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Ruanda: Körbe für „Fairen Handel"

Meldung vom 06.09.2008

Korbmacherinnen in Ruanda finden auf dem internationalen Markt immer mehr Abnehmer für ihre handgefertigten Produkte: Ihre „Agasake“ oder „Friedenskörbe“ werden mit Hilfe des Privatsektors und ziviler Organisationen in alle Welt exportiert. Die Zusammenarbeit in Gemeinschaften hilft, die Wunden zu schließen, die der Völkermord von 1994 zugefügt hat.

Drei Frauen sitzen auf einer Bank vor einem Backsteinhaus in Gitarama, einer Stadt 40 Kilometer westlich der Hauptstadt Kigali. Sie erzählen sich den neuesten Klatsch und lachen dabei, während sie einen roten Faden um einen Strang Stroh wickeln. Was auf den ersten Blick einfach wie eine afrikanische Handarbeit aussieht, hat sich zu einem lukrativen Geschäft entwickelt.

„Die Arbeit an den Körben erfordert Kooperationsbereitschaft. Hass hat hier keinen Platz“, erklärt Eugenie Nyanzira von der Kooperative Rebunyuwe. „Zusammen weben wir an einer besseren Zukunft, an Frieden und Stabilität“. In Rebunyuwe sind sowohl Hutu- als auch Tutsi-Frauen in dem Projekt involviert – Mitglieder der Volksgruppe der Täter und der Volksgruppe der Opfer. Bei den Gräueltaten vor 14 Jahren wurden etwa 800.000 Menschen getötet.

Ruanda zählt zu den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, die Handelsbegünstigungen im Rahmen des US-amerikanischen Africa Growth and Opportunity Act (AGOA) von 2000 erhalten. Viele Exporteure sind in den vergangenen acht Jahren Versuchs-Projekte angegangen, um neue Handelsmöglichkeiten zu erschließen. Die handgefertigten ruandischen Körbe gehören dazu.

Die ruandische Regierung ermutigte Frauen dazu, sich zu Kooperativen zusammenzufinden und ihre Körbe an Fair-Trade-Exporteure zu verkaufen. Sie wurden dabei von der Weltfrauenorganisation UNIFEM und anderen internationalen Organisationen unterstützt.

Mitglieder der Kooperative verdienen an einem Korb mehr als doppelt soviel wie die Korbflechterinnen, die unabhängig und auf sich gestellt für den heimischen Markt produzieren. Die Gebühr, die beim Beitritt in die Genossenschaften gezahlt werden muss, wird schnell wieder erwirtschaftet.

„Die Leute hier konnten sich lange nicht vorstellen, dass auch Frauen erfolgreich Geschäfte führen können“, betont Janet Nkubana, Gründerin der Witwen-Hilfsorganisation Gahaya Links. Die Hilfsorganisation liefert mittlerweile bis zu 50.000 Körbe pro Jahr an das US-Kaufhaus Macy's und hat derzeit 3.000 Frauen angestellt.

In Ruanda befinden sich Geschäfte traditionell in Männerhand. Der Handel in dem Land ohne Zugang zum Meer ist allerdings alles andere als florierend. Über 60 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Im Hinblick darauf wird verständlich, was die 50 bis 80 US-Dollar bedeuten, die die Frauen monatlich mit ihren Körben verdienen. Sie, die sich nur durch Subsistenzwirtschaft über Wasser halten konnten, können ihre Kinder nun zur Schule schicken und erstmals etwas für ihr Leben im Voraus planen.

„Die Körbe haben den Frauen nicht nur wirtschaftliche Sicherheit gebracht, sondern ein soziales Netzwerk geschaffen“, bestätigt Donnah Kamashazi Gasana, Programmleiterin für UNIFEM in Ruanda. Die größere wirtschaftliche Stabilität führt zu mehr Ansehen in der Gemeinde. Dies wiederum hat zur Folge, dass sie sich in ihren Gemeinden auch politisch einsetzen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: afrika.info