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Uganda: Zehntausende Flüchtlinge aus dem Kongo

Meldung vom 16.07.2013

Bei schweren Kämpfen im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind seit Sonntag (14.07.2013) mindestens 130 Menschen ums Leben gekommen. Zehntausende Menschen haben sich ins nahegelegene Uganda gerettet.

Unter den Opfern befanden sich 120 Rebellen der Organisation M23 und zehn Soldaten, erklärte ein Sprecher der Regierung in Kinshasa, Laurent Mendé.

Zwölf Rebellen seien festgenommen worden. Die Gefechte waren am Sonntag in Mutaho in der Provinz Nord-Kivu nahe der Stadt Goma ausgebrochen. Dort waren am Montag Mörsergranaten explodiert. Laut Mendé eroberten die Regierungstruppen mehrere Stellungen der Rebellen.

Zuvor hatten nach einem Angriff der ugandischen Rebellengruppe Alliierte Demokratische Truppen (ADF) im Osten Kongos bereits zehntausende Menschen im nahegelegenen Uganda Schutz gesucht. Man geht von einer Zahl von 55.000 aus.

UN-Soldaten hätten bei den jüngsten Kämpfen nicht interveniert, sagte der Regierungssprecher. Dabei wurde erst kürzlich eine Brigade von rund 3.000 schwer bewaffneten Blauhelmsoldaten aus Malawi, Südafrika und Tansania in die Region geschickt. Sie sind nicht nur Friedenstruppen, sondern haben das Mandat, militärisch einzugreifen und die Rebellen zu bekämpfen. In der Gegend sind bereits etwa 17.000 UN-Soldaten im Einsatz, die Zivilisten schützen sollen.

Die Rebellenbewegung M23, die aus ehemaligen Soldaten besteht, hatte sich im vergangenen Jahr mit Gewalt gegen die Regierung der Demokratischen Republik Kongo aufgelehnt. Kinshasa und die UN beschuldigen die Nachbarstaaten Uganda und Ruanda, der M23 Rückhalt zu geben. Beide Staaten wiesen diesen Vorwurf zurück.

Als vergleichsweise stabiles Land in einer von Kämpfen zermürbten Region ist Uganda Anlaufstelle für viele Menschen, die vor der Gewalt aus ihren Heimatstaaten Reißaus nehmen. Mehr als 200.000 Flüchtlinge und Asylsuchende sind laut dem UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR in Uganda untergekommen, die große Mehrheit stammt aus der Demokratischen Republik Kongo.

Einer von ihnen ist John Kibanga (29) aus Rutshuru in der Provinz Nord-Kivu. Seit sieben Jahren wohnt er in Kampala. Schon sein Vater, ein Journalist, sei von Milizen getötet worden, berichtet er. Er selbst sei zweimal entführt worden: 2003 von einer Gruppe Mai-Mai-Milizen, später von Männern des Ex-Rebellenführers Laurent Nkunda, als diese Rutshuru eroberten. „Ich wurde gefoltert, vergewaltigt und dazu gezwungen, Morde mit anzusehen.“

Jedes Mal setzten sich Bekannte für ihn ein und verhandelten seine Freilassung. Als Milizen ihn 2006 schließlich ein drittes Mal mit sich nahmen, wurden diese von einer anderen Rebellengruppe überwältigt. Dabei gelang Kibanga die Flucht – doch der Weg zurück in seinen Heimatort war ihm verwehrt. So gelangte er nach Uganda. „Leute haben mir gesagt, dass meine Frau entführt worden sei. Ich habe keine Nachricht mehr erhalten.“

Jedes Mal, wenn im Osten des Kongo wieder schlimme Kämpfe toben, strömen tausende Flüchtlinge über die Grenze nach Uganda, um in einer der Flüchtlingssiedlungen Obdach zu suchen, so die Vize-Chefin des UNHCR in Uganda, Sakura Atsumi. Die Situation ist chaotisch: „Die Allianzen der kämpfenden Gruppen ändern sich manchmal täglich.“

Beim jüngsten Angriff in Nord-Kivu überquerten wieder mehr als 50.000 Menschen die Grenze nach Uganda. Sie alle strömten in die Notunterkünfte. Das Rote Kreuz stuft den jetzigen Zustand als eine neue humanitäre Krise ein.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Der Standard“, derStandard.at

Schlagwörter: Uganda, Flüchtlinge, Kongo, Flucht, Rebellen, Alliierte Demokratische Truppen, ADF, UN-Soldaten, Blauhelme, Kinshasa, Flüchtlingslager, Nord-Kivu, Kampala, UNHCR, UN, humanitäre Krise