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Indien: Ein Land bietet seinen Frauen keinen Schutz

 
Meldung vom 20.03.2013

Kaum ein Tag vergeht, dass in Indien nicht erneut von Vergewaltigungen berichtet wird. Eine Schweizerin wurde am vergangenen Freitag (15.03.2013) im Bundesstaat Madhya Pradesh von mehreren Männern überfallen, ausgeraubt und vergewaltigt. Ihr gefesselter Ehemann musste Zeuge der Gewalttat werden. Weil das Opfer eine Touristin ist, macht das Verbrechen auch im Westen Schlagzeilen. Nach den vielen Vorfällen stellt sich immer häufiger die Frage: Ist der Staat überfordert mit dem Problem?

Seit im Dezember 2012 die brutale Vergewaltigung einer Studentin in Neu Delhi für einen Aufruhr in der Bevölkerung Indiens sorgte, hofften viele Bürger des Landes auf eine Veränderung. Sie starb an den Folgen der Tat, das stand weltweit in den Medien. Indiens Frauen und mit ihnen viele Männer standen auf, um gegen die in Indien weit verbreitete Gewalt gegen Frauen zu protestieren. Sie kämpften für mehr Sicherheit und vor allem darum, dass Polizei wie Justiz aktiver gegen die Täter einschreiten. Damit rüttelten sie an Frauen verachtende Grundeinstellungen von Staat, Justiz und Sicherheitsbehörden. Die Entrüstung machte sich im gesamten Land breit.

Nur: Was hat sich seither geändert? Zwar ist die indische Gesellschaft aufgeklärter über die Gefahren, denen Frauen in der Öffentlichkeit ausgesetzt sind. Zwar wurde endlich eine Debatte losgetreten, gibt es Forderungen nach mehr Zivilcourage zum Schutz von Frauen. Doch wirklich in Angriff genommen wurde im Grunde wenig. Regelmäßig offenbaren Umfragen, dass sich die Mehrheit der Inderinnen am Abend nicht mehr nach draußen traut. Das Trauma hat sich verfestigt – die Politik hat bisher nicht wirklich einen Kurswechsel vorgenommen.

Der Innenminister des Bundesstaates Madhya Pradesh, Uma Shankar Gupta, gab im Prinzip nichts anderes zu, als er am Sonntag zum Vergewaltigungsfall der 39-jährigen Schweizerin kommentierte: „Wenn ausländische Touristen kommen, dann (...) sollten sie die Polizeipräsidenten der Distrikte, die sie besuchen, über ihre Reisepläne informieren.“ Dann könne ihre Sicherheit gewährleistet werden.

Der Minister schob damit dem Schweizer Paar nicht nur die Mitschuld für die Vergewaltigung zu, wofür er schnell und zu Recht Kritik erntete. Er offenbarte auch seine eigene Hilflosigkeit. Die Erwartungen an die indische Politik waren nach den Protesten im Dezember sehr hoch. Jeder hatte die Hoffnung auf einen Wandel, der aber politisch anscheinend nur schwer durchsetzbar ist.

Tatsächlich nehmen Indientouristen die Gefahren nicht ernst genug. Während den meisten westlichen Frauen klar ist, dass man in streng islamischen Ländern besser in männlicher Begleitung unterwegs ist, verlassen sich viele Touristen in Indien immer noch auf eine relative Reisesicherheit. Selbst die Vergewaltigung der Studentin im Dezember hat das westliche Indienbild kaum angekratzt. Die Proteste machen wiederum einen positiven Eindruck. Doch die Vergewaltigung war eben kein Einzelfall sondern zeugt von einer gewaltbereiten Grundeinstellung gegen Frauen.

Zudem sind die Frauen selbst in männlicher Begleitung nicht sicher, Gruppenvergewaltigungen sind hier die Regel. Weder im Fall der Studentin aus Delhi noch im Fall der Schweizerin konnten die männlichen Begleiter eingreifen. Die Regierung arbeitet an neuen Gesetzen, ist aber offenkundig überfordert. Es gibt keine schnelle Lösung für die tief sitzende Missachtung der Frauen in Indien.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Zeit Online“, zeit.de

Schlagwörter: Indien, Vergwaltigung, Schweizerin, Touristin, Opfer, Gruppenvergewaltigung, Madhya Pradesh, Innenminister, Uma Shankar Gupta, Polizei, Gesetze, Gericht, Gewalt, Frauen, Frauenrechte, Gender, Proteste, Justiz