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Somalia: „Hoffentlich bekommen wir unseren Obama“

 
Meldung vom 12.09.2012

Die somalische Bevölkerung atmet auf: Endlich gibt es einen neuen Präsidenten – und was für einen! Mit Hassan Scheich Mohamud hat ein Überraschungskandidat die Führung ergriffen. Die von Bürgerkrieg, Terror und Piraten gepeinigte Bevölkerung hat nun allen Grund zur Hoffnung auf Veränderungen.

Lange Antrittsreden hält er nicht. Aber was er sagt, reicht für Jubelstürme. Mit einem Lächeln nimmt Hassan Scheich Mohamud am Montagabend, den 10.09.2012, die Wahl zum somalischen Präsidenten entgegen: „Ich gratuliere allen Somalis. Wir werden nun eine andere Richtung einschlagen.“ Der 56-jährige Professor ist eher Hilfsorganisationen als versierten Diplomaten ein Begriff. Doch das zerrüttete Land hat nun seinen Hoffnungsträger. „Ich hoffe, wir bekommen unseren Obama“, meint ein junger Somalier.

Noch vor wenigen Monaten stand dem Übergangspräsident von Somalia ein Aktionsradius von zwei Kilometern um den Präsidentenpalast herum zur Verfügung. So weit war die radikal-islamische Al-Schabaab-Miliz an das Zentrum der verbleibenden Macht vorgedrungen. Inzwischen hat sich die Lage gewendet – dank der kriegerischen Kraft der afrikanischen Friedenssoldaten. Die Miliz wurde in die Flucht geschlagen. Doch der Intellektuelle, dem die Zivilgesellschaft vertrauter ist als Machtintrigen, befindet sich auf einem dornigen Weg.

Denn das ausgezehrte Land am Horn von Afrika steht auf der Rangliste der „Failed States“, der gescheiterten Staaten, ganz oben. Große Teile der Bevölkerung können ohne Lebensmittelhilfen nicht überleben. Die Al-Schabaab-Miliz hat ein weit verzweigtes Terrornetz gesponnen. Dennoch herrscht Aufbruchstimmung. „Es ist eine große Chance für Somalia“, kommentiert Ernst Jan Hogendoorn von der International Crisis Group.

Eine Wahl wie aus dem Bilderbuch war das bei Weitem nicht, denn die Bevölkerung blieb davon ausgeschlossen. Zu schwierig ist die Sicherheitslage immer noch, um eine freie Wahl abhalten zu können. Ein völliger Neuling ist der Sohn eines islamischen Gelehrten in Mogadischu deswegen nicht. Er studierte an der Somali National University und verdingte sich danach als Lehrer und Dozent. 1988 erlangte er seinen Master in Indien. Später engagierte er sich als Berater der Übergangsregierung und bei Organisationen wie Unicef, dem UN-Entwicklungsprogramm, dem Zentrum für Recherche und Dialog in Somalia und der Weltbank.

Bis 2010 war Mohamud erster Dekan der Simad-Universität. Das erste Institut für Management und Verwaltung in Somalia, aus dem die Universität gebildet wurde, hatte er 1999 mit ins Leben gerufen.

Manche definieren den Mann zweier Frauen und Vater von 18 Kindern als einen „moderaten Islamisten“ – eine Beschreibung, die Mohamud selbst nicht mag, eröffnet sein ehemaliger Kollege und Freund Jabril Abdulle. Er sei „äußerst engagiert und leidenschaftlich“, ein „wirklicher Mann des Volkes“.

Seitdem Diktator Siad Barre 1991 entmachtet wurde und Somalia im Chaos unterging, arbeitete Mohamud für die Zivilgesellschaft und bemühte sich unter anderem, verfeindete politische Gruppierungen zu vereinen. 2011 gründete er schließlich die Partei für Frieden und Entwicklung.

Auch Vertreter des Auslands sind über die Wahl erfreut. „Er verkörpert wie kein anderer den Wechsel“, meinte die UN-Sonderbeauftragte für Somalia, Augustine Mahiga: „Mit ihm kann in Somalia wirklich eine neue Ära beginnen.“ Wegen Korruptionsvorwürfen hat sein Vorgänger das Misstrauen der westlichen Geldgeber geweckt, meint ein Diplomat: „Ein Wechsel in der politischen Landschaft Somalias war dringend nötig.“


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Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Financial Times“, ftd.de

Schlagwörter: Somalia, Präsident, Hassan Sheikh Mohamud, Obama, Hoffnungsträger, Mogadischu, Wahl, Amtseid, Wechsel, Veränderung, Al-Schabaab-Miliz