Unser Service für Sie


 [ » Newsletter ]

[ » zum Kontakt-Formular ]

[ » Material bestellen ]

[ » Geschenke bestellen ]



Videos aus unseren Projekten finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
[ » Gebende Hände – Youtube-Kanal ]


Wenn Sie Kunde von Amazon sind, können Sie Gebende Hände bei jedem Einkauf unterstützen – jedes Mal mit 0,5% des Kaufpreises. [ » Ja, das will ich.]


Südafrika: Aufarbeitung des Bergbau-Massakers – Polizisten vor Gericht

Meldung vom 22.03.2013

Sieben Monate nach dem Massaker von Marikana, bei dem südafrikanische Polizisten 34 streikende Bergarbeiter erschossen hatten, hat ein beteiligter Polizist erstmals gestanden, dass mindestens ein verwundeter Bergarbeiter erschossen worden sei. Am Dienstag (19.03.2013) gab der Kommissionsvorsitzende Ian Farlam die Aussage des Polizisten Hendrick Myburgh öffentlich bekannt. Demnach habe ein Kollege einen am Boden liegenden und verletzten Bergarbeiter umgebracht. Der Polizist habe seine Tat mit den Worten: „Sie verdienen den Tod“ gerechtfertigt. Myburgh sei aber nicht imstande, den Täter zu identifizieren.

Bisher hatte die Polizei angegeben, es habe sich um Selbstverteidigung gehandelt. Bereits einen Tag nach den Vorfällen am 16. August 2012 hatte Polizeichefin Riah Phiyega in einer Pressemitteilung behauptet, die Sicherheitsbeamten seien „zu maximaler Gewalt gezwungen“ gewesen, um „die militante Gruppe“ unter Kontrolle zu kriegen.

Phiyega musste sich am Dienstag vor der Kommission zu den Aussagen äußern, blieb jedoch auch nach der Zeugenaussage von Myburgh bei ihrer Version des Tathergangs. „Ich stehe dazu“, bekräftigte sie. Phiyega war nur zwei Monate vor dem Massaker von Südafrikas Präsident Zuma zur Polizeichefin berufen worden. Ihre Karriere hatte in der Öffentlichkeit großes Erstaunen ausgelöst, schließlich verfügte sie über keinerlei Qualifikation in diesem Bereich.

Phiyega arbeitete zuvor als Geschäftsfrau und hatte verschiedene Regierungsämter inne, die sich in keiner Weise mit Sicherheitsaufgaben befasst hatten. Dass sie über keine Kenntnisse in der Polizeiarbeit verfüge, sei „allgemein bekannt“, sagte sie.

Im Fall von Marikana hatten Obduktionsberichte gezeigt, dass mehrere Bergarbeiter Schusswunden im Rücken aufwiesen. Damit unterstützten sie Berichte von Augenzeugen und Videoaufnahmen, die den Veracht nahelegten, dass es sich bei der Schussabgabe in vielen Fällen nicht um Notwehr gehandelt hatte.

Am Mittwoch besuchten Kommissionsmitglieder die Bergbaustadt Marikana und ließen sich auch zu den Orten führen, an denen im Laufe des brutal geführten Streiks in den Tagen vor dem Massaker zwei Polizisten ums Leben kamen. Die Untersuchung zum gewalttätigsten Polizeieinsatz seit der Demokratisierung des Landes soll bis Ende Mai zu einem Ergebnis kommen.




Quelle: „UNRIC (Pressemitteilung)“, www.unric.org

Schlagwörter: Südafrika, Massaker, Untersuchung, Polizei, Marikana, Bergbau, Bergarbeiter, Schusswunden, Rücken, Notwehr, Riah Phiyega, Polizeichefin, Obduktion, Aussage, Streik