Unser Service für Sie


 [ » Newsletter ]

[ » zum Kontakt-Formular ]

[ » Material bestellen ]

[ » Geschenke bestellen ]



Videos aus unseren Projekten finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
[ » Gebende Hände – Youtube-Kanal ]


Wenn Sie Kunde von Amazon sind, können Sie Gebende Hände bei jedem Einkauf unterstützen – jedes Mal mit 0,5% des Kaufpreises. [ » Ja, das will ich.]


Nicaragua: Verkauf von Kindern sichert Überleben

Meldung vom 06.05.2012

Drogenhändler aus Honduras kaufen an der Atlantikküste Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren, die sie dann als Sexsklavinnen weitervermitteln. Die jungen Mädchen aus dem Volksstamm der Miskito werden von den mittelamerikanischen Drogenhändlern als Sexsklavinnen gehalten. Informationen der Vereinten Nationen zufolge kommen die Dealer aus Honduras. An der Karibikküste überqueren sie die Grenze Nicaraguas und kaufen den vollkommen verarmten Familien dort die 10- bis 15jährigen Mädchen ab.

Nach Angaben von Mirna Cunningham, Vorsitzende des UN-Forums für indigene Fragen, werden bis zu 2.000 US-Dollar für ein Mädchen bezahlt. Insbesondere bei den weit verstreut lebenden Bewohnern der Gemeinde Waspam am Grenzfluss Río Coco „ist für viele Familien der Verkauf ihrer Kinder die einzige Möglichkeit, das Überleben zu sichern“. Um die Mädchen legal über die Grenze bringen zu können, würden häufig Scheinehen arrangiert. In Honduras verliere sich die Spur dann.

Erst als eine 11-Jährige in ihrer Not die Organisation Wangki Tagni, ein indigenes Frauennetzwerk gegen Gewalt, um Hilfe bat, wurde der Mädchenhandel bekannt. Ihre Eltern lieferten sie gegen eine Kuh an einen Mann aus Honduras aus, so Leduvina Uill, die Sprecherin von Wangki Tagni. Alle Versuche, den Handel zu unterbinden, seien fehlgeschlagen. Von Honduras aus sende der Mann sogar SMS-Nachrichten, in denen er die Frauenrechtlerinnen verspotte.

Das gesamte Ausmaß des Mädchenhandels ist noch gar nicht bekannt. „Diese Verbrechen spielen sich völlig im Geheimen ab“, so Cunningham. Soviel stehe bisher aber fest: Im vergangenen Jahr seien mindestens 22 Mädchen auf dem Weg in die Schule vergewaltigt worden. Rund 10.000 Anzeigen wegen sexueller Gewalt sind bei der Polizei eingegangen. Ein Ermittlungsverfahren sei aber nur in jedem sechsten Fall eingeleitet worden. In der Regel werde Mädchenhandel gar nicht erst angezeigt.

„Wir haben zwar Kenntnis davon, aber eine Anzeige wird praktisch nie erstattet“, berichtet Carmen Poveda, Leiterin der Frauenkommissariate der Polizei in der nördlichen Atlantikregion Nicaraguas. „Die Menschen haben Angst vor der Bedrohung durch Drogenhändler. Inzwischen ermitteln wir aber trotzdem.“ Die mangelhafte Polizeipräsenz in der schwach besiedelten Urwaldregion sei allerdings ein Problem. Außerdem gebe es in der gesamten Provinz seit vier Jahren keinen einzigen Staatsanwalt mehr.

Ermittlungen werden meistens ohne Ergebnis eingestellt, weil weder Beweissicherungen noch Verhöre von Zeugen und Opfern stattfinden, oder weil schlicht und einfach die prozessrechtlichen Fristen nicht eingehalten werden. „Gerade wegen der massiven sexuellen Gewalt und wegen des Mädchenhandels hat die Gemeinde Waspam einen Staatsanwalt dringend gefordert“, so die Frauenbeauftragte des Innenministeriums in Managua, Odeth Leytón. Geschehen ist in dieser Hinsicht aber bislang nichts.

Nicaraguas nördliche Atlantikküste ist die ärmste und wirtschaftlich am schwächsten entwickelte Region des Landes. Die größtenteils indianische Bevölkerung lebt in weit verstreuten Waldsiedlungen, der Grenzfluss Río Coco ist der wichtigste Verkehrsweg. Etwa 90 Prozent der Miskito müssen von weniger als zwei US-Dollar täglich leben, ein etwa ebenso hoher Prozentsatz geht keiner geregelten Arbeit nach.

Haupt-Arbeitgeber hier sind die Drogenhändler. Weil die Region schon seit Jahren von ihnen kontrolliert wird, heißt sie im Volksmund die Narko-Küste. wird Mit Schnellbooten wird Kokain aus Kolumbien angeliefert oder mit Kleinflugzeugen direkt in den Dschungel geflogen. Von dort geht die Ware auf dem Landweg weiter nach Honduras. Für Verladung und Transport setzen die Drogenkartelle Einheimische als Wächter ein.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de

Schlagwörter: Nicaragua Mädchenhandel, Sexsklavinnen, Miskito, Drogenhändler, Vereinte Nationen, Dealer, Honduras, Karibikküste, UN-Forum, Rio Coco, Scheinehe, Wangki Tagni, Frauennetzwerk, Frauenrechtlerinnen, sexuelle Gewalt, Frauenkommissariat, Urwaldregion, Frauenbeauftragte, Managua, Narko-Küste, Kokain, Kolumbien, Drogenkartelle.