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Südafrika: Das Schlachten der Nashörner

Meldung vom 23.08.2012

Die Jagd auf Nashörner in Südafrika hat ein neues brutales Rekordniveau erreicht. Der illegale Markt für die Dickhäuter wird dabei von vietnamesischen Syndikaten beherrscht. Die Tierschützer sind völlig überfordert. In ver Vergangenheit wurden zu keinem Zeitpunkt mehr Tiere erschossen.

„Abschlachten“, das ist das einzige Wort, mit dem Joseph Okori, Nashorn-Experte des Worldwide Fund for Nature (WWF), die Vorgänge in den südafrikanischen Savannen beschreiben kann. Während die Regierung sich bemüht, ein immer engmaschigeres Kontrollnetz aufzubauen, drängen immer neue internationale Wildererbanden in das Land. Sie setzen modernste Technik ein, um die Nashörner zu töten: von Nachtsichtgeräten über Schallschutzdämpfer bis hin zu Helikoptern.

„Die Ranger haben dem nichts entgegenzusetzen, sie haben keine Chance“, klagt Okori. Eine neue Studie der Internationalen Union für die Bewahrung der Natur (IUCN) und des WWF legt dar, wie ohnmächtig die Behörden sind: 2005 töteten die Wilderer in Südafrika demnach noch 14 Nashörner im Jahr, 2009 waren es 122, und die Autoren schätzen, dass die Wilderer bis Ende dieses Jahres über 500 Tiere abgeschlachtet haben werden. Grund ist die anhaltende Nachfrage nach Nashornprodukten in Staaten wie Vietnam und China.

Während die legale kommerzielle Jagd auf Nashörner durch das Artenschutzabkommen von Washington 1977 stark zurückgeschraubt werden musste, hat sich der Markt in den vergangenen Jahren offenbar illegal fortgesetzt. Die neue Studie fokussiert erstmals die Beteiligung der asiatischen Staaten an dem Problem, aus denen die neuen Nashornjäger kommen.

Die vornehmlich vietnamesischen Gruppen traten erst um die Jahrtausendwende in Erscheinung, sie sind mittlerweile aber die größten Wilderer: Von 150 illegalen Jägern, die die südafrikanische Regierung in diesem Jahr festgenommen hat, stammten 43 aus asiatischen Ländern – 24 davon allein aus Vietnam. „Die vietnamesischen Syndikate haben den Markt komplett übernommen und treiben das gesamte Jagdniveau nach oben“, unterstreicht WWF-Experte Okori.

Viele Verbraucher in asiatischen Ländern wenden die sogenannte Traditionelle Chinesische Medizin an. Diese beruft sich auf die heilende Wirkung des Horns vom Nashorn. Es soll gegen Fieber wirken, den Kater nach durchzechten Nächten wegzaubern und sogar Krebs heilen. Diverse Studien, zuletzt eine Untersuchung von Raj Amin von der zoologischen Gesellschaft London 2008, zeigen aber: Das Horn hat weit weniger Heilkräfte als Medikamente wie etwa Aspirin.

Doch der illegale Markt blüht ungehindert weiter. In Vietnam sind acht Behörden in den Kampf gegen den illegalen Nashornhandel getreten. Wie die IUCN-Studie belegt, ist dieser Behördendschungel ein großes Problem: Zwischen 2003 und 2009 verschwanden fast 500 legal erbeutete Hörner, die in Südafrika zum Export nach Vietnam bestimmt waren – sie kamen vor ihrer Registrierung in den inoffiziellen Handelskreislauf.

In den südafrikanischen Savannendörfern hat sich durch die externe Nachfrage indes ein inoffizieller Arbeitsmarkt entwickelt, wobei die Wilderei-Syndikate die Einwohner ausbeuten. Sie bezahlen den bitterarmen Menschen bis zu 500 Euro für ein Horn von zwei bis fünf Kilogramm Gewicht. In Vietnam und China erwirtschaften die Banden dann mit einem Kilogramm Hornpulver zwischen 50.000 und 65.000 Euro.

WWF-Mann Joseph Okori ist überzeugt, dass der Kampf gegen die Wilderei nur etwas bringt, wenn die Bewohner der Savannendörfer Arbeitsalternativen bekommen, etwa durch eine Ausbildung zum Ranger. „So profitieren sie auch nachhaltiger“, meint Okori. „Ein lebendes Tier wollen viele Menschen über mehrere Jahre hinweg sehen, ein gewildertes Horn kann man nur einmal verkaufen.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Tageszeitung“, taz.de

Schlagwörter: Südafrika, Nashorn, Nashornjagd, Nachtsichtgeräte, Helikopter, Syndikate, Asiaten, Chinesische Medizin, Handel, Heilkraft, Artenschutzabkommen, Artenschutz, China, Vietnam, vietnamesische Syndikate, Wilderer, Wilderei, Savanne, Ranger, Tierschützer