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Mexiko: Drogenkartelle ruinieren das Land

Meldung vom 24.11.2008

Mexikos Drogen-Mafia überzieht das Land mit Mord und Bestechung. Sie bringt Polizisten um und massakriert Familien. Die Regierung muss oft tatenlos dabei zusehen.

Am Abend des 4. November geschah ein Flugzeugabsturz mitten in der Hauptstadt, nur einen Kilometer vom Präsidentenpalast entfernt. Unter den 15 Todesopfern befanden sich Innenminister Juan Camilo Mouriño und vier Spitzenbeamte, darunter Mexikos langjähriger Drogenfahnder José Luis Santiago Vasconcelos, der seit Jahren mit Morddrohungen überschüttet worden war.

War der Absturz ein Unfall? Das wird offiziell so vertreten. Angeblich soll der anfliegende Learjet vom Kurs abgekommen sein, da er in den Sog einer landenden Boeing geraten sei. Könnte es doch ein Attentat gewesen sein? Die meisten Mexikaner sind eher geneigt, an ein Attentat zu glauben. Bei den Mitgliedern der Drogen-Mafia könne man schließlich nichts ausschließen.

Täglich berichten die Medien neue Horrormeldungen, die mit den entsprechenden Bildern ihre Wirkung nicht verfehlen: hingerichtete Polizisten, umgebrachte Journalisten, massakrierte Gangster, manchmal enthauptet, manchmal aufgeschlitzt. Dann gibt es wieder Meldungen über verhaftete Banditen und korrupte Beamte, niedergemetzelte Familien, die ins Einzugsgebiet von Auftragsmördern gerieten und Kindern, die von ihren Entführern durch eine Giftspritze getötet wurden.

Am 15. September, Mexikos Nationalfeiertag, warfen die Drogenbanden sogar Granaten in die Menschenmenge in der Stadt Morelia, dem Heimatort des Präsidenten Felipe Calderón. Täglich veröffentlicht die Zeitung El Universal die aktuelle Zahl der Opfer im Drogen-Kampf. Letzte Woche stand der Todes-Ticker bei 4.693.

Es herrscht ein unbarmherziger Krieg in Mexiko, dem armen südlichen Nachbarn der USA. Der Konflikt lag viele Jahre unter der Oberfläche des Landes, ist aber vor zwei Jahren ausgebrochen. Zu dem Zeitpunkt entschied sich der eben angetretene konservative Präsident Calderón, mit Soldaten gegen die Drogenkartelle und deren korrupten Helfern in Uniform vorzugehen. Inzwischen sind es mehr als 40.000 Sicherheitskräfte, die die Bundesstaaten Mexikos durchkämmen, Kokainverstecke ausheben, Schmuggler festnehmen, Hanf- und Mohnfelder niederbrennen. Der scheidende US-Kongress unterstützte Calderón mit 1,4 Milliarden Dollar für seinen Großeinsatz gegen die Drogenmaffia.

Trotz Eskalation von Gewalt und vehementer Racheaktionen der Drogenbanden liefert die Regierung auch Erfolge: „Wir haben fünf der 13 gefährlichsten Bosse verhaftet“, resümierte Calderón kürzlich und sprach auch von drei Rekorden im Rahmen seiner Militäraktion: In der Stadt Manzanillo entdeckten Fahnder 24 Tonnen Kokain, die größte je sichergestellte Menge in Mexiko. In einem Privathaus in Mexiko-Stadt fanden sie 204 Millionen Dollar, noch nie zuvor war soviel Geld beschlagnahmt worden. Und in der Golfprovinz Tamaulipas brachten sie vor zwei Wochen 540 Schusswaffen, eine halbe Million Patronen, 162 Granaten, einen Raketenwerfer und mehrere vergoldete Pistolen in ihren Besitz, das größte Arsenal aller Zeiten. Kritiker messen diesen Erfolgen dagegen nur geringen Wert bei angesichts der Racheaktionen der Drogenkartelle.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Focus Online“, focus.de