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Afghanistan: Kein guter Empfang – Hagel in Kabul

 
Meldung vom 11.03.2013

Der Besuch des neuen US-Verteidigungsministers Chuck Hagel in Kabul stand unter keinen guten Vorzeichen. Erst sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. Mindestens neun Menschen fielen dem Attentat zum Opfer. Dann sagte Hamid Karzai einen gemeinsamen Presseauftritt ab.

Der Attentäter habe seine Bombe etwa 30 Meter vom Tor des Verteidigungsministeriums gezündet, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Ein Sprecher der Taliban warnte, der Anschlag war als „Botschaft“ an Hagel gedacht. Hagel habe sich allerdings nicht in der Nähe aufgehalten und war keinen Moment in Gefahr, sagte der ISAF-Sprecher. Nach Auskunft eines US-Militärvertreters befand sich der Minister an einem sicheren Ort in einem ISAF-Gebäude.

Hagel war am 05.03.2013 vom US-Senat als neuer Verteidigungsminister ernannt worden. Der 66-jährige Vietnam-Veteran übernimmt das Amt von Leon Panetta, der Afghanistan in seiner knapp zweijährigen Amtszeit fünfmal aufsuchte.

Noch heikler wurde ein politisches Signal der afghanischen Regierung eingestuft: Es ging um die kurzfristige Absage einer Feier, mit der Washington und Kabul die endgültige Übergabe des Gefängnisses von Bagram an die afghanischen Justizorgane signalisieren wollten. Offenbar hatten sich die Amerikaner auch danach noch ein Vetorecht in der Frage einräumen wollen, welche der Häftlinge von den Afghanen auf freien Fuß gesetzt werden sollten.

Die USA halten eine Reihe von Bagram-Häftlingen seit Jahren ohne Prozess hinter Gittern, weil sie sie als sehr gefährlich ansehen. Präsident Karzai hatte mitgeteilt, er werde die Häftlinge entweder vor Gericht stellen oder sie freilassen. Dabei pochte er darauf, dass die Afghanen die endgültige Entscheidung darüber selbst fällen dürften, denn diese Frage ist für Karzai seit langem eine wichtige Messlatte der afghanischen Souveränität.

Doch die Absage der Zeremonie zu Bagram sollte nicht der einzige Misserfolg bei Hagels Antrittsbesuch werden. Am Sonntag, den 10.03.2013, wurde – ebenfalls kurzfristig – ein gemeinsamer Medienauftritt des afghanischen Präsidenten mit seinem amerikanischen Gast abgesagt. Als offizieller Grund wurden Sicherheitsbedenken angegeben, doch man kann davon ausgehen, dass Hagel die Absage auch aus einem anderen Grund durchaus passte.

Karzai hatte nämlich zuvor in einer Fernsehansprache bemängelt, die USA stuften die Taliban nicht wirklich als Feinde ein und wollten 2014 auch nicht das Land verlassen. Vielmehr führten sie hinter seinem Rücken Verhandlungen mit den gleichen Leuten, die täglich Attentate in Afghanistan verübten. Karzai schimpfte schließlich, die Attentäter am Samstag dienten jenen ausländischen Mächten, die im Land am Hindukusch bleiben wollten.

Karzais Äußerungen sind, wenn er sich ans heimische Publikum wendet, oft provokativ oder schlichtweg ein Affront für jene Staaten, die in den letzten elf Jahren unter hartem militärischen und finanziellen Einsatz und der Hinnahme von Opfern versuchten, einerseits eine wichtige Basis des Terrornetzwerks al-Kaida zu zerschlagen, anderseits einem einigermaßen funktionierenden afghanischen Staat aufzurichten. Dass Karzai Hagels Antrittsbesuch als Anlass für die jüngste Diffamierung nutzte, scheint aufzudecken, dass die Nerven im Kabuler Präsidentenpalast blank liegen.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Neue Zürcher Zeitung, NZZ Online“, nzz.ch

Schlagwörter: Afghanistan, Chuck Hagel, Verteidigungsminister, USA, US-Verteidigungsminister, Attentat, Kabul, Verteidigungsministerium, Detonation, Tote, Hamid Karzai, Taliban, Verhandlungen, Absage, Bagram, Gefängnis, Übergabe, Presseauftritt, Provokation, ISAF