Unser Service für Sie


 [ » Newsletter ]

[ » zum Kontakt-Formular ]

[ » Material bestellen ]

[ » Geschenke bestellen ]



Videos aus unseren Projekten finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
[ » Gebende Hände – Youtube-Kanal ]


Wenn Sie Kunde von Amazon sind, können Sie Gebende Hände bei jedem Einkauf unterstützen – jedes Mal mit 0,5% des Kaufpreises. [ » Ja, das will ich.]


Somalia: Wo Christen jeden Tag ihr Leben riskieren

Meldung vom 16.05.2013

Mit einer auf der Scharia fußenden Verfassung und der Gewalt durch islamistische Terroristen ist Somalia einer der gefährlichsten Orte für Christen weltweit. Doch nun wollen die UN die örtlichen Milizen noch stärker zurückdrängen.

Der Al-Kaida-Sanktionsausschuss des UN-Sicherheitsrates werde künftig enger mit den einzelnen UN-Organisationen vor Ort kooperieren, erklärte der Vorsitzende des Komitees, Gary Quinlan, in New York. „Wir werden jede Anstrengung unternehmen, um mit den Sanktionen Al-Kaida und ihre Ableger davon abzuhalten, den internationalen Frieden und die Sicherheit zu gefährden“, versicherte er. Neben der jemenitischen und der malischen bleibt laut Quinlan vor allem die somalische Gruppierung eine ernstzunehmende Gefahr: die Al-Schabaab. Seit 2006 gehen die Milizen mit Autobomben, Selbstmordanschlägen und Enthauptungen gegen die Regierung vor.

Genaue Zahlen zu Somalias Christen liegen nicht vor. Die Diözese Mogadischu, der Hauptstadt des Bürgerkriegslandes, existiert nur noch auf einer Karteikarte und verfügt längst nicht mehr über registrierte Mitglieder. Die Schätzungen zielen auf 200 bis 1.000 Christen – auf dem Hintergrund von acht Millionen Muslimen. Die Kathedrale von Mogadischu wurde 2008 vernichtet; Gottesdienste gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr. Der letzte Bischof von Mogadischu wurde 1989 von Rebellen exekutiert.

„Ich bin hier nicht Bischof, sondern nur der Apostolische Administrator, also Verwalter, in Mogadischu“, berichtet Giorgio Bertin, Bischof von Dschibuti. „In Somalia bewege ich mich ohne die Kennzeichen eines Priesters, abgesehen von meinem Bischofsring.“ Nach 22 Jahren Anarchie sei noch nicht daran zu denken, sich als Priester zu erkennen zu geben und sich frei zu bewegen. Es werde noch einige Zeit verstreichen, bis normales Leben nach Mogadischu einkehre.

Somalischen Christen kann Bischof Bertin nur unter „höchster Geheimhaltung“ begegnen. Normalerweise übermittle er seinen Segen über Telefon oder per e-Mail. Ihren Glauben leben die Christen im Untergrund. Vorzufinden sind protestantische und katholische Christen am ehesten in der Hauptstadt, da das Leben hier am meisten Anonymität bietet. In der Vergangenheit gab es immer wieder Nachrichten, wonach Christen demonstrativ in Moscheen gingen, um keinen Anstoß zu erregen.

Viele haben nur die Möglichkeit, christliche Gottesdienste über das Radio zu empfangen, übertragen von Sendern im benachbarten Kenia oder Äthiopien. Mit dem Internet gelang Mogadischus Christen die Einrichtung einer zusätzlichen Nische: In den vergangenen Jahren wurden mindestens sechs Webseiten gegründet, die sich an somalische Christen wenden.

Die Somali Believers Fellowship ist einer dieser Internetauftritte. Betreiber der Seite ist der 1967 in Mogadischu geborene Abdi Dule. Mit 18 Jahren konvertierte er zum Christentum. „Ich hatte wenige echte Freunde, und die waren Christen“, sagt er. Seine Familie habe er verlassen müssen, da sie seinen neuen Glauben nicht tolerierte. 1991 ergriff er die Flucht nach Kenia, wo er studierte und bis heute wohnt. „Ich floh aus meiner Heimat, weil ich Christ bin. Hätte es keine Verfolgung gegeben, wäre ich trotz des Bürgerkriegs geblieben.“ Die Plattform habe er aus dem Gefühl heraus ins Leben gerufen, seinen Glauben mit seinen Landsleuten teilen zu müssen. Denn da ist er sich sicher: „Sie haben den Frieden Jesu wirklich nötig.“

Vor zwei Jahren konnten die Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) und die Regierungskräfte die Rebellen aus Mogadischu herausdrängen. Doch Anschläge wie die Selbstmordattacke Anfang Mai beweisen, wie fragil die vermeintliche Sicherheit noch ist. „Die Regierung ist immer noch schwach“, betont Bischof Bertin. „Bei meinen jüngsten Gesprächen mit Kabinettsmitgliedern zeigten sich diese offen. Und gewiss werden sie auch Wert auf Glaubensfreiheit legen.“ Noch sei dies aber schwierig zu realisieren – denn die „Feinde der Menschenrechte“ haben immer noch viel Macht und sind bereit zuzuschlagen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: domradio.de

Schlagwörter: Somalia, Christen, Mogadischu, Bedrohung, Verfolgung, Scharia, Al-Schabaab, Glaube, Religion, Internet, Radio, Gottesdienst, Untergrund, Geheimhaltung, Priester, Diözese, Islam, Islamisten, Webseite, Moschee