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Südafrika: Nelson Mandela wird heute 90

Meldung vom 18.07.2008

Er ist der berühmteste politische Häftling der Welt – Nelson Mandela. 27 Jahre hat er im Gefängnis verbringen müssen. Heute feiert er seinen 90. Geburtstag.

Sein „Verbrechen“ war, dass er gegen das Apartheidsystem und für ein freies, demokratisches Südafrika gekämpft hatte, zunächst gewaltfrei und dann, als dem ANC (seiner Partei) jedwede politische Betätigung untersagt worden war, aus dem Untergrund. In den Augen der weißen Regierung war das Hochverrat. Mandela galt als Chef einer terroristischen Bewegung. Der Staatsanwalt beantragte die Todesstrafe. Mandela kam mit lebenslänglich davon.

1963 brachte man ihn auf die Gefangeneninsel Robben Island in der Bucht von Kapstadt. Doch die Menschen vergaßen ihn nicht. Der Häftling Mandela wurde zu einem Mythos – zunächst in Südafrika, und allmählich in der ganzen Welt. Niemand wusste, wie er aussah, niemand kannte den Klang seiner Stimme. Aber in aller Herren Länder wurden Straßen und Plätze nach ihm benannt. Im Londoner Wembley-Stadion sangen gar die Pop-Stars einer ganzen Generation vor 100.000 Menschen für seine Freilassung.

1990, als er das Gefängnis vorzeitig verlassen durfte, geschah das Erstaunliche: Der wirkliche Nelson Mandela blieb nicht etwa hinter dem Mythos zurück – er übertraf ihn. Die 27 Jahre Haft hatten ihn nicht gebrochen. Er war frei von Hass oder Bitterkeit. Er brauchte nicht einmal eine Anlaufzeit, um sich in einer dramatisch veränderten Welt zurechtzufinden. Praktisch aus dem Stand begann er, mit der weißen Regierung über das Ende der Apartheid zu verhandeln.

Am 27. April 1994, also nur vier Jahre später, wurde er zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt. Der Übergang von jahrhundertelanger weißer Herrschaft zu einem Südafrika der Gleichheit und der Demokratie war ohne nennenswertes Blutvergießen und ohne schwarze Racheakte gelungen. Für diese historische Leistung erhielt Mandela den Friedensnobelpreis.

Vom politischen Häftling zum Nobelpreisträger, vom vermeintlichen Terroristen zum weltweit gefeierten Inbegriff von Versöhnung – Mandelas Lebensweg ist voll von solchen scheinbaren Widersprüchen. In Wirklichkeit ist er sich immer treu geblieben. Schon als Kind, aufgewachsen in einer stolzen Familie des Xhosa-Volkes, hat er schwarzes Selbstbewusstsein erlernt. Der Erziehung in einer Missionsschule der Methodisten verdankt er seinen Glauben, dass die Menschen nach Gottes Willen gleich sind, unabhängig von ihrer Hautfarbe. Und von Mahatma Gandhi, der als junger Anwalt in Südafrika lebte, übernahm er die Philosophie des gewaltlosen Widerstands.

Diese drei Überzeugungen hat er nie ändern müssen. Er war immer sicher, für die richtige Sache zu kämpfen. Das verlieh ihm seine Kraft. Seine legendäre Verteidigungsrede als Angeklagter im Hochverratsprozess von 1964 und seine erste Regierungserklärung als Staatsoberhaupt 30 Jahre später stimmen in den zentralen Aussagen verblüffend überein. Solche Prinzipienfestigkeit gepaart mit einer natürlichen Führungsbegabung ergibt Autorität. So war Mandela ein geborener Führer.

Als junger Anwalt in Johannesburg führte er die Jugendliga des ANC. Als der ANC 1960 verboten wurde und sich zum bewaffneten Kampf entschloss, wurde er Führer der Untergrund-Organisation „Umkonto we Sizwe“. 30 Jahre später wurde der ANC wieder zugelassen, seine Spitzenleute kehrten zurück, teils aus der Haft in Robben Island und teils aus dem Exil. Für die Führung des ANC kam aber nur einer in Frage: Nelson Mandela.

Doch was mußte er alles durchmachen? Fast drei Jahrzehnte verbrachte er im Gefängnis. Und auch privat blieben ihm Tragödien nicht erspart. Sein ältester Sohn starb an AIDS. Die Scheidung von Winnie Mandela war für ihn katastrophal. Dennoch fand er vor zehn Jahren noch sein privates Glück: Er heiratete Gracia Machel, die Witwe des ersten Staatspräsidenten von Mosambik.

Für Südafrika war er ein Glück, indem er Versöhnung und inneren Frieden brachte, dann aber auch für die ganze Welt. Einen Staatsmann von seinem Format und mit solcher Menschlichkeit wird es so schnell nicht mehr geben.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Augsburger Allgemeine“, augsburger-allgemeine.de