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Sudan: In Darfur droht erneut eine Flüchtlingstragödie

Meldung vom 04.07.2013

Im Westen des Sudans spielt sich erneut ein Flüchtlingsdrama ab. Wenn sich die internationale Gemeinschaft nicht mit humanitärer Hilfe für den Schutz der Zivilbevölkerung einsetzt, hätte das katastrophale Folgen, warnte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Mittwoch (03.07.2013) in Göttingen. „In den vergangenen zehn Jahren des Darfur-Konflikts ging es den Flüchtlingen noch nie so schlecht wie heute“, betonte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius.

In vielen Lagern mangelt es an Zelten, Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten, da immer neue Flüchtlinge dort ankommen. Allein in der vergangenen Woche hätten 17.000 Menschen wegen Kämpfen in der Region East Jebel Marra (Nord-Darfur) ihre Heimat verlassen. Seit Januar 2013 seien bereits mehr als 350.000 Darfuris vor der eskalierenden Gewalt im Westen des Sudan weggelaufen, 50.000 flohen ins Nachbarland Tschad.

„Dringend muss die UNAMID-Friedenstruppe der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union ihre Patrouillen in und außerhalb der Flüchtlingscamps wieder aufnehmen, um den hilflosen Flüchtlingen Schutz zu bieten“, warnte Delius. Denn auch in den Lagern nehme die Gewalt zu. Es werden immer mehr Übergriffe und Vergewaltigungen gemeldet, so dass viele Zivilisten nicht in den Camps bleiben, sondern sich weiter auf die Suche nach einer sicheren Obhut begeben. Dies sei bei einsetzender Regenzeit aber lebensgefährlich, denn die Flüchtlinge landen in der Wildnis. Nirgendwo gebe es Einrichtungen, die so viele neue Flüchtlinge versorgen können.

„Die UNAMID wurde ausdrücklich mit dem Schutz der Zivilbevölkerung beauftragt“, bemerkte Delius. „Nun muss sie dieses Mandat auch ernst nehmen und wenigstens in den Lagern Sicherheit garantieren.“ Die UNAMID begründete den Stopp der Patrouillen mit Versorgungslücken bei Fahrzeugen und Treibstoff. „Das ist ein Armutszeugnis für eine der teuersten und größten Friedensmissionen in der Geschichte der Vereinten Nationen“, klagt Delius.

Darfur sei heute ein vergessener Konflikt, nachdem der Völkermord jahrelang in den westlichen Medien Widerhall fand, kritisierte die GfbV. Die Darfuris müssten vor inter-ethnischen Auseinandersetzungen ebenso Reißaus nehmen wie vor Kämpfen zwischen sudanesischer Armee und Freiheitsbewegungen und vor Luftangriffen der sudanesischen Luftwaffe. „Die anhaltende Bombardierung der geschwächten Zivilbevölkerung in der Region Jebel Marra ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das von der internationalen Gemeinschaft nicht tatenlos hingenommen werden darf“, prangerte Delius an. Denn mit den Bombardements verlieren die Menschen auch ihre Existenzgrundlage. Die Luftangriffe machte auch vor den Viehherden nicht Halt, die die Basis der traditionellen Wirtschaft in der Region bilden.

Rund 1,7 Millionen Menschen, so die GfbV, fristen ihr Dasein als Binnenflüchtlinge im Westen des Sudans. 300.000 Darfuris haben im benachbarten Tschad Obhut gesucht.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Entwicklungspolitik Online“, epo.de

Schlagwörter: Sudan, Flüchtlinge, Darfur, UNAMID, Blauhelme, Patrouillen, Flüchtlingslager, Gewalt, Vergewaltigungen, Überfälle, Regenzeit, East Jebel Marra, Bombenangriffe, Bombardements, Luftangriffe, Vieh, ethnische Auseinandersetzungen, Friedensmission, Mandat