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Global: Den sanften Umgang mit Ressourcen lernen

Meldung vom 08.06.2012

Die Friedensforschung warnt, dass Konflikte und die Konkurrenz um Ressourcen überhand nehmen und mehr und mehr Kriege nach sich ziehen könnten. Zur Vorbeugung empfehlen Experten die Verstärkung des internationalen Dialogs – vor allem mit den neuen aufsteigenden Wirtschaftsmächten.

Die Anrainerstaaten des südchinesischen Meers sind auf dem Weg der Aufrüstung. Sie befinden sich im Ringkampf gegeneinander um fossile Brennstoffe und Fischgründe. China reduziert den Export seiner seltenen Erden, unter dem Protest der USA und Europas. Im Mittelmeer streiten sich Israel, der Libanon, Zypern und die Türkei darüber, wem die kürzlich entdeckten unterseeischen Gasfelder gehören. Äthiopien und Sudan möchten mithilfe von Dämmen Strom aus der Wasserkraft des Nils gewinnen, und auch der Südsudan ist auf Nilwasser angewiesen, um seine Landwirtschaft zu entwickeln wie geplant – aber für Ägypten kommt jeder Eingriff in den Oberlauf des Flusses einer großen Bedrohung gleich und könnte einen Kriegsgrund liefern.

Die Liste der Ressourcenkonflikte ist noch lang. Staaten kämpfen um Energie, mineralische Rohstoffe oder Trinkwasser. Menschen üben Gewalt aus um Nahrung oder Land. Es geht um das nackte Leben, um Wohlstand und Entwicklung, und es geht um Macht. Nicht immer lassen sich die Konflikte friedlich lösen, wie im Beispiel der seltenen Erden Chinas, über die derzeit vor der Welthandelsorganisation WTO verhandelt wird.

Forscher der Transatlantic Academy kündigen in einer neuen Studie an: Das Risiko nimmt zu, dass die Konkurrenz um immer knappere Ressourcen in Krieg mündet. Am Donnerstag, den 07.06.2012, legten sie die Studie im Weltwirtschaftsinstitut in Hamburg (HWWI) dar. Deutschland hat ein besonderes Interesse an der Arbeit der Wissenschaftler: Die deutsche Wirtschaft ist stark auf importierte Rohstoffen angewiesen. Um ihre Versorgung zu sichern, haben deutsche Konzerne sich deshalb in diesem Frühjahr zu einer Rohstoffallianz zusammengetan. Die Bundesregierung steht hinter dem Projekt.

Doch die Sachlage ist vielschichtig, stellt das sechsköpfige amerikanisch-europäische Forscherteam fest. Seit der letzten großen Rohstoffkrise in den Siebziger Jahren hat sich die Welt sehr verändert. Sie ist komplexer geworden, sei stärker vernetzt als damals – so wirkten sich Entscheidungen an einem Ort schnell auf den Alltag in anderen Kontinenten aus, sagt Philip Andrews-Speed, Experte für Energiepolitik. Wenn die Europäer Agrotreibstoffe subventionieren, kann das Bauern in Afrika ans Existenzminimum bringen, weil ihnen ihr Land weggenommen wird. Wenn Elektromotoren als Antrieb der Zukunft gesehen werden, beeinflusst das die Südamerikaner, die Lithium für Batterien fördern.

Die Konkurrenz um Ressourcen ist größer als vor dreißig, vierzig Jahren. Die Fördertechniken mögen sich verbessert haben und die Wirtschaft kann effizienter mit Rohstoffen umgehen. Aber die globale Mittelschicht nimmt rasant zu – und mit ihrem Wunsch nach Wohlstand auch der Bedarf an Energie, Mineralien, Land, Wasser und Nahrung.

„Das hohe Ausmaß des Konsums von natürlichen Ressourcen im Norden der Welt kann nicht getrennt werden von Hunger, Wasserknappheit und Energieunsicherheit in den abgelegensten Ecken des Südens“, lautet es dazu im Report. Manchmal ist „Knappheit“ eben gleichbedeutend mit der Tatsache, dass die Ressourcen unfair verteilt sind. Wenn es nicht gelingt, die Armut zu verringern, argumentieren die Wissenschaftler, sei mit politischem Chaos, Gewalt und massenhafter Migration zu rechnen.

Die Dokumentation hat auch Lösungsansätze zu bieten: Um künftigen Ressourcenkonflikten vorzubeugen, müssten die USA, Kanada und Europa die Führung übernehmen – und dann aber mehr Bereitschaft für den Dialog mit anderen Staaten aufbringen. „Zuerst müssen wir unser eigenes Haus in Ordnung bringen“, fordert Politikwissenschaftler Stacy VanDeveer. Die eigenen Institutionen müssten funktionieren. Der Westen solle erst einmal ein gutes Beispiel dafür liefern, wie man effizient wirtschaftet.

Im zweiten Schritt steht der Dialog im Vordergrund: Wichtig sei es, den Südatlantik mit einzubeziehen, und die aufstrebenden Mächte, wie China oder Indien. Die Zusammenarbeit sei eine Grundlage für Transparenz; für bessere Informationen über Bodenschätze und ihre Ausbeutung, Agrarproduktion oder Wasserreserven; für stärkere Institutionen, ein gemeinsames Management der internationalen Wertschöpfungsketten und einheitliche Standards.

Schließlich müssten internationale Institutionen wieder eingerichtet und unterstützt werden. Die Wissenschaftler haben gleich mehrere Einrichtungen im Sinn: Eine globale Datensammelstelle, damit alle Beteiligten künftig besser informiert sind. Einen Fonds, der Kapital für Investitionen in die Nahrungsmittelproduktion, Wasser- und Abwasserversorgung zur Verfügung stellt. Ein Netz von Ausbildungszentren, die Ressourcenmanagement lehren, und ein weiteres für Stadtverwaltungsschulen. Dazu gehören Richtlinien, wie die Landnutzung zu regeln ist. Wichtig sei auch ein weltweites Forum, in dem alle Beteiligten ständig im Gespräch bleiben können.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Zeit Online“, zeit.de

Schlagwörter: Globale Projekte, Rohstoffe, Ressourcen, Friedensforschung, Wirtschaftsmächte, Wasser, Energie, Fossile Brennstoffe, Nil, Ressourcenkonflikte, Verteilung, Konkurrenz, Mittelschicht, Wohlstand, China, Indien, Dialog, Transatlantic Academy, Transparenz, Bodenschätze, Ausbeutung, Management, Ressourcenmanagement, Südatlantik, Migration