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Indien: Öl aus dem Iran trotz Sanktionen

Meldung vom 17.08.2012

Gegen den Iran wurden wegen seines Atomprogramms weltweit Sanktionen verhängt. Alle Länder sollten sich an den Ölimportverbot aus dem Iran halten. Doch Indien umgeht die Abmachungen. Zwei staatliche indische Versicherer erbringen die Dienstleistungen, die eigentlich europäische Gesellschaften hätten übernehmen müssen und versichern Öl-Transporte aus dem Iran. Das schwächt den Druck, den die Sanktionen gegen das Land hätten ausüben sollen, sehr zum Ärger der Bundesregierung. Am Mittwoch, den 15.08.2012, hat der seit Wochen erste indische Öltanker wieder Mineralöl in einem iranischen Hafen an Bord genommen.

Mit 85.000 Tonnen Rohöl an Bord machte sich die MT Omvati Prem auf den Weg zu dem indischen Subkontinent, um die Mangalore Refinery and Petrochemicals Ltd. zu beliefern. Dort soll der Tanker am 25. August einlaufen. Die MT Omvati Prem ist der erste indische Tanker, der die Anfang Juli verschärften Iran-Sanktionen der EU und der USA durchkreuzt.

Die neuen Sanktionen sind bislang das härteste Druckmittel gegen den Iran. Teheran wird beschuldigt, mit seinem Atomprogramm heimlich Nuklearwaffen herzustellen. Ölexporte sind die wichtigste Einnahmequelle des Landes. Die USA unterbinden seit Juli alle Geschäfte, die mit der Förderung, dem Verkauf und der Verarbeitung von Rohöl aus dem Iran in Verbindung stehen. Nach einem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) ist der Export von 1,74 Mio. Barrel am Tag auf 1 Mio. Barrel geschrumpft. Damit wurde der Iran von seiner Position als weltweit zweitgrößter Ölexporteur gestürzt. Das ist nun der Irak.

Indien gehört wie Japan, China und Südkorea zu den Staaten, die von den USA vorübergehend vom vollständigen Ölimportverbot ausgespart worden sind, weil sie ihre Einfuhrmengen zuvor deutlich gemindert haben. Trotzdem ist der Import für diese Drittstaaten kompliziert, weil europäische Versicherungsgesellschaften, die 85 Prozent Marktanteil bei den Schiffsversicherungen besitzen, solche Transporte nicht mehr versichern dürfen. Indien hat nun eine Notlösung gefunden: Der indische Staat selbst versichert Tanker über zwei staatliche Gesellschaften, die New India Assurance und die United India Insurance. Beide gewährleisten jeweils eine Sicherheit von 50 Mio. Dollar Schadensersatz für Kollisionen beziehungsweise die Ladung und Ölverschmutzungen.

Nach allgemein üblichen Standards ist der Tanker damit aber unterversichert: Üblicherweise werden Tanker mit der zehnfachen Summe abgedeckt. Die meisten indischen Reeder gehen ein solches Risiko für ihre Schiffe daher nicht ein.

Ähnlich wie Indien offeriert auch Japan seinen Reedern eine staatlich gedeckte Versicherung, allerdings laut einem im Juni verabschiedeten Notgesetz mit einer Schadenssumme von bis zu 7,6 Mrd. Dollar pro Schiff. Außerdem kommt der Iran diesen Ländern mit dem Angebot entgegen, Öl mit seiner eigenen Tankerflotte und mit einer eigenen Versicherung auszuführen. Darüber wird derzeit etwa in Südkorea verhandelt, das sämtliche Ölimporte aus dem Iran eingefroren hat und keine staatliche Versicherung auf die Beine stellen kann.

Auf die Versuche, das Ölembargo gegen den Iran zu umgehen, reagiert die Bundesregierung entsprechend ungehalten. Dort wird ein deutlicher Standpunkt vertreten: „Die Versuche von Reedern aus Indien und anderen asiatischen Ländern, die Iransanktionen für Öllieferungen zu umgehen, zeigen erneut, wie wichtig ein geschlossenes Vorgehen der Staatengemeinschaft gegen das iranische Atomprogramm ist.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Financial Times“, ftd.de

Schlagwörter: Indien, Iran, Öl, Sanktionen, Embargo, Ölembargo, Transport, Tanker, Rohöl, Versicherung, Versicherungsgesellschaft, Schiffe, Schifffahrt, Tankerflotte, Reeder, Reedereien, Atomprogramm, Nuklearwaffen, Ölexporteur, USA