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Afrika: Kampf für fairen Handel

Meldung vom 29.07.2008

Seit einer Woche ringen die 153 Mitglieder der Welthandelsorganisation WTO in Genf um eine Einigung. Es ist vielleicht die letzte Möglichkeit, wenigstens ein bisschen mehr Gerechtigkeit im Welthandel zu erreichen.

Die Entwicklungsländer fordern einen besseren Zugang zu den Märkten des Nordens, die Industriestaaten wollen ihre Waren, Dienstleistungen, ja selbst hochsubventionierte Agrarprodukte in die armen Länder und deren schwache Märkte einführen.

Seit Jahren hat diese Schieflage für Afrika fatale Folgen: Billige Fleischexporte aus der EU zerstören Märkte und Preise in Westafrika. Kaffee aus Kenia oder Zucker aus Uganda werden in Deutschland geröstet bzw. raffiniert und dann wieder teuer zurückverkauft. Die Textilindustrie Afrikas liegt am Boden, weil billige Stoffe aus Fernost den Kontinent überschwemmen.

Nach Ansicht von Willi Thees, Afrika-Experte beim katholischen Hilfswerk Misereor, ist Afrika praktisch ein Dumping-Markt für die ganze Welt geworden. Das gelte auch für andere landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Zwiebeln, Tomaten oder Palmöl. Es sei schwer begreiflich, warum Länder wie Sierra Leone mit Palmöl aus Malaysia überschwemmt würden, wo Sierra Leone durchaus fähig wäre, seinen Bedarf selbst und zum Wohl der eigenen Landwirtschaft herzustellen, so Thees. Aber der Umstand, dass die afrikanischen Märkte schwach seien und insbesondere, dass die verarbeitende Industrie zusammengebrochen sei, würde von ausländischen Investoren rücksichtslos ausgenutzt.

Letztlich werde der Ausgang der WTO-Runde in Genf die Lage der afrikanischen Bauern wohl kaum ändern, solange Konflikte, Korruption und mangelnde Ausbildung die Wirtschaft innerhalb dieser Länder schwächten, so der Misereor-Experte.




Quelle:  „Deutsche Welle“, dw-world.de