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Afghanistan: Neues Dekret – Frauen dürfen nicht mehr allein außer Haus

Meldung vom 24.07.2013

Frauen in einer Provinz in Afghanistan dürfen nicht mehr alleine auf die Straße, Läden mit Kosmetikartikeln wurden geschlossen – das neue Dekret findet Unterstützung bei einem Karzai-Berater.

Der religiöse Berater von Präsident Hamid Karzai wird eine umstrittene Anordnung nicht rückgängig machen, die Kleriker im Norden des Landes erlassen haben. In dem Dekret werden Frauen Regeln auferlegt, die an das Geschlechterregime der Taliban erinnern.

Ein langjähriges Mitglied des führenden Religionsgremiums gab an, er werde an dem Dekret, das Kleriker in der Region Deh Salah in der Baghlan Provinz angeordnet hatten, nichts verändern. Deh Salah zählte vor der militärischen Intervention im Jahr 2001 als Zentrum der Taliban-Kritiker.

Das Dekret untersagt Frauen, ohne männliches Familienmitglied aus dem Haus zu gehen, sie dürfen noch nicht einmal ein Krankenhaus aufsuchen. Gleichzeitig mussten Kosmetikgeschäfte ihren Verkauf einstellen mit der Begründung, sie würden zur Prostitution dienen. Sowohl die BewohnerInnen der Region als auch die Polizei widersprachen diesen Vorwürfen.

Enayutulla Baligh, Mitglied des führenden Religionsgremiums und Karzai-Berater, argumentierte: „Es gab keine Möglichkeit, diese Geschäfte offen zu halten. Geschäfte sind für den Handel da, aber nicht um Ehebruch zu begehen.“

Die BewohnerInnen von Deh Saleh stuften die Verordnung als „Fatwa“ oder auch als religiöse Order ein. Tatsächlich dürfen aber nur die klerikalen Führer in Kabul solche verbindlichen Regeln festlegen. In der Verordnung wird der Verwaltung mit einem heiligen Krieg gedroht, sollte sie den Anordnungen nicht gehorchen.

Doch trotzdem wird Widerstand gegen die neuen Regeln geleistet. Jüngst wurde sogar ein Bürgermeister von einem jugendlichen Shop-Besitzer getötet, als er die Einhaltung der Regeln aufzwingen wollte. Laut der örtlichen Polizei entsprachen die neuen Gesetzte nicht der Überzeugung des Bürgermeisters, sondern er handelte aus Furcht vor der Rache der Kleriker.

Unter den AfghanInnen nimmt die Sorge zu, dass mit dem Abzug der NATO-Truppen und den Bemühungen der afghanischen Regierung, eine politische Verhandlungsbasis mit den Taliban zu erreichen, die hart erkämpften Frauenrechte wieder fallen gelassen werden.

In Deh Salah gibt es rund 80.000 Menschen. Abdullah, der in der Region ein Kosmetikgeschäft unterhielt, musste dieses nun mit Sperrholzplatten zunageln. „Sie wollen die Ära der Taliban wieder zurückbringen. Wenn man sie lässt, übernehmen sie die Kontrolle über den Distrikt und machen unser Leben unmöglich.“ Der Geschäftsbesitzer hofft darauf, dass die afghanische Regierung interveniert.

Polizeioberst Abdul Ahad Nabizada unterstreicht, dass die Gerüchte um die Kosmetikgeschäfte falsch seien. „Hier leben ausschließlich Muslime. Das, was in der Fatwa behauptet wird, gibt es hier nicht. Die Frauen haben in den Geschäften ihre Besorgungen gemacht, mehr nicht.“

Im Juli 2013 hat die US-Regierung ein Hilfspaket über 200 Millionen Dollar für afghanische Frauen auf den Weg gebracht. Das Programm wird von weiteren internationalen Geldgebern gefördert und soll angesichts des nahenden Abzugs der NATO-Gruppen zur Stärkung von Frauenrechten eingesetzt werden.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Die Standard“, dieStandard.at

Schlagwörter: Afghanistan, Dekret, Anordnung, Frauen, Taliban, Deh Salah, außer Haus, Gender, Kosmetikartikel, Kosmetikgeschäfte, Fatwa, Frauenrechte, Religionsgremium, Ehebruch, Prostitution, Scharia