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Äthiopien: Die „Listros“ – Mit Schuheputzen die Schulgebühren verdienen

Meldung vom 09.11.2012

In Äthiopien sieht man sie an jeder Straßenecke – Kinder, die sich mit Schuheputzen Geld verdienen. An Freizeit können diese Kinder keinerlei Gedanken verschwenden. Spielen wäre Luxus. Um zur Schule gehen zu können, müssen sie arbeiten. Die kleinen Schuhputzer sind stolz, dass sie sich ihre Bildung schon so früh selbst bezahlen können.

So mancher in Deutschland wundert sich darüber, dass sich Menschen in dem staubigen, armen Afrika die Schuhe putzen lassen. Doch in Äthiopien legen die Menschen sehr großen Wert darauf, mit glänzend sauberen Schuhen durch den Alltag zu gehen. Zu jeder Tageszeit und an fast allen Ecken der Hauptstadt Addis Abeba lassen sich Kunden von größtenteils sehr kleinen Schuhputzern die Schuhe polieren. „Listros“ nennt sich diese Berufsschicht in dem Land am Horn von Afrika. Die Übersetzung lautet soviel wie „glänzend machen“.

Menschenrechtler werden sich sofort empören und darauf pochen, dass es sich um Kinderarbeit handelt und die kleinen Schuhputzer ihre Freizeit lieber mit Spielen verbringen sollten. Aber für viele junge Äthiopier ist die Nebentätigkeit vor allem eine Chance, sich eine Schulbildung zu leisten und somit in eine bessere Zukunft zu investieren. „Wer als Listro gearbeitet und die Schule besucht hat, kann auch das Land führen“, sagt der heute 19-jährige Abdurahman Kassim.

Dawit Shanko, der nach Berlin ausgewandert und dort einen Verein für die Kinder gegründet hat, sagt von sich selbst: „Ich war als Kind selbst Schuhputzer in Addis Abeba, und es hat mein Selbstbewusstsein ungemein gestärkt, dass ich mir einen Stift kaufen konnte, wenn er mir gefiel, und selbst für meine Schuluniform bezahlt habe“.

Rund 39.000 Jugendlichen verdingen sich nach Polizeiangaben allein in Addis Abeba auf der Straße. Das sind nicht nur Schuhputzer, sondern auch Autowäscher, Parkplatzwächter oder Bauchladenverkäufer. „Aber die meisten von ihnen werden wie Dreck angesehen und wie Kriminelle behandelt – dabei sind sie Teil der Lösung für Äthiopiens Probleme und können dazu beitragen, dem Land aus der Armut zu helfen“, weiß Shanko.

Schätzungen zufolge müssen sich rund 40 Prozent aller äthiopischen Schüler nebenbei Geld verdienen. „Weil wir arbeiten, gehen wir satt in die Schule. Wer nicht arbeitet, verliert seine Flügel“, stellt der 13-jährige Tamrad Kadwas nüchtern fest. Seine Existenzgrundlage findet sich in der sogenannten „Listro-Box“, in der er die Schuhcreme, die Tücher und Bürsten einpackt und die er als Hocker benutzt, wenn er seine Arbeit ausübt. In dem Metallkasten verwahrt er aber auch seine Träume. Etwa den, im Leben eine Wahl zu haben. Oder den, eine Familie gründen und für sie aufkommen zu können. Der zehnjährige Yusuf Feksadu meint selbstbewusst: „Heute sind wir Listro, morgen die Ernährer der Nation.“

In Äthiopien setzt sich auch
Gebende Hände für Straßenkinder ein. Wir unterhalten Schutzhäuser, Waisenheime und Speisungszentren für die Kinder, die auf die Straße geraten sind. Diejeningen, die in unsere Einrichtungen aufgenommen werden, erhalten auch ein Schulbildung.


Weiterführende Informationen

 Äthiopien: Wie hilft Gebende Hände?




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: europeonline-magazine.eu

Schlagwörter: Äthiopien, Listro, Schuhputzer, Bildung, Kinderarbeit, Addis Abeba, Kinder, Schule, Schulgebühren, Schuluniform, Kinderrechte, Selbstständigkeit, Nebenverdienst, Freizeit, Spielen