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Kenia: Flüchtlinge wollen nicht zurück

Meldung vom 20.06.2013

Heute, am 20. Juni 2013, ist Weltflüchtlingstag. Dieser Tag wird in vielen Ländern von Aktivitäten und Aktionen begleitet, um auf die besondere Situation und die Not der mittlerweile über 45 Millionen Flüchtlinge aufmerksam zu machen. Im weltweit größten Flüchtlingslager Dadaab in Kenia leben überwiegend Somalier, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind und nicht in ihre Heimat zurückkehren wollen. Kenias Regierung fordert nun die Umsiedlung der Menschen.

Das riesige Flüchtlingslager an der Grenze zwischen Kenia und Somalia gleicht in vielerlei Hinsicht einer Stadt: Die Menschen drängeln sich vor Ständen mit Obst und Getreide, und kleine Läden bieten ihre Waren an. Telefonkarten, Batterien und sogar Elektrogeräte gibt es zu kaufen.

Bereits seit über 20 Jahren gibt es dieses Lager. Heute leben in den einfachen Hütten und Zelten rund eine halbe Million Menschen. Viele von ihnen sind hier schon aufgewachsen. „Ich war ein Jahr alt, als ich ins Camp kam“, sagt ein junger Mann und fügt hinzu: „Jetzt bin ich 23.“ Vor etwa zwei Jahren gab es einen besonders großen Ansturm von Menschen, die auf der Flucht vor Dürre und Hunger in Somalia waren. Seitdem ist Dadaab hoffnungslos überfüllt.

Für die kenianische Regierung ist das Camp schon lange ein Ärgernis. Nun konsultierte Präsident Uhuru Kenyatta seinen somalischen Amtskollegen, um mit ihm die Rückführung der Flüchtlinge zu erörtern. Kenia möchte lieber den Friedensprozess in Somalia unterstützen, anstatt die Flüchtlinge noch länger zu beherbergen. „Wir rufen andere Regierungen auf, mit uns zusammenzuarbeiten“, sagte Kenyatta und ergänzte: „Wir sollten die Informationen unserer Sicherheitsbehörden austauschen. So kann es uns gelingen, Al-Schabaab zu schlagen.“

Die radikal-islamische Miliz hatte viele Jahre große Gebiete Somalias unter ihrer Kontrolle. Vor knapp zwei Jahren gelang es Truppen der Afrikanischen Union, sie aus der Hauptstadt Mogadischu zu vertreiben. In jüngster Zeit ist die Miliz aber wieder vermehrt aktiv und verübt Anschläge aus dem Untergrund. So geht auch der Anschlag auf ein Gebäude der Vereinten Nationen am Mittwoch zu Lasten von Al-Schabaab.

Gleichwohl ist die Situation in Somalia Einschätzungen internationaler Organisationen zufolge nicht mehr völlig aussichtslos. Anlass zur Hoffnung gibt vor allem die neue Regierung, die seit letztem Jahr im Amt ist. Präsident Hassan Scheich Mohammed wird zugetraut, Somalia in friedlichere Fahrwasser zu lenken. Er selbst hält die Lage im Land schon für ausreichend stabil, um die Flüchtlinge aus dem Camp zurückzuholen. „Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen wieder in ihre Dörfer gehen. Somalia ist ihr Land, dort haben sie ihr Zuhause,“ sagt er.

In Dadaab selbst sind die meisten Bewohner allerdings anderer Meinung. Gerade für die jungen Menschen dort ist Somalia längst nicht mehr ihre Heimat. Viele waren überhaupt noch nie da oder haben keine Erinnerung mehr an das Land. Eine Frau berichtet: „Ich war sehr jung, als ich hier angekommen bin. Meine Mutter hat mich auf dem Rücken getragen. Wir wollen nicht zurückgehen. Gerade für Frauen ist es in Somalia gefährlich. Wir könnten vergewaltigt oder sogar getötet werden.“ Und ihr Bekannter fügt hinzu: „Ich habe Somalia noch nie gesehen. Wenn ich jetzt dorthin gehe, wäre ich völlig fremd.“

Die Regierungen beider Länder scheinen allerdings auf diese Gefühle nicht viel Rücksicht nehmen zu wollen. Auf einer Konferenz zu Somalia, die für August in Nairobi anberaumt ist, soll über die Details der Rückführung beraten werden. Nach Vorstellung der kenianischen Regierung soll die Umsiedlung noch in diesem Jahr beginnen.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Kenia Weltflüchtlingstag, Flüchtlingslager, Dadaab, Bürgerkrieg, Umsiedlung, Grenze, Somalia, Dürre, Hunger, Camp, Präsident, Uhuru Kenyatta, Friedensprozess, Al-Schabaab, radikal-islamisch, Miliz, Afrikanische Union, Mogadischu, Anschlag, Hassan Scheich Mohammed, Nairobi