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Global: Obama unternimmt große Afrikareise

 
Meldung vom 28.06.2013

Der amerikanische Präsident wird Senegal, Südafrika und Tansania einen Besuch abstatten. Washington will sein Beziehungen mit dem afrikanischen Kontinent verfestigen. Das hat auch mit dem zunehmenden Übergriff der Chinesen zu tun.

Der amerikanische Präsident Barack Obama unternimmt seine erste große Afrika-Reise. Er wurde am Donnerstag (27.06.2013) in Senegal begrüßt. Von der senegalesischen Hauptstadt Dakar aus will Obama, der mit seiner Ehefrau Michelle unterwegs ist, nach Südafrika weiterreisen und dort ein ganzes Wochenende Station machen. Die letzte Etappe ist Tansania. Alle drei Länder seien „strategische Partner“ und solide Demokratien, erklärte das Weiße Haus.

In Kenia, woher sein Vater stammt, lässt Obama sich schon deshalb nicht blicken, weil dort im März mit Uhuru Kenyatta ein Präsident gewählt wurde, den der Internationale Strafgerichtshof in Zusammenhang mit den blutigen Unruhen im Zuge der Wahlen von 2007 der Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezichtigt. Ein Treffen mit Nelson Mandela kommt nicht zustande, denn der erste schwarze Präsident Südafrikas ringt mit dem Tod.

„Wir sehen Afrika als eine der wichtigsten aufstrebenden Regionen der Welt an“, teilte Ben Rhodes, ein Berater Obamas aus dem Nationalen Sicherheitsrat mit. „Und als einen Ort, wo die Vereinigten Staaten ihr Engagement in den nächsten Jahren entscheidend verstärken sollten.“ Worauf es Obama bei seiner Afrikareise ankommt, ist schon anhand der Zusammensetzung seiner Delegation erkennbar. 500 Geschäftsleute sind im Gefolge des Präsidenten.

Bislang gehörte Afrika nicht zu den Prioritäten des amerikanischen Präsidenten, obwohl sich der Kontinent nach Obamas Wahl zum ersten schwarzen Präsidenten Amerikas große Hoffnungen auf eine engere Beziehung zu den Vereinigten Staaten gemacht hatte. Viele Kenianer sind enttäuscht über Obamas Desinteresse. Obamas Vorgänger George W. Bush und Bill Clinton hatten mehr Engagement gezeigt, beide hatten große Reisen nach Afrika unternommen. Bush setzt sich noch heute in diversen Gesundheitsvorsorgeprogrammen für Afrika ein.

Wenn sich Obama in seiner zweiten Amtszeit eine ganze Woche Zeit nimmt für seine Afrikareise, lässt sich das auch auf die inzwischen allgegenwärtige Präsenz der Chinesen zurückführen. Das Handelsvolumen zwischen China und den afrikanischen Ländern ist von zehn Milliarden Dollar im Jahr 2000 auf 166 Milliarden Dollar im Jahr 2011 angewachsen. Auch aufstrebende Mittelmächte wie die Türkei und Brasilien drängen immer stärker nach Afrika. Im Fokus stehen dabei längst nicht mehr nur die Rohstoffe wie Öl, Kupfer oder Eisenerz. Im Auge hat man inzwischen auch den Export von Konsum- und Technologiegütern, weil der Wirtschaftsboom der vergangenen Jahre eine neue, kaufkräftige Mittelklasse hat entstehen lassen. Auch auf diesem Markt haben sich chinesische Unternehmer längst die besten Plätze gesichert.

Die Reise Obamas steht im Verdacht, zu einer der teuersten zu werden, die ein amerikanischer Präsident je unternommen hat. Zwischen 60 und 100 Millionen Dollar werde sie kosten, deutet die Washington Post unter Berufung auf Angaben aus den Sicherheitsbehörden an. Zum Schutz des Präsidenten seien Hunderte Mitarbeiter des Secret Service verteilt auf die drei Stationen der Reise abbestellt, ferner werde der Präsident durch eine Flotte gepanzerter Fahrzeuge, Hubschrauber und sogar Kampfflugzeuge beschützt.

Vor der Küste Südafrikas hat sich seit Montag ein Flugzeugträger eingefunden. Ähnliche Sicherheitsmaßnahmen wurden für Senegal und Tansania getroffen. In der südafrikanischen Hauptstadt Johannesburg konnten sich die Menschen schon am Dienstag einen Eindruck davon machen, was sie am kommenden Wochenende erwartet, als plötzlich fünf amerikanische Militärhubschrauber über der Stadt flogen.






Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, faz.net

Schlagwörter: Globale Projekte, Barack Obama, Afrikareise, Michelle Obama, Senegal, Südafrika, Tansania, China, Wirtschaft, Handel, Geschäftsleute, Demokratie, Kenia, Uhuru Kenyatta, Sicherheitsmaßnahmen, Secret Service, Hubschrauber, Konsum, Export, Mittelklasse