Autos und Eselskarren in die kriegszerstörte Stadt zurück. Ihre von der Artillerie zerschossenen Viertel standen früher im Einzugsgebiet der islamistischen Miliz Al-Shabab, die sich im August überraschend zurückzog.

Die Regierungstruppen kontrollieren nun die Stadt, auch wenn es noch Sicherheitsrisiken gibt, liegt über ihr zumindest ein Anschein von Normalität. Die Bewohner der Hauptstadt haben damit angefangen, ihre Häuser und ihr Leben wieder aufzubauen. Offizielle Angaben zur Zahl der Heimkehrer können allerdings noch nicht erhoben werden. Die meisten Menschen wagten sich bisher nicht in die Gebiete zurück, in denen die Islamisten ihren Terror ausgeübt hatten. Nur wenige Mutige können sich dort einen Neuanfang vorstellen.

Viele Flüchtlinge hausten die vergangenen Jahre unter schwierigen Umständen in provisorischen Unterkünften am Stadtrand. Maryam Guled wohnte mit ihrem Mann und den fünf Kindern seit 2008 im Lager Elasha. Nun ist die Familie wieder in das Stadtviertel Hodan umgesiedelt, wo sie vor der Flucht ein Haus hatten und enge Kontakte zu ihren Nachbarn gepflegt hatten.

Als Guleds Schwester zu Hause von einer verirrten Kugel tödlich getroffen wurde, floh die Familie. „Alles begann auseinander zu fallen, als unser Viertel 2008 unter einen Bombenteppich geriet und immer wieder Schießereien ausbrachen“, berichtete Guled. „Meine Schwester und viele Nachbarn, die uns sehr nahe standen, starben vor meinen Augen. Wir flohen nur mit dem, was wir am Leibe trugen.“

Wovon Guleds Familie die Renovierung des Hauses bezahlen soll, weiß sie nicht. Die somalische Übergangsregierung, die selbst von den Vereinten Nationen und Geberstaaten finanziell unterstützt wird, hat nicht auch noch Geld, um den Menschen bei den Instandsetzungsarbeiten zu helfen. Und Hilfsorganisationen haben es sich vor allem zur Aufgabe gemacht, den von der Hungersnot Vertriebenen die Rückkehr in den Süden des Landes zu ermöglichen.

Mogadischu bedeutet für die Heimkehrer nach wie vor große Gefahren. In den ehemals von Al-Shabaab besetzten Zonen ist der Boden noch übersät von Hunderten von scharfen Bomben, die die Islamisten dort gelegt hatten, um Regierungstruppen und AU-Friedenssoldaten abzuwehren.

Somalische Regierungsvertreter warnen eindringlich vor den Minen. Etliche Menschen sind bereits bei Detonationen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Auch die unterbezahlten Soldaten sind nicht immer als Retter und Helfer unterwegs. Rückkehrer haben beobachtet, wie sie Morde, Vergewaltigungen, Raubüberfälle und Plünderungen begehen.

In den ehemaligen Islamisten-Gebieten hat die Regierung den Notstand ausgerufen. Mehrere Soldaten wurden mittlerweile vor das Militärgericht gestellt und ihnen wurde der Prozess gemacht. Der Mord an Zivilisten wird mit der Todesstrafe geahndet, andere Verbrechen werden mit Haft bestraft. In jüngster Zeit sind die Verbrechen merklich zurückgegangen.

Schulen und Märkte in Mogadischu nehmen allmählich wieder ihren Betrieb auf, während die Behörden noch damit beschäftigt sind, die Straßen wieder befahrbar zu machen. In mehreren Vierteln wurde bereits die Straßenbeleuchtung instand gesetzt und der Müll eingesammelt.

Dennoch ist die Infrastruktur noch sehr rückständig. Fließendes Wasser und Strom kann man nur von privaten Unternehmen beziehen. Und von einer Wiedereröffnung der zerstörten Krankenhäuser in den früheren Vierteln von Al-Shabaab kann noch nicht die Rede sein.

Die fünfköpfige Familie von Dahir Kulmiye ist ebenfalls in ihr von Bomben zerstörtes Haus zurückgekehrt, nachdem die Rebellen der Stadt den Rücken gekehrt haben. Der Mangel an Wasser und Strom stelle das Hauptproblem dar, sagt Kulmiye. Die Firmen bemühen sich aber redlich, um mehr Kunden ans Netz anschließen zu können.

Die staatlichen somalischen Versorgungsbetriebe wurden während des 20-jährigen Bürgerkriegs völlig lahmgelegt. Die privaten Dienstleistungen können sich wiederum nicht alle Somalier leisten. Kulmiye ist aber zuversichtlich, dass seine Familie bald Licht haben wird. Auch die Trinkwasserzufuhr muss noch koordiniert werden. Seine Kinder müssen solange zu einer weiter entfernten Schule gehen, bis die näher gelegene Einrichtung wieder aufgebaut sei.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: afrika.info

Schlagwörter: Somalia, Mogadischu, Rückkehr, Wiederaufbau, Schulen, Häuser, Heimkehrer, Bomben, Minen, AMISOM, Übergangsregierung, Al-Shabaab-Miliz