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Mexiko: Die Hinrichtung einer Musikerband

Meldung vom 31.01.2013

Mexiko trauert über den Mord an der Band Kombo Kolombia. Die Polizei entdeckte die 17 Leichen in einen Brunnen. Ein Mann konnte den Mördern entkommen. Vermutlich gerieten die Musiker zwischen die Fronten der Drogenkartelle.

17 Musiker wurden erschossen, und ganz Mexiko fragt sich: Warum musste die Kombo Kolombia sterben? War es ein Racheakt eines rivalisierenden Kartells? Auch fünf Tage nach der Entführung der Band haben die Behörden keine Anhaltspunkte. Weder zu den Tätern noch dem Motiv gibt es Klarheit. Nur eines ist laut des regionalen Sicherheitsbeauftragten, Jorge Domene, sicher: „Das war kein Zufall, sondern geplant.“

Am Dienstag, den 29.01.2013, bargen die Sicherheitskräfte die Leichen, die in der nordmexikanischen Wüste in einen engen, 15 Meter tiefen Brunnenschacht geworfen worden waren. Sie waren vor ihrer Hinrichtung offenbar mit Schlägen traktiert worden. Die Identität von 14 konnten inzwischen eindeutig festgestellt werden.

Dabei hatte alles wie ein normaler Auftrag begonnen: Am Donnerstagabend, den 24.01.2013, fuhren die Musiker der Kombo Kolombia zu ihrem Auftrittsort. Sie sollten ihre Musik auf einem privaten Fest 40 Kilometer nördlich ihrer Heimatstadt Monterrey darbieten.

Die Bandmitglieder zogen ihre Anzüge an und begaben sich zur Bar „La Carreta“. Rund 50 Gäste hatten sich versammelt, die Stimmung war laut Zeugen großartig, als die Band die ersten Songs anstimmte. Gegen Mitternacht war der Auftritt zu Ende, und dann verloren die Angehörigen den Kontakt, keiner der Musiker antwortete mehr auf seinem Handy. „Wir dachten zuerst, es läge an der schlechten Verbindung in die Provinz“, sagte die Freundin des kolumbianischen Keyboarders den lokalen Medien. Doch als Stunde um Stunde verging, wurde sie unruhig und schaltete die Behörden ein.

Am Wochenende schließlich entdeckten die Beamten auf einer Ranch in der Wüste die Leichen in einem Brunnen. Da waren die Musiker, die noch immer ihre schwarzen Band-Jacken trugen, bereits mehr als 36 Stunden tot.

Ein Bandmitglied überlebte und lieferte einen Augenzeugenbericht: „Kurz nach Mitternacht, als wir die Instrumente abbauten, tauchten mehrere Geländewagen auf. Ein Dutzend Schwerbewaffnete stiegen aus und zwangen uns einzusteigen“, erzählte der Mann. „Sie verbanden uns die Augen. Vier Stunden lang fuhren sie mit uns über Buckelpisten und verhörten uns. Ob wir einem Kartell angehörten, welche Drogen wir dealten.“

In der Nähe der Ranch Las Estacas, die Eigentum eines örtlich bekannten Drogenbosses ist, wurden die Musiker gewaltsam in Dreiergruppen aus dem Fahrzeug geschubst. In der Dunkelheit und dem Chaos konnte der Überlebende offenbar die Flucht ergreifen.

Er schlug sich durch die Büsche und erreichte über einen Nachbarhof die Landstraße, wo ein Lastwagenfahrer ihn aufgriff und bis zu einer Tankstelle brachte. Von dort alarmierte er die Militärs. Seine Freunde wurden derweil von den Killern erschossen.

Bisher gibt es nur Vermutungen, warum die Musiker sterben mussten. Ersten Recherchen zufolge trat die Band öfter in Nachtclubs auf, die dem Drogenkartell der Zetas gehören. Die Zetas liefern sich mit dem verfeindeten sogenannten Golf-Kartell brutale Gefechte um die Vorherrschaft in der Grenzregion. Möglicherweise hatte auch eines der Mitglieder Verbindungen zur Drogenmafia.

Musik ist in Nordmexiko ein gefährliches Geschäft. Das Banditentum, das sich in der Region bereits im vorigen Jahrhundert zu Zeiten der Prohibition mit dem Alkoholschmuggel in die USA verfestigte und in den vergangenen 30 Jahren dank des Drogenschmuggels florierte, hat eine eigene „Kultur“ ins Leben gerufen.

Die Veranstaltungen der Drogenkartelle sind zahlreich: Schönheitswettbewerbe, Hahnenkämpfe, Spiele in Casinos und Nachtclubs, alle diese Zusammenkünfte und Einrichtungen stehen unter der Kontrolle der Kartelle. Die Bosse und ihre Killer huldigen eigenen Narco-Heiligen und sind verrückt nach sogenannten Narcocorridos, Lieder, in denen die Heldentaten der Paten gepriesen werden. (Als Narcos werden Menschen bezeichnet, die in den Handel mit Drogen, engl. narcotics, verwickelt sind).

Mit diesen schnulzigen Balladen können Musiker sehr schnell sehr viel Geld verdienen, aber sie können genauso schnell das Leben eines Musikers kosten – wenn nämlich dem Auftraggeber oder dessen Gegenspieler der Song nicht passt. Aber nicht nur die Narco-Bänkelsänger sind im Visier der Kartelle, sagt der Experte Ellijah Wald.

Kombo Kolombia beispielsweise hatte sich auf Vallenato und Cumbia spezialisiert, aufreißende Tanzrhythmen aus Kolumbien mit Texten über das Leben und die Liebe. „Die Narcos beauftragen die Gruppen, die gerade in Mode sind, bei ihren Festen zu spielen“, meint Wald. „Und manchmal passiert just dann ein Racheakt eines verfeindeten Kartells. In diesem Krieg sterben viele, die zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort sind.“




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Welt Online“, welt.de

Schlagwörter: Mexiko, Musiker, Band, Kombo Kolombia, Leichen, Mörder, Drogenmafia, Drogenkartelle, Brunnen, Narcos, Narcocorridos, Balladen, Hinrichtung, Los Zetas, Golf-Kartell