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Uganda: Grausamer Kult – Wo Kinder zu Menschenopfern werden

Meldung vom 10.04.2013

Aberglauben, grausame Medizinmänner und Menschenopfer – diese Phänomene werden oft im Zusammenhang mit westafrikanischem Voodoo gesehen. Seit einiger Zeit kommen aber auch in Uganda immer häufiger Ritualmorde an Kindern vor. Geschäftsleute glauben, dass Blutopfer ihnen Erfolg im Unternehmen bringen.

Die kleine Sylvia Ssuubi hütete das Vieh ihrer Familie in Zentral-Uganda, als die Schlächter kamen. Zuerst wusste niemand, was mit ihr an jenem schrecklichen 25. Februar 2013 geschehen war. Als ihr lebloser Körper entdeckt wurde, hatte er keine Genitalien mehr. Wenige Tage später lag es auf der Hand: Die Zehnjährige fiel einem Ritualmord zum Opfer.

Drei Verdächtige wurden mittlerweile festgenommen, darunter eine Frau und ein traditioneller Heiler. Mord lautet die Anklage. Fast zur gleichen Zeit wurde ein Junge im Südwesten des Landes umgebracht. Ihm wurde die Zunge abgeschnitten.

Im ostafrikanischen Uganda herrscht jetzt Furcht. Eltern sind in Sorge, dass auch ihre Kinder verschleppt und geopfert werden könnten. „Menschenopfer sind früher nicht Teil unserer Kultur gewesen“, berichtet der Hexendoktor Lawrence Kasamba. „Aber jetzt kommen immer mehr Leute, die mich darum bitten, ihnen Körperteile von Kindern zu besorgen.“

Eigentlich ist die Tradition der Menschenopfer in Westafrika zu Hause. Sie stammt aus dem Voodoo-Kult. Angeblich soll die Opferung und Verstümmelung von Kindern zum finanziellen Erfolg von Geschäftsleuten verhelfen. Erst vor vier Jahren war ein reicher Unternehmer aus Ugandas Hauptstadt Kampala ergriffen und zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er Körperteile eines kleinen Jungen als Opfergabe auf seinem Baugrundstück vergraben hatte.

„Bis vor wenigen Jahren wurden hauptsächlich Vögel und kleine Tiere rituell getötet“, berichtet Innocent Kamay, ein Soziologie-Dozent an der Makerere-Universität in Kampala. „Aber jetzt wollen ugandische Geschäftsmänner vor ihrem nächsten Großprojekt eine Art ,Blut-Versicherung’ für den Erfolg ihres Unternehmens.“

Einen wichtigen Stellenwert bei den grausamen Morden haben die afrikanischen Medizinmänner, die Zauberer, die Hexenmeister. Die Geschäftsmänner selbst machen sich ihre Hände meist nicht schmutzig, sie beauftragen die Medizinmänner zum Ritualmord.

„Die Unternehmer kommen mit viel Geld zu mir, aber ich jage sie immer davon“, bezeugt der 42-jährige Hexendoktor Kasamba und fügt hinzu: „Manche Heiler fordern die Leute auf, ihre eigenen Kinder zu bringen, um sie abzuschrecken. Aber das wirkt nicht, sie kommen tatsächlich mit ihren Söhnen und Töchtern zurück.“ Im Mai 2011 etwa schleppte ein Mann seinen zwölfjährigen Neffen im Bezirk Mukono zu einem Heiler und ließ ihn dort töten. „Die Geister brauchen Blut, um Macht zu haben“, behauptete er später.

Mitglieder der Organisation hatten zwischen Juni und September 2012 in 25 ugandischen Gemeinden Untersuchungen angestellt und Zeugenaussagen registriert. Der daraus entstandene 59 Seiten lange Report des Briten Simon Fellows mit dem Titel „Menschenopfer und Verstümmelung von Kindern in Uganda“ präsentiert, dass die Zahl der Ritualmorde seit 2005 stetig angestiegen ist. Mittlerweile werde fast jede Woche mindestens ein Kind Opfer eines Ritualmordes. Auch in Südafrika und Mosambik werden ähnliche Beobachtungen angestellt.

Die Kinder und Jugendlichen seien zwischen drei und 18 Jahren alt, heißt es im Bericht weiter. Jedoch gab es auch schon Fälle, wo Hochschwangere dem Wahn zum Opfer fielen. Zaubermeister entfernten den Fötus und opferten ihn.

Die Ugander haben einen Weg gefunden, um ihre Kinder zu schützen. Dem gängigen Aberglauben zufolge ist die Hexerei unwirksam, wenn die Kinder schon Narben tragen – also bereits Blut geflossen ist. „Wir stechen den Mädchen schon in ganz jungem Alter Ohrlöcher und beschneiden die Jungen“, erklärt die 24-jährige Agnes Matovu. Auch ihre neunjährige Tochter hat schon seit dem Krabbelalter Ohrringe. „Vor drei Jahren wurde der Sohn meiner Schwester entführt, aber die Mörder haben ihn gehen lassen, als sie sahen, dass er beschnitten war“, bezeugt Matovu.

Regierung und Polizei versuchen, die Situation unter Kontrolle zu bekommen. „Wir verfolgen jeden einzelnen Fall“, versichert Polizeisprecher Vincent Sekate. Die Organisation Humane Africa hat da eine andere Perspektive und berichtet, dass zwischen Juni und September 2012 nur vier Ritualmorden offiziell nachgegangen wurde – obwohl die Organisation im gleichen Zeitraum Zeugen für rund 20 Menschenopfer gesammelt hatte. „Das lässt Zweifel an der Genauigkeit der Polizeiberichte aufkommen“, mahnt die Gruppe.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „T-Online“, www.t-online.de

Schlagwörter: Uganda, Menschenopfer, Ritualmord, Voodoo, Kinder, Opfer, Medizinmänner, Heiler, Blutopfer, Geschäftsmänner, Aberglaube, Narben, Kult, Verstümmelung, Polizei, Körperteile