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Afghanistan: Neuer Gewaltrekord – mehr als 3.000 Zivilisten getötet

 
Meldung vom 06.02.2012

Bei Anschlägen und Kämpfen kamen im vergangenen Jahr in Afghanistan 3.021 Zivilisten ums Leben. Diese Bilanz gab die UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) bekannt. Seit fünf Jahren wächst die Zahl der zivilen Toten stetig. So wurden 2010 insgesamt 2.790 Menschen und vor drei Jahren 2.412 Zivilisten Opfer des Krieges. Seit 2007, so stellt UNAMA fest, belaufe sich die Zahl der Toten auf 11.864.

„Viel zu lange haben afghanische Zivilisten den höchsten Preis des Krieges gezahlt“, klagte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Ján Kubiš, angesichts der Zahlen. Er wandte sich an die Konfliktparteien, Zivilisten aus den Gefechten herauszuhalten.

Die Hauptschuld für die blutige Bilanz tragen laut Bericht die Aufständischen der verschiedenen Fraktionen. 2.332 Tote oder 77 Prozent der Gesamtzahl wären den Taliban und anderen regierungsfeindlichen Gruppen zuzuschreiben. Die meisten Opfer (967 Menschen oder 32 Prozent) kamen demnach in Sprengfallen ums Leben. Bei Selbstmordanschlägen wurden 450 Kinder, Frauen und Männer mit in den Tod gerissen.

Vor allem bei den Selbstmordanschlägen registrierte die UN im Vergleich zum Jahr 2010 einen Anstieg um 80 Prozent. Die Aufständischen gehen bei ihren Angriffen aber auch gezielter vor: Landesweit wurden 495 Mitarbeiter von Behörden und Institutionen oder bestimmte Stammesführer umgebracht.

Die UNAMA-Bilanz zeigt deutlich die Sicherheitslage in Afghanistan: Neben der seit Jahren steigenden Zahl ziviler Opfer beanstandet der Bericht die Rolle der afghanischen Polizei. Es gebe viele Berichte, dass Straftäter als Polizisten angeheuert würden und in einigen Bezirken nur unzureichende Ausbildung und kaum Kontrolle und Kommando der lokalen Polizei bestünden. Es lägen in mehreren Bezirken Meldungen über Menschenrechtsverletzungen durch Polizisten vor.

Gestiegen ist dem Bericht zufolge auch die Zahl der Afghanen, die wegen des Konflikts zur Flucht gezwungen wurden. 2011 befanden sich in dem Land demnach schätzungsweise mehr als 185.632 Menschen auf der Flucht – 45 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Trotz der UNAMA-Bilanz hatte die NATO erst vor zwei Tagen bei dem Treffen ihrer Verteidigungsminister die Abzugspläne für Afghanistan bestätigt. Im Laufe des Jahres 2013 – zwölf Jahre nach dem Einmarsch – will das Militärbündnis die schrittweise Übergabe der Sicherheitsverantwortung an Afghanistan beenden und sich bis Ende 2014 aus dem Kampfeinsatz entfernen. Frankreich will diesen Schritt schon im kommenden Jahr vornehmen und auch die USA ziehen ein vorzeitiges Ende ihres Kampfeinsatzes in Afghanistan in Erwägung.

Doch auch einige positive Zahlen gibt der UNAMA-Bericht an. So habe sich die Zahl der durch Militäreinsätze getöteten Zivilisten um vier Prozent auf 410 Menschen (oder 14 Prozent aller Opfer) verringert. Bei nächtlichen Razzien etwa kamen demnach 63 Zivilisten im vergangenen Jahr ums Leben – eine Verringerung von 22 Prozent im Vergleich zu 2010.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Afghanistan, Bilanz, UNAMA, UN, Jan Kubis, Sicherheitslage, Abzug, 2014, Tote, Anschläge, Statistik, Zivilisten, Selbstmordattentate, Taliban