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Afghanistan: Verhandlung in Katar

 
Meldung vom 02.02.2012

Afghanistans Regierung hat sich bereit erklärt, in Saudi-Arabien Gespräche mit Vertretern der Taliban zu führen. Das Treffen soll noch vor der geplanten Einrichtung eines Verbindungsbüros der Taliban in Katar stattfinden. Behördenvertreter in Kabul gaben an, die Taliban hätten bereits eingewilligt. Saudi-Arabien hatte sich bereits in der Vergangenheit als Vermittler bewährt, weshalb Kabul die Unterstützung der Saudis beim Friedensprozess befürworte. Damit handelt Kabul in Übereinstimmung mit den Plänen der USA, den Krieg in Afghanistan durch eine Verhandlungslösung zu Ende zu bringen.

Dabei hat Washingtons Vorstoß erst kürzlich für Ärger gesorgt. Im Dezember hat Afghanistans Präsident Karzai den Botschafter seines Landes aus Katar zurückbeordert. Karzai hatte offenbar die Sorge, dass die USA eine Friedenslösung hinter dem Rücken der afghanischen Regierung vorantreiben wollte.

Eine hochrangige Taliban-Delegation ist laut Berichten bereits in Katar zugegen. Ein Taliban-Sprecher teilte mit, dass die Delegation bereits in Verhandlung mit amerikanischen Vertretern getreten sei. Die Gruppe sei aus Pakistan nach Katar gereist, ergänzte er. Dies kann man als Andeutung verstehen, dass Islamabad dieses Mal die Verhandlungen nicht boykottieren wird.

Ein proindisches Regime in Kabul – als solches wird die Regierung Karzai in Islamabad angesehen – stellt für Pakistans Generäle eine Bedrohung dar. Das erklärt das bisweilen widersprüchliche Verhalten von Pakistans Außenpolitik: Pakistan hat sich im Afghanistan-Krieg offiziell auf die Seite der USA geschlagen und nimmt, ohne mit der Wimper zu zucken, milliardenschwere Finanzhilfen aus Washington an.

Gleichzeitig duldet Islamabad stillschweigend, dass sich afghanische Militante in Nordwaziristan zurückgezogen haben und von dort aus operieren. Die Anführer der Taliban können offenbar unbehelligt in Pakistan ein und aus gehen. Die pakistanische Provinz Baluchistan ist der wahrscheinliche Aufenthaltsort der Taliban-Führung.

Kabul unternimmt derweil Anstrengungen, die Beziehungen zu Islamabad zu entschärfen. Am Mittwoch, den 01.02.2012, stattete Pakistans Außenministerin Hina Rabbani Khar Kabul einen Besuch ab. Es standen die ersten hochrangigen Gespräche zwischen Vertretern beider Staaten seit Monaten an. Angeblich will die afghanische Regierung dabei um direkten Zugang zur Taliban-Hochburg in Pakistan bitten. Ob Islamabad jedoch so schnell von seinem offiziellen Standpunkt, es unterhalte keine Kontakte zur Taliban-Führung, ablassen wird, ist fraglich.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Neue Zürcher Zeitung, NZZ Online“, nzz.ch

Schlagwörter: Afghanistan, Taliban, Verhandlung, Katar, Saudi-Arabien, Kabul, USA, Friedensprozess, Pakistan, Hina Rabbani Khar, Islamabad, Nordwaziristan