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Somalia: Drama – Olympia-Athletin stirbt als Bootflüchtling

 
Meldung vom 24.08.2012

Sie war ein großes Hoffnungssignal für Somalia: An der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking zog Samia Yusuf Omar mit der Flagge ihres Landes an der Spitze ihres Teams in die Arena ein. Für 2012 wollte die somalische Sprinterin den Traum wieder verwirklichen: noch einmal bei der Olympiade mitlaufen. Doch der Staat Somalia hatte kein Geld für ihre Entsendung. Da nahm die Athletin ihr Schicksal selbst in die Hand und kaufte sich eine Überfahrt auf einem Flüchtlingsboot nach London. Doch das Boot ging unter.

Es ist die wohl dramatischste Geschichte der Olympischen Spiele von London. Eine 21-jährige Athletin versucht auf eigene Faust nach London zu kommen, um ihr Land an den Olympischen Spielen zu vertreten und ertrinkt auf einem Flüchtlingsboot im Mittelmeer.

Vor vier Jahren wurde die somalische Sprinterin Samia Yusuf Omar in Peking viel beachtet. Den olympischen Traum wollte Samia auch in diesem Sommer in London verwirklichen. Weil jedoch völlig ungewiss war, ob das von fundamentalistischen Muslimen dominierte Land überhaupt Athleten nach London schicken würde, ging die Olympionikin in Libyen an Bord eines Flüchtlingsboots. Wie jetzt bekannt wurde, kenterte das Boot Anfang April vor Malta und Samia kam im Mittelmeer ums Leben.

Schon für ihren Traum von Peking musste die Athletin viele Hürden nehmen. Muslimische Kräfte in Somalia wollten damals den Start der jungen Frau verbieten. „Ich renne gegen den Hass in meinem Land und um meiner Familie zu helfen“, gab sie damals zu.

Und Samia hat ihr Ziel erreicht. Sie war eine von zwei Athletinnen, die ihr Land in Peking vertreten hat. Mit der Rückennummer 2895 und in lockerer Laufkleidung lief sich die Sportlerin in die Herzen der Zuschauer – wohl auch weil sie mit ihrer Zeit von 32 Sekunden um Welten hinter den Spitzenläuferinnen über die Ziellinie lief.

Welten lagen auch privat zwischen der Athletin und den vielen anderen olympischen Athleten. Auf die Welt kam Samia Yusuf Omar 1991 im ersten Jahr des blutigen Bürgerkriegs in Somalia. In den Bombenattentaten und im Kugelhagel auf den Straßen von Mogadischu hat sie laufen gelernt und in einem Schussgefecht auch ihren Vater verloren. Aus dieser Welt wollte sie in diesem Sommer entkommen, um sich für die Sommerspiele von London zu qualifizieren. Um die gefährliche Reise zu bezahlen, wurde Geld gesammelt und Samias Mutter hat sogar ein kleines Grundstück veräußert, um der Tochter die Überfahrt zu ermöglichen.

Der Tod von Samia Yusuf Omar wurde vom ehemaligen somalischen Spitzen-Athleten Abdi Bile öffentlich bekannt gegeben. „Wisst ihr eigentlich, was aus Samia Yusuf Omar geworden ist?“, hat er den Mitgliedern des somalischen Olympischen Komitees vorgehalten. Weil niemand das wusste, gab Abdi Bilde die Antwort gleich selbst: „Sie ist auf dem Weg in den Westen gestorben. In Libyen hat sie ein Flüchtlingsboot bestiegen, aber in Italien ist sie nie angekommen.“

Die italo-somalische Schriftstellerin Igiaba Scego hat die Geschichte von Samia jetzt in ihrem Blog festgehalten, um auf die Kehrseite der Medaille aufmerksam zu machen. Auf der einen Seite gibt es diesen tragischen Vorfall einer jungen Athletin und auf der anderen Seite den schillernden Erfolg von Mo Farah. Der ehemalige somalische Flüchtling konnte sich in England niederlassen und hat in diesem Sommer für das Team Great Britain gleich zwei goldene Medaillen über 5.000 und 10.000 Meter errungen.

Im Interview mit Radio Vaticano setzt Igiaba Scego der jungen Athletin ein Denkmal und sagt, ihr Schicksal sei beispielhaft für ihr Land, das seit 21 Jahren unter dem Bürgerkrieg leide. „Es gibt Leute, die im Krieg geboren sind. Sie hatten nie die Möglichkeit, zu studieren, an ihre Zukunft oder Arbeit zu denken.“






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Aargauer Zeitung“, aargauerzeitung.ch

Schlagwörter: Somalia, Flüchtling, Bootflüchtling, Flüchtlingsboot, Olympische Spiele, London, Athletin, Sportlerin, Läuferin, Samia Yusuf Omar, Peking, Flagge, Reise, Malta, Spitzenläuferin, ertrunken, Olympiade